Bloomberg und Ackman
Milliardäre unter sich

Der US-Vorwahlkampf hat so recht keinen Kandidaten, der der Geschäftswelt gefallen könnte. Hedgefonds-Manager Bill Ackman legt sich für Michael Bloomberg als US-Präsident ins Zeug. Ob er ihm damit einen Gefallen tut?

New YorkEr hat es schon einmal getan: Im vergangenen Oktober bezeichnete Bill Ackman Michael Bloomberg als idealen Kandidaten für das Weiße Haus. Jetzt legt er nach mit einem langen Gastbeitrag in der „Financial Times“.

Seine These: „Amerika brennt“. Und der geeignete Feuerwehrmann ist seiner Meinung nach Michael Bloomberg, Gründer des gleichnamigen Konzerns. Ackman beschreibt mit überschäumender Bewunderung, wie der steinreiche Unternehmer New York nach vorne gebracht hat, nachdem er 2002 Bürgermeister der Stadt wurde.

„Die Stadt hat gebrannt – buchstäblich“, schreibt Ackman. „Unsere Wirtschaft war zusammen gebrochen und die öffentlichen Finanzen waren ruiniert.“ Bloomberg schuf in den folgenden Jahren Zehntausende Jobs, verwandelte das Milliardendefizit der Stadt in einen Überschuss und machte New York zu einer der sichersten Städte der Welt, fährt Ackman fort.

Es kommt nicht häufig vor, dass Hedgefonds-Manager sich mit derartigen Lobeshymnen in die Politik einmischen. Sonst mischt sich Ackman eher in die Geschäfte von Unternehmen ein, mit Vorliebe in der Pharmabranche, und erzielt daraus mitunter Milliardengewinne – im vergangenen Jahr lief es freilich nicht so gut, und sein Hedgefonds landete in den roten Zahlen.

Ackman hat nicht Unrecht mit seinem Lob. Bloomberg war nicht bei allen New Yorkern beliebt, nicht alle Verdienste, die man ihm zuschreibt, hat er alleine erreicht. Aber wer einen einigermaßen klaren Blick hat, wird ihm Respekt zollen für seine Leistung. Und wenn die Alternative im Weißen Haus Leute wie Ted Cruz oder Donald Trump wären – nun, da fiele die Wahl nicht schwer.

Ackman schreibt, dass bei einem unklaren Wahlausgang das Repräsentantenhaus den Präsidenten aus den drei Kandidaten mit den meisten Stimmen wählen kann, und er glaubt, es würde Bloomberg den Alternativen Cruz, Trump, Clinton oder Sanders auf jeden Fall vorziehen.

Der Vorstoß ist ungewöhnlich. Zunächst einmal hat Bloomberg sich noch gar nicht entschieden, ob er als Unabhängiger antreten will. Er wartet wohl ab, welche Kandidaten sich bei den beiden großen Parteien durchsetzen. Und ob noch mehr Lobeshymnen von anderer Seite kommen.

Die Frage ist: Tut Ackman Bloomberg mit seinem Lob einen Gefallen? Hier setzt sich ein Milliardär für den anderen ein, und Milliardäre stehen nicht an der Spitze der Beliebtheitsskala in Amerika. Wenn Donald Trump Hedgefonds-Manager als Leute bezeichnet, die nur Papier hin und her schieben und damit einen Haufen Geld verdienen, dürfte er selbst bei Leuten Zustimmung ernten, die ihn ansonsten nicht ausstehen können.

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