Mitt Romney
Mister Wall Street

Bei Wahlkampfspenden aus der Finanzbranche ist Mitt Romney König: Die Wall Street gehört zu den verlässlichsten Gönnern des Kandidaten. Die Branche hatte Obama ins Amt geholfen. Doch dann kam der Bruch.
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New YorkDer Zeitpunkt für die Nachricht war gut gewählt. Am Montag, dem Vortag der zweiten TV-Debatte gegen US-Präsident Barack Obama, sendete Mitt Romneys Wahlkampfteam ein weiteres Zeichen der Stärke in die Welt hinaus: Der Herausforderer habe im September 170 Millionen Dollar an Spenden eingenommen, twitterte Kampagnensprecherin Andrea Saul. „Der beste Monat bislang“. Zwar hat Obama im selben Zeitraum 11 Millionen Dollar mehr kassiert. Doch der Abstand wird kleiner.

Romneys Spendenrekord ist beachtlich, fällt er doch ausgerechnet in jene vier Wochen, in denen die Kandidatur des Republikaners im freien Fall war. Nach mehreren Pannen und dem peinlichen Video, in dem Romney 47 Prozent der Amerikaner in die Nähe von Sozialschmarotzern gerückt hatte, galt der Kandidat vielen schon als Verlierer. Erst nach dem gelungenen TV-Duell Anfang Oktober begann sein neuer Höhenflug, der noch immer anhält.

Beim Spendensammeln kann sich Romney auf eine Gruppe besonders verlassen: die Finanzbranche. Die fünf größten Unterstützer seiner Kandidatur sind laut den unabhängigen Wahlkampf-Beobachtern von opensecrets.org allesamt Banken – Goldman Sachs, Bank of America, JP Morgan, Morgan Stanley und die Credit Suisse. Deren Mitarbeiter spendeten demnach insgeamt zwischen 500.000 und 900.000 Dollar.
In Obamas Top fünf finden sich dagegen Universitäten und IT-Konzerne wie Microsoft und Google – doch kein einziges Finanzinstitut. Rund 40 Millionen Dollar überwiesen Spender aus der Finanz- und Immobilienbranche bislang an Rom Romneys Kampagne – nur 14,5 Millionen an Obama.

Das war einmal anders. Noch im Wahlkampf 2008 hatte die Branche zu den Hauptsponsoren des damaligen Senators aus Illinois im Rennen gegen den Republikaner John McCain gehört. 42 Millionen Dollar waren an den Demokraten geflossen, nur 31 Millionen an McCain. Irgendwo zwischen damals und heute muss es zum Bruch gekommen sein zwischen Obama und der Wall Street.

Das Ungleichgewicht zugunsten Romneys ist zum Teil damit zu erklären, dass er als Gründer und Ex-Chef des Finanzinvestors Bain Capital ohnehin an der Wall Street Sympathien genießt. Ganz zu schweigen von seinem Versprechen, Steuern zu senken und Regulierungen abzuschaffen. Doch Romneys Popularität unter Finanzleuten hat auch einen anderen Grund: die Enttäuschung über Obama.

Kommentare zu " Mitt Romney: Mister Wall Street"

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  • @ grauh94977

    Zu Ihrer Info: Habe einige Jahre in den USA/ Westküste gelebt! ...und zwar sehr gut!

    Also, meine Aussagen basieren auf Erfahrungswerte!

  • Das ist zu kurz gesprungen.
    Falls sie schon einmal in den USofA waren und nicht nur NYC oder den Grand Canyon gesehen haben und gar noch die Post oder die Times gelesen haben,so wissen sie vielleicht ,dass msn im gelobten Land an Krankenhauskosten bankrott gehen kann.
    Das ist einfach ein Skandal.
    Die Gesundheitsreform ist laengst ueberfaellig gewesen.
    Die GOP stellt Obama als Sozialist dar.
    Das ist der groesste Unsinn den ich gehoert habe.
    Genauso koennten sie LBJ in diese Ecke stellen.
    Also nicht von Mr Krauthmmer ,Will ,Beck und Co lesen.
    Es gibt noch viele Leute bei uns ,die Hilfe brauchen.
    Keiner moechte gerne auf Stuetze gehen sondern lieber selbst seinen Lebensunterhalt verdienen.
    Und kein Collegeabgaenger moechte wieder bei Muttern einziehen.
    Soviel vom Sozialismus in den USA.

  • Come on Mitt. Allen transferabhängigen und Leute unter 250.000 $ Jahreseinkommen sollte das Wahlrecht entzogen werden. Dann hätten wir die absolute Mehrheit.

    Thumbs up for Romney. Romney for President.

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