Briten zur US-Wahl
„Brexit plus plus plus“

Der Triumph Donald Trumps erinnert viele in Großbritannien an den Tag, an dem der Brexit entschieden wurde. Die Folgen der amerikanischen Entscheidung könnten aber deutlich gravierender und weitreichender sein.
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LondonAls Donald Trump Anfang dieser Woche vorhersagte, die US-amerikanischen Wähler würden eine Art „Brexit plus plus plus“ abliefern und ihn zum nächsten Präsidenten des Landes machen, haben viele in London, vor allem in der Finanzbranche, dies als eine seiner üblichen Überspitzungen abgetan. Seit diesem Mittwochmorgen ist klar: Sein Vergleich war gar nicht so weit hergeholt.

Das lässt Brexit-Befürworter wie Nigel Farage von der rechtspopulistischen Ukip-Partei jubeln: „Es sieht so aus, als ob 2016 das Jahr zweier großer politischer Revolutionen sein wird“, schrieb Farage über den Kurznachrichtendienst mit Blick auf das Brexit-Votum und den Ausgang der US-Wahlen. Aber der Sieg Trumps werde größer ausfallen als Brexit. Farage beglückwünschte den neuen Präsidenten auf der anderen Seite des Atlantiks zu seinem „unerschrockenen Kampagne“, die er erfolgreich zu Ende gebracht habe.

Anderer Politiker auf der Insel äußerten sich deutlich verhaltener: „Ich bin mir nicht sicher, was mir mehr Angst macht: Trump, der tatsächlich US-Präsident wird, oder die USA, die jemanden wie Trump wählen“, twitterte der schottische Abgeordnete Callum McCaig. Und die britische Labour-Abgeordnete Jess Phillips sagte: „Wir werden möglicherweise alle toben.“ Aber es werde nicht helfen.

Nicola Sturgeon, Schottlands Regierungschefin, räumte offen ein: Es sei nicht der „Wahlgang, den ich wollte“. Dennoch gratulierte sie Trump zu seinem Überraschungssieg. Ähnlich wie Großbritanniens Premierminister Theresa May: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, sagte sie, und darauf, dass man eine besondere Beziehung zu den USA habe und auf dieser Basis, „Sicherheit und Wohlstand der Nationen sicherstellen“ werde.

Noch im vergangenen Jahr hatte sich May kritisch zu Trump geäußert. Damals war sie Großbritanniens Innenministerin. Sein Vorhaben, Muslimen die Einreise in die USA zu verbieten, nannte May damals „polarisierend und falsch“.

Einige andere britische Politiker drückten am Mittwoch vor allem ihre Sorgen über die Zukunft der Nato aus angesichts der US-Entwicklung. Julian Knight, ein Tory-Abgeordneter, gehört zu den wenigen, die sich etwas hoffnungsvoll geben und fragen: Ob mit Trump die Chancen auf einen guten und baldigen Handelsdeal zwischen den USA und Großbritannien steigen?

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