Clinton und Sanders
Gemeinsam gegen Trump

Nun also doch: Bernie Sanders verbündet sich mit Hillary Clinton, um Donald Trump zu stoppen. Nur: Werden ihm seine Anhänger folgen?

WashingtonHillary Clinton hat lange auf diese Sätze warten müssen: „Secretary Clinton hat den demokratischen Vorwahlprozess gewonnen, und ich gratuliere ihr dazu“, sagt der weißhaarige Mann neben ihr. „Sie wird die demokratische Präsidentschaftskandidatin sein, und ich habe vor, alles mir Mögliche zu tun, um sicherzustellen, dass sie die nächste Präsidentin der Vereinigten Staaten wird.“

Bernie Sanders hat es also getan. Bei einem gemeinsamen Wahlkampfauftritt in New Hampshire hat er Clinton am Dienstag zur Wahl empfohlen. Spät, aber gerade noch rechtzeitig, um die Gefahr zu bannen, dass der in eineinhalb Wochen beginnende Nominierungsparteitag der Demokraten von Flügelkämpfen überschattet wird. Sanders hat Clinton dafür einiges abgerungen: Sie ist weit nach links gerückt, um dem Sozialisten entgegenzukommen.

Auch sie verspricht nun, den Einfluss der Großspender auf die Politik zu beschneiden, den Mindestlohn auf 15 Dollar anzuheben und kostenlose Bachelor-Studiengänge an staatlichen Universitäten einzurichten. Zudem gelobt sie, keine „schlechten Freihandelsverträge“ zu schließen, womit sie inzwischen auch den Pazifikpakt TPP meint – vor nicht allzu langer Zeit hatte sie diesen als „Goldstandard“ angepriesen.

Sanders kann für sich in Anspruch nehmen, die demokratische Partei, der er noch nicht einmal seit einem Jahr angehört, neu ausgerichtet zu haben. Dennoch war es nicht leicht für ihn, seine Niederlage zu akzeptieren. Er fühlte sich als moralischer Sieger des Vorwahlkampfs. Seine Außenseiter-Kampagne sah er als Beginn einer „politischen Revolution“, die Amerika grundlegend verändern sollte.

Sanders hat alle überrascht, die Parteiführung der Demokraten, die Medien, vielleicht sogar sich selbst. Der 74-jährige Senator aus Vermont hat sich in ein Idol der linken Jugend verwandelt. Klassenkampf ist cool geworden.

Doch nun beugt sich Sanders dem Establishment, unterwirft sich der Machtmaschine der Clintons. Warum? Die schlichte Antwort lautet: Donald Trump. Die Sorge vor einem Triumph des Rechtspopulisten treibt Sanders in Clintons Arme. „Wir schließen uns zusammen, um eine Zukunft zu schaffen, an die wir glauben können“, jubelt Clinton und zitiert dabei aus Sanders Repertoire.

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Kampf um Jungwähler

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