US-Visapolitik Wenn die Angst über den Campus schleicht

Die Angst geht um: Werden ausländische Wissenschaftler, Lehrer und Programmierer zum nächsten Opfer von Trumps Einwanderungspolitik? Die Situation spitzt sich zu. Auch für eine überraschende Gruppe: junge Modells.
18 Kommentare

„MuslimBan“ – Kein Urteilsspruch im Streit um Einreiseverbot

San FranciscoSie haben sich weit aus dem Fenster gelehnt. Mit einem Brief an ein Berufungsgericht in San Francisco haben sich 100 Technologie-Firmen aus den USA gegen das jüngste Einreise-Verbot von US-Präsident Donald Trump ausgesprochen, das von mehreren US-Gerichten vorläufig gestoppt wurde.

Richter in San Francisco haben am Dienstag in einer mündlichen Anhörung die Argumente der klagenden Parteien angehört. Jetzt soll das Gericht entscheiden, ob die Aussetzung bis zur Klärung im Hauptverfahren wirksam bleiben wird. Das Urteil soll erst Ende der Woche fallen. Aber die Lage wird immer unüberschaubarer.

Egal, wer gewinnt, beide Parteien werden mit Sicherheit bis zum obersten Gerichtshof gehen, um ihre Sache durchzufechten. Das kann dauern. Trotzdem ist das Einwanderungsthema damit nicht erledigt. Im Gegenteil. Denn vor allem für Präsident Trump wäre eine endgültige Ablehnung eine persönliche Demütigung.

Und Demütigungen mag der neue US-Präsident gar nicht, was die vorlaute Tech-Industrie mit ihrer offenen Opposition schnell zu spüren bekommen könnte. Eines trifft die Branche besonders hart und wäre eine schallende Ohrfeige für die Aufsässigkeit ihrer Anführer: Es sind die 1990 eingeführten sogenannten „H1-B“-Visa für hochqualifizierte Arbeitskräfte oder Wissenschaftler aus dem Ausland. Sie gelten sechs Jahre, haben eine Verlängerungsoption und sind an einen Arbeitsplatz gebunden, zum Beispiel in einer Universität oder in einem Unternehmen.

Die expandierende Silicon-Valley-Industrie deckt so einen guten Teil ihrer Neuanstellungen. Ohne hochqualifizierte Zuwanderung aus Ländern wie China oder Indien könnte die US-Industrie spürbar zurückfallen, so ein Sprecher der Silicon Valley Leadership Group, die 400 Mitgliedsfirmen vertritt. 120.000 High-Tech-Spezialisten würden pro Jahr benötigt, aber nur gut 25.000 verließen pro Jahr die amerikanischen Universitäten.

Beim ersten Treffen mit dem Präsidenten hatten hochrangige Vertreter der Industrie noch betont, wie wichtig das Thema sei und Trump hatte Hilfe versprochen. Einwanderer gehören zur wichtigsten Gruppe von Unternehmensgründern und schaffen Arbeitsplätze, siehe Einwanderersohn Steve Jobs oder Google-Mitgründer Sergey Brin, der höchstpersönlich bei den Demonstrationen auf dem Flughafen von San Francisco erschien.

Doch nur drei Tage nach dem Erlass der chaotischen Einreiseverordnung legte Trumps Sprecher Sean Spicer die Daumenschrauben an. Beim Presse-Briefing im Weißen Haus erklärte er, der Präsident werde weiter auch über die H1-B-Visa beraten und das Thema über „eine Executive Order angehen und eine Zusammenarbeit mit dem Kongress“. Und eine Ausweitung der H1-B-Visa steht ganz offenbar nicht auf dem Programm.

Kritik am H1-B-Visa-Programm
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18 Kommentare zu "US-Visapolitik: Wenn die Angst über den Campus schleicht"

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  • @Frau Annette Bollmohr08.02.2017, 16:06 Uhr

    Deshalb denken Sie doch einfach, wenn Sie über den Campus einer Amerikanischen Uni schleichen, mehr ans Heiraten, Frau Bollmohr.

  • "Wenn die Angst über den Campus schleicht"

    Wenn Angst sich breitmacht, schadet das dem ganzen Land (und der ganzen Gesellschaft) massiv.

    In der Nazizeit hat auch Deutschland viele seiner fähigsten Köpfe verloren. Oft für immer.

