US-Vorwahlen: Die Geldmaschine Wahlkampf

US-Vorwahlen
Die Geldmaschine Wahlkampf

Wer Obama schlagen will, braucht nicht nur gute Argumente – er braucht vor allem viel Geld. Der Wahlkampf der Republikaner in Florida wirft ein Schlaglicht auf eine Millionen-Dollar-Industrie, in der viele abkassieren.
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WashingtonSheldon Adelson hat die Macht, die Landschaft zu verändern. Ende der 90er Jahre ließ der Kasino-Mogul eines der Wahrzeichen von Las Vegas sprengen, das Hotel „Sands“, und ersetzte es durch ein neues. An selber Stelle ragt nun der glitzernde Luxus-Klotz „Venetian“ empor. Baukosten: 1,5 Milliarden Dollar.

Sheldon Adelson hat aber auch die Macht, die politische Landschaft zu verändern. Der 78-Jährige, laut „Forbes“ mit 21,5 Milliarden Dollar achtreichster Amerikaner und zuverlässiger Spender für die Republikanische Partei, hat ein Lieblings-Präsidentschaftskandidaten: Newt Gingrich. Als der konservative Kandidat Anfang Januar nach Attacken seines eher moderaten Rivalen Mitt Romney in den Umfragen abstürzte, machte Adelson mal eben fünf Millionen Dollar locker. Eine der größten Einzelspenden in der US-Wahlkampfgeschichte.

Die Summe wurde umgehend in eine Flut von Fernsehspots investiert, und nicht zuletzt deshalb drehte die Stimmung: Gingrich gewann die Vorwahl in South Carolina Ende Januar haushoch. Vergangene Woche legte Adelsons Ehefrau Miriam noch einmal fünf Millionen drauf.   

Gingrich und die anderen Kandidaten der Republikaner, die heute Abend bei der Vorwahl in Florida erneut um die Nominierung zum Herausforderer Barack Obamas kämpfen, sind auf noble Spender wie die Adelsons angewiesen. Der Vorwahlkampf verschlingt Millionen, und ständig brauchen sie frisches Geld.

„Eine Präsidentschaftskandidatur ist wie wenn man für zwei Jahre eine mittelständische Firma leitet“, sagt Viveca Novak vom Center for Responsive Politics in Washington, das über Einnahmen und Ausgaben politischer Kampagnen Buch führt. Knapp 80 Millionen Dollar haben die Kandidaten laut der unabhängigen Organisation bereits ausgegeben.

Kommentare zu " US-Vorwahlen: Die Geldmaschine Wahlkampf"

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  • Das ist der richtige Titel: Die Geldmaschine Wahlkampf
    unter dem Pseudomym "Demokartie", trickreich abgeleitet und versteckt unter "Geld regiert die Welt" damit die oben,die Reichen bis zu den Superreichen noch immer reicher werden um somit ihre Einflußnahme zu manifestieren, denn die Gesetze werden dann schon dementsprechend frisiert, weshalb die Schere weltweit nach diesem Muster USA immer weiter auseinanderklafft.

    Es läßt einen erschaudern, in welche substantielle Verwahrlosung von Verantwortung gegenüber dem Allgemeinwohl des Volkes dort abgedriftet wird im Namen der Demokratie. Es ist immer noch die Herr-Sklavenmentalität, die versucht, sich Obrigkeit zu verschaffen.

    Und wenn wir uns recht besinnen auf die Vergangenheit bis zur Finanzkrise, kam vieles immer noch mit Verzögerung auch immer auf Europa zu, weil immer wieder abgekupfert wurde..

    Warum gibt es in dem großen Amerika keine bedeutenden Persönlichkeiten mehr, die zur Wahl antreten?
    Vielleicht deshalb: es werden "Figuren" mit viel Geld via Werbekampagnen vorgeschickt, das Volk beseuselnd via Medien und viel Geld, damit sie die Wahl einer gewissen Klientel gewinnen, regiert wird dann mächtig aus dem Hintergrund, seinen Vasallen hat man ja an der Leine.

    IST DAS DEMOKRATIE im angedachten Sinne???

    Ein Gingrich verspricht doch tatsächlich seinem zukünftigen Wahl/Vasallenvolk "eine Kolonie auf dem Mond",
    bitteschön, aber dann auch schleunigst dahin versiedelt, damit wir die aushöhlende Finazpest los sind.
    Es gab so ein wunderbares Buch: Profit over people...Nur das Volk liest das nicht und weiß nicht, was mit ihm geschieht, leider...

    Wir sind noch nicht ganz so weit in Europa,aber unser Vorbild USA ist auf einen Weg zusteuernd, für den es vielleicht einen Begriff aus der Psychologie geben könnte, NUR, das wird der Absturz sein...

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