Clinton gegen Sanders
Typisch USA – Geld entscheidet die Wahl

Knapp ging es zu bei der Vorwahl in Iowa zwischen den Demokraten Clinton und Sanders. In einigen Bezirken musste der Gewinner per Münzwurf ermittelt werden. Dabei hatte Hillary Clinton das Glück auf ihrer Seite.
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Des MoinesDas zähe Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Hillary Clinton und Bernie Sanders im ersten Vorwahlstaat Iowa zwingt die Demokraten mancherorts zu ungewöhnlichen Methoden: In einigen Bezirken wurde am Montagabend (Ortszeit) per Münzwurf ermittelt, welchem der Kandidaten ein zusätzlicher Bezirksdelegierter zugeteilt werden sollte. Dabei unterlag in allen bekannten Fällen Sanders, der gegen den Einfluss des Geldes auf die Politik zu Felde zieht, wie die Zeitung „Des Moines Register“ berichtete.

Das Prozedere ist selten, aber altbewährt. Die Parteiverantwortlichen greifen darauf zurück, wenn die Kandidaten bei der Wahlversammlung in der Gunst der Anhänger gleichauf liegen, die Zahl der zu vergebenden Delegierten aber ungerade ist.

Wie das „Des Moines Register“ berichtete, fiel die Münze in den Wahlbezirken Davenport und Des Moines zugunsten von Clinton. Auf das gleiche Prozedere griffen Parteivertreter zudem zurück, um einen Disput zwischen ihrem Lager und dem Kampagnenteam von Sanders im Bezirk Ames zu klären. Auch diesen Münzwurf entschied Clinton für sich.

Der Sprecher der Demokraten in Iowa, Sam Lauf, betonte allerdings, dass mit dem Vorgehen die Bezirksdelegierten bestimmt werden, die nur einen Bruchteil der Staatsdelegierten ausmachen, die einem Kandidaten zufallen.

Im Kreis Polk County zeigte sich der örtliche Parteivorsitzende Tom Henderson genervt darüber, dass die Ergebnisse aus einigen Bezirken nicht schnell gemeldet worden seien. Bis Mitternacht (Ortszeit) habe er die Resultate in 166 der 167 Bezirke im größten Landkreis des Staates Iowa ermitteln lassen müssen.

Schließlich sei jemand entsandt worden, um an die Haustür des Vorsitzenden des noch ausstehenden Bezirks zu klopfen. „Ich bin frustriert, weil wir die Dinge für gewöhnlich besser hinkriegen“, sagte Henderson.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Clinton gegen Sanders: Typisch USA – Geld entscheidet die Wahl"

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  • Geld entscheidet die Wahl - Und das nennt man nun Demokratie...

    Dieses Land drückt seit Jahrzehnten Ländern auf der gesamten Welt seinen sog. "way of life" auf. Der Welthandel soll nur in USD abgewickelt werden. Und wehe nicht, davon können der Irak und Libyen ein Lied singen. TTIP ist zugunsten der US-amerikanischen Unternehmen kreiert worden. Deutschland wird dazu gezwungen "Kriegs"flüchtlinge aufzunehmen. Da werden Diktaturen militärisch bekämpft (direkt und indirekt in dem die militante Opposition finanziert wird) damit es den Völkern angeblich besser gehen soll... (ohne natürlich eigene Interessen haben zu wollen).

    Kann denn niemand die USA endlich aufhalten? Dieser Wahnsinn muss doch gestoppt werden. Möge der Rest der Welt, der noch nicht US-amerikanisch verseucht ist, sich endlich gemeinschaftlich dagegen zur Wehr setzen.

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