US-Vorwahlen
Wenn sonst nichts hilft, hilft Chuck Norris

Bei den Vorwahlen in Mississippi und Alabama will sich Newt Gingrich als Anti-Romney profilieren – und seinen Widersacher Rick Santorum aus dem Rennen werfen. Unterstützt wird er von einem alternden Actionhelden.
  • 3

WashingtonChuck Norris ist nicht nur ein alternder Actionheld. Der Star aus der US-Serie „Walker, Texas Ranger“ hat sich unfreiwillig mit seinen martialischen Auftritten derart selbst karikiert, dass ihm übermenschliche Kräfte nachgesagt werden. „Chuck Norris bringt Zwiebeln zum Weinen“, lautet einer der zahllosen Witze, die über ihn im Internet kursieren. Ein anderer geht so: „Chuck Norris liest keine Bücher. Er starrt sie so lange an, bis sie ihm freiwillig sagen, was er wissen will“.

Die Frage ist: Kann Chuck Norris auch Wähler beeinflussen? Der Actionstar ist ein Anhänger der Republikaner, und zwar von der Rechtsaußen-Fraktion. Und er hat ein Idol: Newt Gingrich, erzkonservativer Kandidat der Partei im Rennen um die Präsidentschaft. Vor den Vorwahlen in Mississippi und Alabama am heutigen Dienstag hat sich Norris deshalb noch mal richtig ins Zeug gelegt. Er nahm automatische Telefonbotschaften auf, so genannte Robocalls, die für Gingrich trommeln: „Er wäre der beste Mann, um Barack Obama zu schlagen“.

Die republikanischen Wähler im Süden sind sich da allerdings noch nicht so sicher. In letzten Umfragen liegt Gingrich mit seinen Konkurrenten Mitt Romney und Rick Santorum etwa gleichauf. Das macht den heutigen Wahltag spannend: Schafft es der eher moderate Mormone Romney, bei den überwiegend christlich-konservativen Wählern zu punkten? Vor allem aber: Kann der fromme Katholik Santorum seinen Status als konservative Romney-Alternative gegen Gingrich verteidigen?  

Denn gesucht wird nach wie vor der Anti-Mitt – und sowohl Gingrich als auch Santorum kämpfen erbittert um diese Rolle. Sie wissen, dass große Teile der republikanischen Wähler Romney nicht leiden können. Zu liberal und elitär ist ihnen der millionenschwere Geschäftsmann, zu unstet in seinen Ansichten. Doch – Glück für Romney – diese Wähler sind gespalten zwischen den beiden konservativen Herausforderern.

Und so versuchten Santorum und Gingrich in den vergangenen Tagen, sich gegenseitig aus dem Rennen zu ekeln, um die Stimmen der Parteirechten ganz für sich alleine zu haben. „Es wäre klüger, uns die Möglichkeit zu geben, gegen Romney anzutreten“, sagte Santorum am Sonntag über sich selbst. „Hoffentlich wird das früher oder später geschehen“. Santorum sei nicht wählbar, konterte Gingrich, weil er in seiner Zeit als Senator das Haushaltsdefizit erhöht habe und Kompromisse eingegangen sei. „Das ist jemand, den Washington verändert hat“, sagte Gingrich. „Ich dagegen werde Washington verändern“.

Seite 1:

Wenn sonst nichts hilft, hilft Chuck Norris

Seite 2:

Unentschlossene republikanische Wähler

Kommentare zu " US-Vorwahlen: Wenn sonst nichts hilft, hilft Chuck Norris"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich sehe Chuck - und trotzdem kommt mir das vor wie ein Woody-Allen Film. Wahrscheinlich falscher Film.

  • Und sowas will die Weltpolitik bestimmen?
    Pfui Republikaner. Da sieht man wieder, dass Religionen
    die Menschen ins Verderben bringen

  • Bei diesen geistigen Blindgängern schäme ich mich Katholik zu sein

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%