
PortlandMit einem knappen Vorwahlsieg im US-Staat Maine im Rücken kann der Republikaner und Multimillionär Mitt Romney wieder optimistischer nach vorne blicken. Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei setzte sich der frühere Gouverneur von Massachusetts allerdings nur mit 39 Prozent der Stimmen gegen seinen Rivalen Ron Paul durch. Dieser kam auf 36 Prozent, wie der örtliche Parteivorsitzende Charlie Webster in der Nacht zum Sonntag bekannt gab.
Romney hatte vor vier Jahren die Abstimmung in Maine klar für sich entschieden. Nach zuletzt drei Niederlagen brachten die Vorwahlen dort trotz weniger deutlichen Ergebnissen auch die erhoffte Wende. Die schärfsten Konkurrenten Romneys hielten sich in Maine jedoch weitgehend zurück: Weder der ultrakonservative Außenseiter Rick Santorum, der Anfang der Woche überraschend gleich drei Mal bei den Vorwahlen in Minnesota, Colorado und Missouri triumphiert hatte, noch der frühere Präsident des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, machten in dem Staat Wahlkampf. Sie kamen den Angaben zufolge auf 18 beziehungsweise 6 Prozent. Ron Paul hingegen hatte in Maine in den vergangenen Wochen aggressiv Wahlkampf betrieben.

Pünktlich zur Wahl in Florida wurde veröffentlicht, welche großen Geldgeber im US-Wahlkampf die sogenannten Super-PACs finanziert haben. Das sind Organisationen, die Kandidaten oft mit aggressiven Werbespots unterstützen. Sie können unbegrenzte Summen an Geld einsammeln, müssen aber nur mit Verzögerung sagen, woher die Spenden kommen. Einer der Geldgeber ist der Hedgefonds-Manager John Paulson. Er zahlte für Romney eine Million Dollar.

Eine Million Dollar für Romney kommt auch von der Hoteldynastie der Marriotts. John Willard "Bill" Marriott, CEO von Marriott International, spendete eine halbe Million und auch sein Bruder Richard, Vorstandsvorsitzender der Host Hotels & Resorts, gab 500.000 Dollar.

Edward C. Forst sprang Romney mit 95.000 Dollar zur Seite. Der Banker verkündete im Dezember 2011 bei Goldman Sachs seinen Rückzug als Vizechef der Investment-Abteilung. Forst ist nicht der einzige Gönner aus den Reihen von Goldman Sachs.

Zahlreiche Goldman-Banker unterstützen Romney. Der ehemalige Co-Vorstandsvorsitzende John Whitehead zahlte dem Republikaner 25.000 Dollar.

Paul Fireman, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Reebok und jetzt Chef der Beteiligungsgesellschaft Fireman Capital Partners, zahlte Mitt Romney 250.000 Dollar.

Welche Unternehmen Romney unterstützen, ist schon etwas länger bekannt. Große Konzerne - nicht zuletzt aus der Rüstungsindustrie - haben bei der Kandidatenkür im Präsidentschaftswahlkampf in den USA viel Macht. Ohne ihr Geld hat ein Kandidat keine Chance. Die in den USA wichtige Rüstungsindustrie hat ihren Kandidaten bei den Vorwahlen der Republikaner bereits gefunden...

Und zwar den texanischen Kongressabgeordneten Ron Paul. Seine drei Top-Spender sind die US Army (24.503 Dollar), die US Air Force (23.355 Dollar) und die US Navy (17.432 Dollar). Auch Hersteller von Militärflugzeugen wie Boeing, Lockheed Martin und Northrop Grumman zählen zu seinen Gönnern. Ebenso das US-Verteidigungsministerium. Dabei will Ron Paul doch die Präsenz des US-Militärs im Ausland beenden.

Mitt Romney steht wegen seiner Vergangenheit als Finanzinvestor unter Beschuss. Besonders reiben sich seine Kritiker an diesem Bild aus dem Jahr 1985 auf. Romney (in der Mitte) feiert mit sechs Kollegen von Bain Capital die Schließung ihres ersten Investmentfonds in Höhe von 37 Millionen Dollar. Ihnen quellen die Banknoten aus den Maßanzügen, einigen sogar aus dem Mund. Eigentlich befürchtete Romney, dass Barack Obama dieses Bild gegen ihn verwenden wird. Doch nicht der Präsident schießt damit gegen ihn, sondern seine Parteifreunde. Newt Gingrich wirft ihm vor, Unternehmen "geplündert" zu haben, Rick Perry sieht in ihm einen Vertreter des "Geierkapitalismus".
Dabei hat seine Vergangenheit auch Vorteile für Mitt Romney: Ihm fliegen im Vergleich zu seinen Konkurrenten die Spenden aus der Finanz- und Wirtschaftsbranche geradezu zu.

