US-Vorwahl : McCain spricht sich für Romney aus

US-Vorwahl
McCain spricht sich für Romney aus

Der republikanische Präsidentschaftsanwärter Mitt Romney erhält strategisch wichtigen Zuspruch von Senator John McCain. Insider berichten US-Konservative wollen sich auf einen Präsidentschaftskandidaten verständigen.
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Des Moines/ManchesterDer republikanische Senator John McCain hat sich am Mittwoch auf die Seite des republikanischen Bewerbers Mitt Romney gestellt. Er sei nach New Hampshire gekommen, um sicherzustellen, dass „wir Mitt Romney zum nächsten Präsidenten der USA machen“, sagte McCain vor Anhängern der Republikaner in einer Sporthalle in Manchester.

Romney war McCain vor vier Jahren im parteiinternen Wettstreit um die republikanische Präsidentschaftskandidatur unterlegen. McCain verlor die Wahl dann gegen den heutigen Präsidenten Barack Obama. Für Obama sei es „Zeit nach Hause zu gehen“, sagte McCain. Romney reiste nach den Vorwahlen in Iowa, aus denen er knapp als Sieger hervorging, in den Bundesstaat New Hampshire, weil dort am 10. Januar die nächsten Vorwahlen stattfinden.

Die Unterstützung McCains ist für Romney wichtig, um im Falle einer Kandidatur ein möglichst geschlossenes Auftreten der Republikaner zu demonstrieren. Die Präsidentschaftswahl findet am 6. November statt.

Die Nominierung eines republikanischen Kandidaten für das Rennen um das Weiße Haus droht zur schweren Geburt zu werden: Bei der ersten Vorwahl in Iowa gab es das knappste Ergebnis der Geschichte. Tea-Party-Kandidatin Bachmann warf schon enttäuscht das Handtuch.

Mit einem Vorsprung von gerade einmal acht Stimmen hat Favorit Mitt Romney die erste Vorwahl der Republikaner um die US-Präsidentschaftskandidatur für sich entschieden. Der als Kompromisskandidat gehandelte Romney verschaffte sich damit zumindest eine gute Ausgangslage im Vorwahl-Marathon.

Überraschend schob sich der Außenseiter Rick Santorum bei der symbolträchtigen Abstimmung im Bundesstaat Iowa auf Platz zwei. Noch nie in der Vorwahl-Geschichte Iowas gab es einen derart dünnen Vorsprung. Santorum hat sich überwiegend als kompromissloser Konservativer profiliert: Er tritt etwa für ein radikales Abtreibungsverbot auch bei Vergewaltigung und Inzest ein.

Romney, der viele Jahre in der Finanzwirtschaft arbeitete, gibt sich siegessicher. „Wir werden das Weiße Haus verändern und Amerika wieder auf die Beine stellen“, rief er Anhängern in der Wahlnacht zu. Der 64-Jährige gilt laut Umfragen als landesweiter Favorit - nicht zuletzt verfügt er über eine bessere Wahlkampf-Maschinerie als seine Konkurrenten.

Die nächste Abstimmung steht bereits am 10. Januar im Neuengland-Staat New Hampshire an. Weitere wichtige Vorwahlen im Januar sind in South Carolina und in Florida. Der Sieger der Republikaner-Vorwahlen tritt im November bei der Präsidentenwahl gegen Amtsinhaber Barack Obama an.

Auf einem republikanischen Parteitag in Tampa, Florida, wählen die Delegierten aus den Bundesstaaten Ende August offiziell den Herausforderer von Obama.

Angebliche Absprache

Führende US-Konservative wollen sich nach Angaben von Insidern auf die Unterstützung eines Präsidentschaftskandidaten verständigen. Wie am Mittwoch aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen verlautete, ist dazu am Wochenende ein Treffen in Texas geplant. Es solle verhindert werden, dass die „social conservatives“ - Konservative, für die gesellschaftliche Fragen wie Religion, Abtreibung oder die Rechte von Homosexuellen im Vordergrund stehen - wie bei der Wahl 2008 gespalten würden.

Zu den Teilnehmern soll Gary Bauer, Präsident der Organisation American Values, gehören, sowie der evangelikale Christ James Dobson, Gründer der Aktivistengruppe Focus on the Family. Am Dienstag hatte der republikanische Kandidat Mitt Romney knapp die Urwahl in Iowa vor Rick Santorum gewonnen. Dieser konnte sich dabei insbesondere auf die Stimmen der Evangelikalen stützt. Viele Sozial-Konservative trauen dem Mormonen Romney nicht. Aus ihren Reihen hieß es jedoch, bei dem Treffen am Wochenende werde es nicht darum gehen, sich hinter einem Gegenkandidaten zu Romney zu stellen.

Bauer sagte zu den Angaben, die Sozial-Konservativen hätten sich bereits mehrfach getroffen, um über die Kandidaten zu diskutieren. „Einige dieser konservativen Anführer haben Mitt Romney unterstützt“, erklärte er. Auch die anderen Kandidaten hätten ihre Anhänger. Jeder einzelne der republikanischen Bewerber sei besser als der demokratische Amtsinhaber Barack Obama. Dagegen sagte Bob Vander Plaats, ein führender Sozial-Konservativer aus Iowa, bei einem solchen Treffen müsse man sich auf eine Unterstützung für Santorum einigen.

Bei den Vorwahlen 2008 hatte der ehemalige Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, in Iowa gewonnen. Allerdings konnte er die Konservativen nicht hinter sich vereinigen. Die Nominierung der Republikaner ging schließlich an den vergleichsweise gemäßigten Senator John McCain, der dann bei der Wahl gegen Obama verlor.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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