100-Tage-Plan
Trump will Frauen verklagen

Im Falle seiner Wahl zum US-Präsidenten will Donald Trump aus dem TPP aussteigen, Nafta neu verhandeln, Abschiebungen beginnen. Zudem will er nach der Wahl alle Frauen verklagen, die ihm sexuelle Belästigung vorwarfen.

Gettysburg/Los Angeles17 Tage vor der Präsidentschaftswahl hielt Kandidat Donald Trump eine Rede, in der er für den Fall seiner Wahl unter anderem einen Ausstieg aus Handelsabkommen ankündigte. Trumps Rede wurde als Möglichkeit für den Republikaner gesehen, seine Agenda für die ersten 100 Tage im Amt vorzustellen, sollte er am 8. November die Präsidentschaftswahl gewinnen. Doch ergriff er zunächst die Gelegenheit, einmal mehr zu versuchen, seine Beschuldigerinnen zu diskreditieren.

Jede Frau habe gelogen, als sie nach vorn getreten sei, um seiner Kampagne zu schaden, sagte Trump. Seit der Veröffentlichung einer Aufnahme aus dem Jahr 2005, in der der frühere Reality-TV-Star Trump sexuell aggressive Kommentare über Frauen macht, haben ihm zehn Frauen öffentlich ungewollte Avancen oder sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Trump hat alle Vorwürfe bestritten und der Kampagne seiner Rivalin Hillary Clinton sowie der Demokratischen Partei vorgeworfen, dafür verantwortlich zu sein.

Erstmals kündigte er an, dass er die Frauen, die in den vergangenen Tagen mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen ihn an die Öffentlichkeit gegangen worden, nach der Wahl verklagen werde. „Jede dieser Lügnerinnen wird verklagt, sobald die Wahl vorbei ist“, kündigte Trump am Samstag in einer Rede in Gettysburg im US-Staat Pennsylvania an. „Ich freue mich so darauf, das zu tun.“

Noch am selben Tag ging eine weitere Frau ist mit Belästigungsvorwürfen gegen Trump an die Öffentlichkeit. Mit der prominenten Rechtsanwältin Gloria Allred an ihrer Seite berichtete sie am Samstag in Los Angeles von einer Begegnung mit Trump am Rande eines Golfwettbewerbs vor zehn Jahren in Lake Tahoe. Dabei habe er sie und zwei Begleiterinnen in seiner Suite „gepackt“ und ohne ihre Einwilligung geküsst.

Zu Trumps Klagedrohungen sagte Allred, die Frauen würden sich nicht durch Drohungen einschüchtern lassen. Sie wies darauf hin, dass Trump in etwaigen von ihm angestrengten Verfahren selber unter Eid aussagen müsste. „Seien Sie vorsichtig mit dem, was Sie sich wünschen, Mr. Trump“, sagte die Anwältin.

Trumps Drohung mit Klagen überschattete den geplanten Fokus seiner Rede im historischen Gettysburg. Dort hatte der damalige Präsident Abraham Lincoln im Jahr 1863 seine historische Rede über die Prinzipien Freiheit und Gleichhalt gehalten hatte.

Erneut warf der Republikaner den Medien und der Demokratin Clinton vor, Lügen zu verbreiten, um ihn um einen Wahlsieg zu bringen. Gemeinsam versuchten sie, „den Geist der Wähler zu vergiften“. In seiner Ansprache hielt der Republikaner auch an seinem Glauben fest, dass die Wahl zu seinem Nachteil manipuliert sei. „Ein großer Teil der Wahlmanipulation besteht darin, dass Hillary kandidieren darf, obwohl sie so oft so viele Gesetze gebrochen hat“, sagte Trump.

Für den Fall seines Wahlsiegs will Trump die US-Medien schwächen. Sie stellten eine Machtstruktur dar und arbeiteten sowohl gegen ihn als auch gegen die Wähler, sagte Trump am Samstag. Er würde dem Telekomkonzern AT&T nicht gestatten, den Konzern Time Warner und damit CNN zu kaufen. Dann liege zu viel Macht in den Händen von zu wenigen. Trump will zudem die Übernahme von NBC Universal durch Comcast 2013 rückgängig machen. "Geschäfte wie diese zerstören die Demokratie", sagte Trump vor seinen Anhängern.

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