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US-Wahl 2012: Facebook und Twitter verdienen an Obama und Romney

In den USA gibt es mehr Facebook-Nutzer als Wähler. Daher verlagern auch die Präsidentschaftskandidaten Obama und Romney ihren Kampf in die Sozialen Medien - und Twitter und Facebook machen damit ein gutes Geschäft.

Das Stimmungsbarometer des Kurznachrichtendienstes Twitter. Quelle: dpa
Das Stimmungsbarometer des Kurznachrichtendienstes Twitter. Quelle: dpa

Charlotte, San FranciscoAdam Sharp kommt von dem großen Flachbildschirm gar nicht mehr weg. Seit Stunden erklärt er Politikern, Wahlkampfstrategen und Journalisten, was es mit dem neuen Twitter-Index auf sich hat. "Wir messen, ob Obama und Romney bei unseren Nutzern gerade gut oder schlecht ankommen", sagt er und zeigt auf die Grafikbalken in blau und rot, die rege hin und her schwingen. "Alles über 50 ist positiv für die Kandidaten, alles unter 50 ist negativ." Sharp leitet das Geschäft mit der Politik beim Kurznachrichtendienst Twitter und ist seit Tagen im Dauerstress.

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Der Parteitag der Republikaner in Tampa, Florida, war der erste große Test für Twitter. In dieser Woche, auf dem Parteitag der Demokraten, geht es gleich weiter. Nie zuvor hatten soziale Medien eine solch hervorgehobene Rolle im Präsidentschaftswahlkampf. Facebook betreibt eine Partnerschaft mit CNN, Twitter kooperiert mit Fox News. Beide haben eigene politische Analysewerkzeuge aufgebaut, die in allen großen Medien des Landes Beachtung finden.

Der Handelsblatt-Blog zur US-Wahl State of the Union

Hier bloggen die Handelsblatt-Korrespondenten Astrid Dörner und Nils Rüdel über kuriose Geschichten, peinliche Auftritte, exzentrische Politiker und alles, was den Wahlkampf ums Weiße Haus sonst noch so ausmacht.

Wie Google Plus und Googles Videoplattform Youtube sind sie wichtige Helfer im Kampf ums Weiße Haus, sei es bei der Kommunikation mit Wählern, beim Reagieren auf Angriffe des Gegners oder bei der Analyse, wie politische Ideen bei den Wählern ankommen. "Mit Social Media allein kann man noch keine Wahl gewinnen", sagt Katie Harbath, die bei Facebook die Republikaner um Präsident Barack Obamas Herausforderer Mitt Romney berät. Aber: Eine verpatzte Strategie "kann sicherlich dabei helfen, die Wahl zu verlieren".

Es ist noch immer ungewiss, wer ins Weiße Haus einziehen wird - Barack Obama oder Mitt Romney. Die Infografik zeigt, wer in welchem Bundesstaat bei der Wählergunst vorne liegt.

Die Nutzung der Webdienste hat seit der Wahl 2008 extrem zugenommen. Vor vier Jahren wurden während der beiden Parteitage insgesamt 360 000 politische Kurznachrichten - sogenannte Tweets - über Twitter verschickt. In diesem Jahr sind es in jeder Nacht dreimal so viele. Heute gibt es so viele aktive Facebook-Nutzer in den USA wie wahlberechtigte Amerikaner: rund 200 Millionen.

Im Wahlkampf vor vier Jahren war Obama unangefochtene Spitze, wenn es darum ging, auf neuen Kanälen Wähler zu gewinnen. Heute haben sowohl der Präsident als auch sein Herausforderer Dutzende Wahlkampfstrategen, die sich nur um Facebook, Twitter und Co kümmern und sich von den Mitarbeitern der Unternehmen beraten lassen.

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