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Mehrere Tote bei Bombenanschlägen im Irak

Drei US-Soldaten und mindestens zehn Iraker sind bei mehreren Angriffen am Sonntag im Irak getötet worden. Außerdem kamen bei einem Anschlag auf einen US-Konvoi vier zivile Sicherheitsleute ums Leben, fünf wurden verletzt. Bei den Opfern handele es sich um zwei Polen und zwei Amerikaner, hieß es aus der polnischen Botschaft in Bagdad. Die neuerlichen Übergriffe ereigneten sich rund drei Wochen vor der geplanten Machtübergabe an eine Übergangsregierung im Irak.

HB TADSCHI. Die Gruppe des El-Kaida-Verbündeten Abu el Sarkaui bekannte sich zu einem Anschlag mit einer Autobombe in der Stadt Tadschi, bei dem neun Menschen getötet und Dutzende verletzt wurden. Am Samstag wurden bei einem Angriff auf eine Polizeiwache in Mussajab südlich von Bagdad mindestens zehn Polizisten und zwei Zivilisten getötet, wie die Polizei mitteilte. Vier Beschäftigte einer US-Sicherheitsfirma starben am selben Tag in Bagdad bei einem Angriff auf einen Konvoi, zu dem sich ebenfalls Sarkauis Gruppe bekannte. Der UN-Sicherheitsrat wollte am Abend über den geänderten Resolutionsentwurf der USA und Großbritanniens zum Irak beraten. Die USA zeigten sich zuversichtlich, dass es in Kürze zu einer Einigung kommen wird.

Auf einer islamistischen Internetseite teilte Sarkauis Gruppe mit, ein Selbstmordattentäter habe den Anschlag in Tadschi verübt. „Einer der Helden dieses Landes, möge er in Frieden ruhen, hat in Tadschi nördlich von Bagdad einen Militärstützpunkt der US-Truppen angegriffen und zahlreiche Menschen getötet“, hieß es. Sarkaui hat sich zu zahlreichen Anschlägen auf US-Truppen und Politiker im Irak bekannt.

Bereits am Samstag waren bei Anschlägen zahlreiche Menschen getötet worden. Der Angriff auf die Polizeiwache in Musajjab sei gut vorbereitet worden, teilte die Polizei mit. Die Angreifer hätten als Polizeibeamte verkleidet das Gebäude betreten und die Polizisten mit Waffengewalt in eine Zelle gezwungen. Danach hätten sie die Sprengsätze gelegt. Diese seien explodiert als Einwohner die Polizisten hätten befreien wollen, berichteten Augenzeugen. Das polnische Außenministerium teilte mit, zwei der bei dem Angriff auf den Konvoi in Bagdad getöteten Sicherheitskräfte seien Polen gewesen, die beiden anderen Opfer seien offenbar Amerikaner.

Angesichts der Sicherheitslage in seinem Land sprach sich Iraks neuer Ministerpräsident Ijad Allaui erneut dafür aus, die ausländischen Truppen vorerst nicht aus seinem Land abzuziehen. „Wir möchten, dass die multinationalen Kräfte einige Zeit im Irak bleiben, bis der Irak in der Lage ist seine Sicherheitsprobleme selbst zu bewältigen“, sagte Allaui am Sonntag dem britischen Sender BBC. Er hoffe, dass dies „so schnell wie möglich“ erreicht werden könne, sagte er ohne eine konkreten Zeitrahmen zu nennen.

Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrates sollten sich am späten Sonntagabend mit einem Brief Allauis befassen, in dem dieser die Vorstellungen der Übergangsregierung darlegt, wie sie Einfluss auf US-Militäraktionen im Land nehmen möchte. Die USA und Großbritannien hatten dem UN-Sicherheitsrat am Freitag erneut einen überarbeiteten Entwurf vorgelegt. Dieser räumt der neuen irakischen Führung mehr Mitspracherechte beim Mandat der US-geführten Truppen im Land ein. US-Präsident George W. Bush und der französische Präsident Jacques Chirac zeigten sich bei ihrem Treffen in Paris zuversichtlich, dass sich der UN-Sicherheitsrat in den kommenden Tagen auf eine neue Irak-Resolution einigen wird. Russland, das im Sicherheitsrat ebenfalls über ein Vetorecht verfügt, hatte jedoch weitere Bedenken angemeldet.

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