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US-Vorwahlen: Neinsager und Knallbonbon

Ron Paul versteht es, zu polarisieren. Genau das macht ihn so reizvoll für viele Republikaner. Mit teils extremen politischen Ansichten weicht der Marktliberale aber oft von deren Kerninhalten ab: ein riskanter Kurs.

Der texanische Kongressabgeordnete Ron Paul wirbt auf einer Veranstaltung um die Gunst der Parteianhänger. Quelle: dpa
Der texanische Kongressabgeordnete Ron Paul wirbt auf einer Veranstaltung um die Gunst der Parteianhänger. Quelle: dpa

WashingtonNiemand kann sich Ron Paul ernsthaft als US-Präsidenten wünschen. Aber dennoch ist es reizvoll, mit genau dieser Idee zu spielen: Dass einer der extremsten, radikalsten, aber gleichzeitig auch konsequentesten Republikaner von seiner Partei nominiert wird, US-Präsident Barack Obama herausfordern. Und dass es ihm sogar gelingen könnte, ihn zu besiegen. Paul zu unterstützen, ist so, als ob man am verbotenen Zuckertopf nascht. Solange man nicht erwischt wird, macht es höllisch Spaß.

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Die republikanischen Vorwahlen heute in Iowa sind der erste Test für Paul. Wenn er dort gewinnt oder sich wenigstens in der Spitzengruppe etabliert, heißt das zwar noch gar nichts. Denn danach kommen noch 49 weitere Vorwahlen. Und schon oft haben merkwürdige Kandidaten den Sieg in Iowa davongetragen, die bald danach in der politischen Versenkung verschwanden – wie zuletzt 2008 der Ex-Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee.

Doch die Vorschläge Huckabees, der damals die Einkommensteuer durch eine drastisch erhöhte Umsatzsteuer ersetzen wollte, erscheinen moderat im Vergleich zu Pauls Visionen: Der 76-Jährige will, dass die USA die Vereinten Nationen und die Nato verlassen. Von der nordamerikanischen Freihandelszone Nafta hält er ebenso wenig wie von der Welthandelsorganisation; die US-Zentralbank Fed will er abschaffen. Paul stimmte gegen den Militäreinsatz im Irak, er findet es in Ordnung, wenn Amerikaner Waffen tragen und Drogen konsumieren.

Und Paul, der seit 1997 den 14. texanischen Wahldistrikt, südlich von Houston, im US-Repräsentantenhaus vertritt, stimmt unablässig gegen nahezu sämtliche staatlichen Ausgaben und warnt vor Inflationsgefahren. Das hat dem gelernten Arzt den Spitznamen „Dr. No“, eingebracht, den er wie eine Auszeichnung trägt. Der glühende Anhänger des österreichischen Ökonomen Friedrich Hayek vertraut voll und ganz dem Markt. Der Staat soll nur eingreifen, wenn irgendetwas völlig aus dem Ruder läuft.

Das ist eine Botschaft, die im Jahr vier nach Beginn der Finanzkrise eine enorme Resonanz besitzt. Denn nach Meinung vieler Wähler gibt die jüngste Vergangenheit Paul Recht: Denn war es nicht die Politik des leichten Geldes der US-Zentralbank, die den ökonomischen Kollaps verursacht hat? Ist es nicht die ungebremste Ausgabenpolitik des Staates, die den USA eine Rekordverschuldung und ein riesiges Defizit eingebracht hat? Und verstärkte nicht der unnötige Krieg im Irak die ökonomische Malaise noch? Selten konnte Paul, der jetzt bereits zum dritten Mal ins Rennen um die Präsidentschaftskandidatur geht, sich von der Geschichte so sehr bestätigt sehen.

Aber Paul im Weißen Haus? Als Präsident, der zwar ökonomisch schlüssig gegen jeden teuren Interventionismus argumentiert, der die USA außenpolitisch aber isolieren würde. Oder als einer, der mit einem Federstrich Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg – wie die Schaffung der Uno – vom Tisch fegen und alleine auf die Kräfte des Marktes setzen würde. Für eine historische Millisekunde ist es vielleicht spannend, von einem Präsidenten Ron Paul zu träumen. Länger aber auch nicht.

  • 04.01.2012, 18:36 UhrAnonymer Benutzer: Jefi

    Der einzige Kandidat, der nach 30 Jahren als Politiker noch nie von seinen Prinzipien abgewichen ist und sich strikt an die Verfassung hält wird von sämtlichen Medien ignoriert. Plötzlich gewinnt er fast die erste Vorwahl und schon kommen alle aus ihren Löchern und versuchen ihn zu diskreditieren.

    Ob es damit zusammenhängt, dass er die US-Zentralbank abschaffen will? Weil er gegen jegliche Form von "Bailout" ist? Weil er den US-Dollar durch eine Gold-Gedeckte Währung ersetzen will? Weil er alle US-Truppen aus dem Ausland zurückholen will und sämtliche Basen im Ausland schließen will?

    Das wissen nur die Redakteure, die ihr bestes tun, um die erste richtige Revolution der Neuzeit zu verhindern.

  • 04.01.2012, 12:41 UhrAnonymer Benutzer: ziener-kritik

    Die UNO-Vorgänger Organisation League of Nations war genauso nutzlos wie die UNO selbst. Die Lehre aus dem Zweiten Weltkrieg für die Gutmenschen dieser Bürokratenorganisation, die den 2.Weltkrieg selbstverständlich nicht verhindern konnte, bestand darin, sich selbst umzutaufen

  • 04.01.2012, 06:54 UhrAnonymer Benutzer: HJM

    Sie behaupten, dass niemand sich Ron Paul ernstlich als US-Präsidenten wünschen kann. Sie hätten besser geschrieben, dass Sie sich Ron Paul nicht wünschen.
    Selbstverständlich wünschen sich Massen von Menschen Ron Paul als Präsident; und ebenso wünschen sich Massen von Menschen mehr Politiker wie Ron Paul, die das vergötzte Monstrum "Staat" auf das richtige Maß beschneiden wollen. Sie anscheinend nicht - sind sind Etatist, also staatshörig?

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