US-Wahl 2016 Trump hasst Verlierer – und ist jetzt selbst einer

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Donald Trump erzürnt die Iowa-Pleite. Öffentlich beschuldigt er daher Ted Cruz, ihm den Sieg in Iowa gestohlen zu haben. Tatsächlich baut Trump aber schon mal für New Hampshire vor.

Ist die Luft schon raus? Trump verliert in Iowa

San FranciscoEs war ein Mittwoch, der es in sich hatte. Zwei Tage nach der Vorwahl von Iowa gaben mit Rand Paul und Rick Santorum zwei Republikaner ihre Präsidentschaftskandidatur auf. Ganz anders indes Donald Trump: Der Provokateur und große Verlierer von Montag lief wieder zu alter Form auf.

Konkurrent Ted Cruz, polterte der Milliardär und republikanische Anwärter auf eine Präsidentschaftskandidatur per Twitter, habe die Vorwahl in Iowa nicht gewonnen. Er habe sie ihm gestohlen.

Tatsächlich hatte das Team des Senators aus Texas wohl ein paar Seiten aus dem Wahlkampfhandbuch der Trump-Organisation kopiert und war mit halbseidenen Behauptungen auf Stimmenfang gegangen. Sie hatten das Gerücht gestreut, der Kandidat Ben Carson plane, nach Iowa aus dem Wahlkampf auszusteigen. Das Kalkül dahinter: Potenzielle Carson-Wähler sollten für Cruz stimmen. Das Gerücht wies Carson später zurück und das Cruz-Team entschuldigte sich brav.

Denn er weiß, was er sagt
Donald Trump
1 von 10

Der Wahlkampf des Milliardärs Donald Trump um das US-Präsidentenamt hat schon einige markante Forderungen hervorgebracht, nun hat Trump erneut mächtig auf den Putz gehauen: Er spricht sich für ein komplettes Einreiseverbot von Muslimen in die USA aus. Trumps Forderung kommt wenige Tage nach einer mutmaßlichen Terrorattacke im kalifornischen San Bernardino, bei der 14 Menschen erschossen wurden. Eine Täterin hatte sich vor der Attacke als Anhängerin der Terrormiliz Islamischen Staat (IS) offenbart. Die beiden Täter waren Muslime. Die Forderung reiht sich ein in eine ganze Sammlung von provokanten Äußerungen des Unternehmers im Wahlkampf...

Waffenrecht
2 von 10

Nach den Pariser Terroranschlägen vom November 2015 sorgte Trump für Aufsehen, als er den strengen Waffengesetzen in Frankreich eine Mitschuld an der hohen Opferzahl gab. „Hätten die Menschen Waffen getragen, wäre es anders verlaufen“, erklärte er bei einem Wahlkampfauftritt in Texas.

Klimaschutz
3 von 10

Anlässlich des Besuchs von Papst Franziskus in den Vereinigten Staaten Ende September sagte Trump, er glaube nicht an die globale Erwärmung und halte den Klimawandel nicht für ein drängendes Problem, sondern ein natürliches Phänomen. Klimaschutz-Auflagen für amerikanische Firmen hält er daher er für falsch.

Mount Denali
4 von 10

Am 29. August 2015 änderte das Geographic Names Information System (GNIS) in Abstimmung mit dem Präsidenten Barack Obama den amtlichen Namen des Berges Mount McKinley aus Respekt vor der indianischen Tradition in „Denali“. Es ist der höchste Berg Nordamerikas. Donald Trump kündigte an, im Falle seines Wahlerfolgs die Umbenennung des Berges zu revidieren.

Gleichgeschlechtliche Ehe
5 von 10

Trump kann jedoch auch anders. Obwohl er sich gegenüber der gleichgeschlechtlichen Ehe generell kritisch zeigt, erklärte er, die Entscheidung des Supreme Courts über die Öffnung der gleichgeschlechtlichen Ehe solle bei den einzelnen Bundesstaaten belassen werden. Nach dem Urteil des Supreme Court zur völligen Gleichstellung mit der heterosexuellen Ehe in den USA teilte er mit, die Entscheidung müsse nun akzeptiert werden und tauge nicht mehr als Wahlkampfthema.

Gleichgeschlechtliche Ehe
6 von 10

In diesem Zusammenhang forderte er Anfang September 2015 die Verwaltungsbeamte Kim Davis aus Kentucky auf, künftig nicht länger die Ausfertigung von Heiratsurkunden an homosexuelle Paare zu verweigern. Davis hatte durch ihre Weigerung für internationales Aufsehen gesorgt und war wegen ihres Verhaltens zeitweise inhaftiert worden. Andere Präsidentschaftskandidaten wie Mike Huckabee unterstützten Davis jedoch öffentlich und kritisierten Trump für seine Haltung.

Gegen Einwanderer
7 von 10

Als Schutz gegen illegale Einwanderer aus Mexiko möchte Trump eine Mauer entlang der gesamten mexikanisch-amerikanischen Grenze bauen lassen „Wenn Mexiko seine Leute rüberschickt, dann schicken sie nicht ihre Besten. Sie schicken Leute, die viele Probleme haben. Sie bringen Drogen. Sie bringen Verbrechen. Sie sind Vergewaltiger. Und einige, nehme ich an, sind gute Menschen“, wetterte er gegen mexikanische Einwanderer.

Damit könnte man die Sache zu den Akten legen. Doch am 9. Februar ist bereits die nächste Wahl, und zwar in New Hampshire. Und da will Trump die nächste Schlappe verhindern.

Der Immobilien-Tycoon wetterte öffentlich gegen Cruz, dieser habe ihn mit seiner Aktion um den Sieg gebracht. Trump versucht so schon einmal Boden gut zu machen für den Fall, dass es in dem kleinen Bundesstaat vielleicht doch nicht so gut laufen sollte, wie die Umfragen nahelegen.

Trump hasst Verlierer

Laut der University of Massachusetts Lowell führt Trump einsam in der Beliebtheitsskala mit 38 Prozent vor Cruz, der bei 14 Prozent liegt, und Marco Rubio, der auf zwölf Prozent kommt. In Iowa hatte Trump dagegen den Atem von Rubio schon im Nacken gespürt. Nur ein Prozentpunkt hatte die beiden Kontrahenten getrennt.

Trumps Problem ist: Er hasst Verlierer. Und der zweite Platz hinter Ted Cruz in Iowa hat ihn schlicht zum ersten Verlierer gemacht. Jetzt ist in sein Weltbild zumindest argumentativ wieder Ordnung eingekehrt: Er hätte gewonnen, wenn Cruz nicht „foul“ gespielt hätte.

New Hampshire ist ein eher verschlafener Bundesstaat der USA in Neuengland mit 1,3 Millionen überwiegend weißen Bürgern, berühmt für seine wildromantischen Landschaften und beliebt für Wasser- und Wintersport. Und für die Eigenwilligkeit und Freiheitsliebe seiner Bürger.

Laut der jüngsten Umfrage von Harper Polling liegt hier der New Yorker Geschäftsmann mit 31 Prozent Zustimmung bei der republikanischen Wählerbasis vorn. Mit 14 Prozent führt Jeb Bush, Bruder von Ex-Präsident George W. Bush, das Verfolgerfeld an, danach folgt John Kasich. Iowa-Sieger Ted Cruz kommt laut der Statistik auf harperpollling.com auf neun Prozent und liegt auf dem fünften Platz noch hinter Marco Rubio mit zehn Prozent.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Sanders deutlich vor Clinton
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: US-Wahl 2016 - Trump hasst Verlierer – und ist jetzt selbst einer

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%