Die US-Großbank Goldman Sachs hat Mitt Romney für die Wahl im November 2012 mit bisher 367.000 Dollar unterstützt. Aus der gesamten Investment-Branche erhielt Romney laut der Plattform OpenSecrets mehr als 3,8 Millionen Dollar.

Auf Platz zwei der Romney-Gönner: das Schweizer Geldhaus Credit Suisse. Entsprechend dem US-Gesetz überweist die Bank das Geld dem Kandidaten nicht direkt, sondern über ihre Mitarbeiter. Und das waren im Fall der Credit Suisse rund 204.000 Dollar. Die zweite Schweizer Großbank, die UBS, unterstützt Romney immerhin noch mit 73.000 Dollar. Die Unterstützung ausländischer Banken für Romney ist nicht ungewöhnlich, denn der Ex-Gouverneur von Massachusetts kommt selbst aus dem Finanzsektor und vertritt die Interessen der Banken am stärksten, die in den USA dicke Geschäfte machen - egal wo sie beheimatet sind.
Pünktlich zur Wahl in Florida wurde veröffentlicht, welche großen Geldgeber im US-Wahlkampf die sogenannten Super-PACs finanziert haben. Das sind Organisationen, die Kandidaten oft mit aggressiven Werbespots unterstützen. Sie können unbegrenzte Summen an Geld einsammeln, müssen aber nur mit Verzögerung sagen, woher die Spenden kommen. Einer der Geldgeber ist der Hedgefonds-Manager John Paulson. Er zahlte für Romney eine Million Dollar.
Nach zuletzt drei Vorwahlniederlagen kann der Multimillionär Romney nun darauf hoffen, weitere Spenden für seine ohnehin prall gefüllte Wahlkampfkasse einsammeln zu können. Zuletzt verfügte er über 19,9 Millionen Dollar (rund 15,5 Millionen Euro), seinem Rivalen Santorum flossen nach seinen jüngsten Vorwahlerfolgen Spendengelder in Höhe von drei Millionen Dollar zu. Dass er Romney finanziell noch einholen kann, gilt als unwahrscheinlich.
Schwieriger dürfte es aus Sicht von Beobachtern für Romney allerdings werden, die konservativen Basis seiner Partei für sich einzunehmen. So stehen viele seinen früher moderaten Ansichten bei Themen wie Abtreibung mit großem Argwohn gegenüber. Die nächsten Vorwahlen finden Ende Februar in den US-Staaten Arizona und Michigan statt.
Die Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur der Konservativen müssen sich in allen 50 Bundesstaaten dem Votum der Wähler stellen. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Vorwahlen: Im Primary-System können Bürger einen Tag lang in einem öffentlichen Wahllokal ihre Stimme abgeben. Dieser Modus gilt in der Mehrheit der 50 Staaten, die erste Primary hält New Hampshire am 10. Januar ab. In manchen Bundesstaaten dürfen nur registrierte Parteimitglieder abstimmen, in anderen sind die Vorwahlen offen für alle. Der Caucus ist dagegen eine Parteiversammlung, bei der sich Mitglieder auf Ortsebene persönlich zur Diskussion treffen und danach abstimmen. Im ersten Vorwahl-Staat Iowa gilt am Dienstag traditionell das Caucus-System. Die genauen Regeln legt jede Landespartei selbst fest.
Nach dem Start in Iowa folgen Vorwahlen in anderen Bundesstaaten in dichtem Takt, ehe am 6. März in mehr als zehn Bundesstaaten gleichzeitig abgestimmt wird. Bei diesem so genannten Super-Dienstag kristallisiert sich oft ein klarer Favorit heraus. Bis Ende Juni treffen die restlichen Staaten ihre Entscheidung, und die Mehrheitsverhältnisse stehen fest.
Der Bundesparteitag der Republikaner in Tampa, Florida, Ende August ist deshalb nur noch reine Formsache. Dorthin werden aus den Bundesstaaten Delegierte entsandt, um den Kandidaten aufs Schild zu heben. Die Zahl der Vertreter, die jeder Staat zu der so genannten Convention entsenden darf, wird durch eine komplizierte Formel festgelegt und hängt vor allem von seiner Bevölkerungsstärke ab. Die meisten Delegierten sind in ihrem Abstimmungsverhalten an die Vorwahlergebnisse aus ihrem Heimatstaat gebunden. Einige Teilnehmer wie Gouverneure oder Parteifunktionäre, die qua Amt bei der Convention vertreten sind, haben bei ihrer Entscheidung aber freie Hand.