  • Auf die einfachste Idee in Amerika bleiben zu können, sollte Herr Postinett doch auch hinweisen:

    Heiraten.
    Heiraten Sie eine Amerikanerin oder einen Amerikaner. 6 (sex) Jahre sollten dafür ausreichen. Dann können Sie in Amerika arbeiten bis die Schwarte kracht. Leistung zählt.
    Also keine "German angst".

  • Über diese Probleme braucht man sich in Deutschland, Gott sei Dank, keine Sorgen zu machen. Immigranten mit Ansprüchen deutlich darüber sich komfortabel von der Allgemeinheit alimentieren zu lassen, gibt es hier in Deutschland kaum. Wer will schon in ein Land in dem 50% seines Einkommens in Steuern und Sozialabgaben fliesst, und Gründerengagement in Vorschriften und Bürokratie erstickt wird, oder teilweise sogar gesellschaftlich geächtet wird

  • @Max Marx
    Und ein PC ist ohne Software auch nur ein Kunstwerk aus PVC. Oder anders ausgedrückt...was hilft ihnen ein Bauteil OHNE Software. Auf die Software kommt es an...das ist das Gehirn (Kern) des ganzen Hype über autonomes Fahren.
    Und wenn ich jetzt noch tiefer einsteigen soll, dann ist es zum Schluss eine zuverlässige Energie-Stromversorgung....denn ohne eine zuverlässige und ausreichende Energie-Stromversorgung können Sie die Software und auch ihre Bauteile in die Mülltonne treten.
    Und das autonome Fahren unter einer politischen Ideologie von Energiewnde und CO2 Verbot wird es so dann erst gar nicht geben können. Die Voraussetzung von einer zuverlässigen und billigen Stromversorgung wird es nämlich mit der Energiewende/CO2 Verbot nicht geben. Das autonom fahrende E-Auto ist somit schone Fehlgeburt bevor es an den Start geht. Jedenfalls unter den politischen Voraussetzung wie Sie in Deutschland momentan unter der Grün-Sozialistischen Merkel Ideologie einer CO2 freien Gesellschaft, Kernenergieausstieg und Energiewende (marktfeindliches EEG) herrschen.

  • Als ehemaliger Anhänger des Marktliberalismus verstehe ich jetzt, dass das Großkapital keinen Pfifferling auf die Interessen des Volkes gibt - es ist nur an billigen Arbeitskräften und großem Absatzmarkt interessiert - ungeachtet der sozialen Kosten und Nebenwirkungen.

    Insofern verstehe ich jetzt auch, wieso das "National-Sozialismus" heisst. Früher verstand ich nicht, wie diese vordergründigen Gegensätze zusammen passen sollen. Jetzt verstehe ich es und habe Gefallen an der Idee gefunden.

  • Das Aussetzen der H1-B Visa wäre aus unserer Sicht doch ein Segen.
    Dann blieben einige fähige Köpfe zuhause und würden nicht nach Amiland wandern.
    Europa hängt im Bereich IT eh schon fast hoffnungslos hinter den USA zurück.
    Mit Donald haben wir die Chance, das langfristig ein bischen geradezurücken.
    2 Amtsperioden wären da schon gut für uns.

  • @ Marc Hofmann
    Selten so einen unqualifizierten Unsinn gelesen!!!
    Autonomes Fahren ist weit mehr als nur programmieren. Das Programmieren ist in diesem Bereich ein Hilfsjob. Die wahren Macher sind die Bauteileentwickler & Applikateure. Mal informieren ... bevor du Märchen postest.

  • Alles Panikmache ... Donald macht im Vgl. zur Schleusenöffnerin MERKEL einen super Job. Ach ja ... Griechenland ist schon wieder pleite, da lenkt TRUMP ab.

  • "Ohne hochqualifizierte Zuwanderung aus Ländern wie China oder Indien könnte die US-Industrie spürbar zurückfallen".

    Die Länder China oder Indien gehören überhaupt nicht zu den Staaten, die von dem Einreiseverbot betroffen wären.

    Ausserdem sind Personen, die mit H1B-Visa in den USA z.Z. arbeiten ebenfalls nicht betroffen. Was irgendwann mal kommt, wer weiß das schon?

    Der Artikel versucht Angst zu machen - "German angst".

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