Außenpolitik
Romney gibt bei Iran und China den Hardliner

Eins zu eins steht es bei den TV-Duellen im US-Wahlkampf. Heute geht es um die Außenpolitik, wo Amtsinhaber Obama klar im Vorteil sein sollte. Aber er hat einige offene Flanken, die Herausforderer Romney nutzen will.
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Boca RatonAuch an einem der paradiesischsten Orte Amerikas ist die derzeit wohl größte Bedrohung des Weltfriedens ganz nah. An der Autobahn I-95 in Florida, kurz hinter West Palm Beach, erinnert ein riesiges Plakat die Autofahrer daran: „Freunde lassen es nicht zu, dass Freunde mit Atomwaffen bombardiert werden“, heißt es dort. Dazu ist eine Rakete abgebildet, die auf Israel zufliegt. „Iran“ steht auf dem Geschoss, und daneben die Worte: „Stoppt Obama“.

Die Urheber, eine konservative Gruppierung namens „American Principles Super PAC“, haben damit schon mal den Ton gesetzt für das dritte TV-Duell zwischen US-Präsident Barack Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney. Nur wenige Kilometer von dem Plakat entfernt, an der Lynn University in Boca Raton, werden sich die beiden am Abend zum dritten und letzten TV-Duell treffen.

Einziges Thema der Debatte: Außenpolitik. Zu erwarten ist ein 90-minütiger Ritt durch die Probleme und Konflikte der Welt, vom Iran über den Nahost-Konflikt zu Libyen, von Afghanistan über China bis zur Eurokrise. Gut zwei Wochen vor der Wahl ist es für Obama und Romney die letzte Chance, vor einem Millionenpublikum noch einmal Punkte zu machen. Nachdem im ersten TV-Duell Romney klar gewonnen hatte, konnte Obama vergangene Woche seinen Gegner umbertrumpfen. Letzte Umfragen gut zwei Wochen vor der Wahl sehen beide landesweit gleichauf.

Im Wahlkampf geht es zwar vor allem um die Jobkrise, um Steuern oder die hohe Staatsverschuldung. Doch Fragen der Außenpolitik, zum Militär, zur zukünftigen Rolle der Supermacht im Weltgefüge gehen deshalb nicht unter. Die Amerikaner wollen schon wissen, in welche Richtung ihr Oberster Befehlshaber das Land steuern will.

Für Jacques Harouche ist es sogar das wichtigste Thema für seine Wahlentscheidung. „Wir brauchen einen besonnen Mann im Weißen Haus“, sagt der 75-Jährige, ein stämmiger Mann mit freundlichem Blick. Harouche, ein gebürtiger Israeli, steht vor einer Synagoge im Westen Boca Ratons und erzählt, wie er vor 35 Jahren in die USA kam, froh, ein sicheres neues Zuhause gefunden zu haben.

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