„Sandy“ und der Wahlkampf
Die Stunde des Oberbefehlshabers

Seit der Monstersturm „Sandy“ die USA heimgesucht hat, ist Pause im Wahlkampf - zumindest offiziell. Während sich Präsident Obama als Krisenmanager präsentieren kann, sucht Herausforderer Romney noch nach seiner Rolle. 
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New YorkWenn es um Barack Obama geht, wird Chris Christie normalerweise zum Raubtier. „Für was zur Hölle bezahlen wir ihn eigentlich?“, gehörte noch zu den höflicheren Verwünschungen des schwergewichtigen Gouverneurs von New Jersey in Richtung des US-Präsidenten. Nicht zuletzt wegen seiner berüchtigten Poltereien war der Republikaner Christie Eröffnungs-Redner auf dem Parteitag der Republikaner im August. Er gilt als einer der wichtigsten Unterstützer von Obamas Herausforderer Mitt Romney.

Seit Wochenanfang jedoch ist im Wahlkampf nichts mehr so wie vorher. Am Montagabend war der Hurrikan „Sandy“ über die Ostküste hereingebrochen, kostete mindestens 30 Menschen das Leben und verwüstete ganze Landstriche – besonders in New Jersey. Und so war am Dienstag ein ganz anderer Chris Christie zu beobachten. „Der Präsident“, sagte er, „verdient große Anerkennung“.

Der Gouverneur, sichtlich geschockt von den Zerstörungen und geplagt von einer Grippe, lobte in gleich mehreren TV-Interviews das Krisenmanagement des demokratischen  Präsidenten. Obama und die Katastrophenschutzbehörde FEMA leisteten schnell und unbürokratisch Hilfe, der Präsident sei immer ansprechbar und habe ihm sogar seine Nummer gegeben. Die Leistungen Obamas nannte Christie wahlweise „wunderbar“, „exzellent“ oder „herausragend“.

Im Zeichen der Katastrophe macht der zuletzt immer hysterischer und schmutziger gewordene Wahlkampf Pause. In den TV-Nachrichtensendern werden nicht wie noch vor Tagen stundenlang Umfrageergebnisse oder Zitate auseinandergenommen – es gibt nur ein einziges Thema: „Sandy“. Obama und Romney, die am kommenden Dienstag zur Wahl stehen, versuchen derweil peinlichst den Eindruck zu vermeiden, sie wollten aus der Krise Kapital schlagen.

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Romneys Schwung in den Umfragen ist vorerst gestoppt

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  • Meinen Sie den Romney der im Vorfeld der Wahlen für eine kürzung des Küstenschutz -Eta´s geworben hat?

  • Wenn Sie mit "Rechte" die bürgerlich-konservative Politik meinen, dann braucht Deutschland und USA genau wieder diese Politik. Weg von den Symbolen des "Welt-Messias", der alle Balancen der Welt in Unordnung bringt und der Welt seine kommunistische "new world order" aufdrängen will.

  • Ja klar, bei Bush war alles okay, und Obama hat ruckzuck in 4 Jahren die ganze tolle Infrastruktur, wo die Leitungen unterirdisch verliefen + alle Straßen topp in Ordnung waren, kaputt gemacht.

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