Battleground States
Die umkämpften Staaten von Amerika

Am Tag vor der Wahl eilen Hillary Clinton und Donald Trump von Termin zu Termin. Im Fokus: die Battleground States. Wie ist dort die Lage? Und wie könnte der Weg zum Sieg für beide Kandidaten aussehen? Ein Überblick.
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WashingtonNach dem Quasi-Freispruch für Hillary Clinton in der E-Mail-Affäre ist die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten mit neuem Schwung in den Vortag der Wahl gestartet. Am Montag plante Clinton noch einmal vier Wahlkampfauftritte in den Bundesstaaten, in denen sich in den Umfragen noch keine Mehrheit für sie oder ihren republikanischen Herausforderer Donald Trump gezeigt hat. Als Höhepunkt steht am Abend ein Auftritt in Philadelphia, Pennsylvania, an der Seite ihres Mannes Bill Clinton, Präsident Barack Obama, seiner Frau Michelle und Rockstars wie Bruce Springsteen und Jon Bon Jovi an.

Zudem ist Clintons Parteifreund Obama unterwegs, an diesem Montag steht unter anderem Michigan und New Hampshire auf dem Plan. Auch Trump ist in einem letzten Kraftakt unterwegs. Allein ab Sonntagnachmittag hielt der Unternehmer in Michigan, Pennsylvania und Virginia Wahlkampfreden. Darüber hinaus stehen Stopps in Florida und North Carolina an.

Aktuelle Umfragen sehen Clinton USA-weit in Führung, das Portal Realclearpolitics etwa sieht die Demokratin im Schnitt mit zwei Punkten vorne. Die Wahrscheinlichkeit, dass Clinton gewinnt, schätzt der Statistik-Guru Nate Silver auf 65,5 Prozent ein, einen Trump-Sieg auf 34,5 Prozent.

Letztlich kommt es aber auf die Battleground States an. In einigen wenigen Staaten hatte sich wegen der negativen Schlagzeilen über Clinton das Gewicht zuletzt etwas zugunsten von Trump verschoben, seit dem Wochenende scheint jedoch Clinton wieder Schwung bekommen zu haben.

Die umkämpften Staaten stehen deshalb so im Fokus, weil die Amerikaner ihren Präsidenten nur indirekt wählen. Entscheidend ist am Ende nicht die absolute Stimmenzahl, sondern die Zahl der Wahlmänner, die stellvertretend den Präsidenten wählen. Der Kandidat, der am Wahltag einen Bundesstaat gewinnt, erhält alle Wahlmänner dieses Staates zugesprochen. Die Anzahl richtet sich nach der jeweiligen Bevölkerungszahl. Die meisten Wahlmännerstimmen – 55 – hat Kalifornien zu vergeben, das seit Jahrzehnten eine sichere Bank für die Demokraten ist. Dahinter folgt Texas, das traditionell republikanisch wählt, mit 38 Stimmen.

Die benötigte Mehrheit im Wahlmännergremium liegt bei 270. Clinton hat einen Tag vor der Abstimmung laut Realclearpolitics 203 Wahlmänner sicher, Trump 164. Insgesamt 171 Stimmen aus den Battleground States seien aber noch nicht zuzuordnen.

Somit entscheidet sich die US-Präsidentschaftswahl in wenigen Staaten, die in der Vergangenheit mal für die eine, mal für die andere Partei gestimmt haben. Die „New York Times“ hat insgesamt 1024 Pfade zum Sieg ermittelt: 693 für Hillary Clinton und 315 für Donald Trump. Beim Rest könnte es auf Unentschieden herauslaufen – unwahrscheinlich, aber möglich. In einem solchen Fall müsste der Kongress dann entscheiden.

Besonders wichtig sind dabei am Dienstag fünf Staaten: Florida, Pennsylvania, North Carolina, Colorado und New Hampshire. Wie könnten Clinton und Trump über Siege in diesen Staaten am Dienstag den Gesamtsieg holen? Hier die zwei meist diskutierten Modelle:

Clinton: Zentral für den Wahlausgang ist Florida. Gewinnt Clinton dort, reicht ihr ein Sieg in Pennsylvania PLUS in North Carolina ODER Virginia ODER Wisconsin ODER Colorado. Verliert Clinton in Florida, braucht sie Pennsylvania UND North Carolina UND Virginia UND Wisconsin, hätte aber auch noch andere Möglichkeiten.

Trump: Sein direktester Weg wären Siege in Florida, Pennsylvania, Ohio und North Carolina ODER Virginia. Gelingt das so nicht, wird es kompliziert. Dann kommen auch Wisconsin, Colorado und Iowa ins Spiel.

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