Donald Trump auf dem Parteitag „Wir können nicht mehr so politisch korrekt sein“

Mehr Sicherheit und weniger Einwanderung: Das verspricht Donald Trump den Amerikanern in einer Grundsatzrede. Der republikanische Präsidentschaftskandidat setzt auf die Stimmen Millionen demokratischer Wähler.

Trump hat gut lachen

Cleveland/San FranciscoGemessenen Schrittes trat er von links auf die Bühne. Eine kurze Umarmung für seine Tochter Ivanka Trump, die ihn angekündigt hatte, dann genoss Donald J. Trump die Ovationen seiner Anhänger und ihre „Wir wollen Trump“-Sprechchöre. Dann sprach er die magischen Worte: „Demütig und dankbar nehme ich die Nominierung als Kandidat für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten an“.

Amerika ist seit Donnerstagabend nicht mehr wie es war. Der Quereinsteiger in die Politik, verlacht und selbst von der eigenen Partei lange als Polit-Clown verhöhnt, ist einer von zwei Kandidaten, die um das mächtigste Staatsamt der Welt ringen. Dieses Ziel hat der Unternehmer aus New York allen Unkenrufen zum Trotz erreicht. Er hat 16 Gegenkandidaten, langjährige Berufspolitiker, niedergekämpft und sich eine ganze Partei gefügig gemacht. Ihr Widerstand ist gebrochen, aber noch hat er nicht ihre volle Unterstützung.

Denn wenn es das Ziel des am Donnerstag beendeten Parteitags war die Partei zu einen, dann hat Donald Trump das Klassenziel verfehlt. Eine von Wut, Ärger, Emotionen und Anfeindungen dominierte Veranstaltung ging nach vier Tagen zu Ende. Eine Veranstaltung, der viele der Parteioberen ferngeblieben sind.

Ted Cruz ist „kein kleines Hündchen“

Aggression und Negativismus waberten wie ein beständig berauschender Alkoholdunst durch die Quicken-Loans-Arena. „Lock her up, lock her up“, skandierten 25.000 republikanische Parteimitglieder an die Adresse von Hillary Clinton, „sperrt sie ein, sperrt sie ein“. TV-Bilder zeigten „Hillary for Prison“-Schilder.

Wenn man den Rednern der vergangenen vier Tage Glauben schenken mag, ist Amerika in einem elenden Zustand – ausgenommen die republikanisch regierten Staaten, die sind fantastisch. Ansonsten verrotten Brücken und Straßen, verängstigt eine außer Kontrolle geratene Kriminalität die Menschen, lockt die Regierung in Washington lieber Terroristen und illegale Einwanderer an, war gebetsmühlenartig wieder zu hören.

Jeder Vorwurf gegen den Präsidenten und die demokratische Kandidatin Hillary Clinton war ein willkommener Anlass für Jubel auf den Rängen. Der negative, destruktive Charakter des Tages, der bezeichnenderweise den Titel trug „Make America One Again“ – vereinige Amerika wieder –, war so überwältigend, dass sich Tom Barrett, ein Geschäftspartner von Trump, zu Beginn seiner Ansprache genötigt sah, erst einmal eines festzustellen: „Ihr werdet heute nichts Negatives über Hillary Clinton von mir hören. Nur Positives über Donald Trump.“

Doch das war die Ausnahme von der Regel beim Treffen einer noch immer zutiefst gespaltenen Partei. Selbst Ted Cruz, Senator aus Texas, kartete am Morgen nach seiner von Tumulten und Buhrufen begleiteten Rede, bei der er Trump die Unterstützung verweigert hatte, noch einmal nach.

Er werde jemanden, der seine Frau und seinen Vater angegriffen habe niemals unterstützen, wütete er bei einem Treffen mit texanischen Delegierten. Das gemeinsame Versprechen aller Bewerber, den endgültigen Kandidaten zu unterstützen, sei kein „Blankoscheck“. Er sei kein „kleines Hündchen“, das einfach hinterherlaufe.

Das ist die neue Familie im Weißen Haus
Familie Trump bei Siegeskundgebung
1 von 19

Der 45. Präsident der USA heißt Donald Trump – und die First Lady Melania. Für den Wahlsieger spielte seine Familie eine wichtige Rolle im Wahlkampf. Denn Donald Trump misstraut den meisten politischen Beratern. Nur seine engsten Angehörigen dürfen ihm ihre Meinung sagen und Ratschläge abgeben. Ob er auch als nächster Präsident der USA auf seine Familie setzt? Die neue Familie im Weißen Haus im Überblick.

Ivanka Trump
2 von 19

Trumps Tochter Ivanka zeichnete im Wahlkampf ihres Vaters das Bild eines Menschen mit unglaublichen Fähigkeiten für die USA. Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter soll so stark sein, dass sich US-Medien zeitweise ernsthaft mit der Möglichkeit beschäftigten, dass Trump seine Tochter zu seiner Stellvertreterin ernennen könnte. Die 34-Jährige zielte vor allem auf weibliche Wähler ab. Sie hat Wirtschaft studiert und führt gemeinsam mit Donald und Eric das operative Geschäft bei der Trump Organization. Ivanka Trump ist die Tochter von Trumps Ex-Frau Ivana.

Donald Trump Jr
3 von 19

„Es ist mir eine Ehre, heute Abend in der Lage zu sein, Donald Trump über die nötige Hürde der Delegiertenstimmen zu verhelfen.“ Das sagte Donald Trump Jr. in Cleveland bei der Bekanntgabe der Delegiertenstimmen aus Trumps Heimatstaat New York. Diese verhalfen dem Präsidentschaftskandidaten formal zur Mehrheit in den Vorwahlen. „Glückwunsch, Dad. Wir lieben dich!“, rief er. Donald Trump Jr. ist der älteste Sohn des Kandidaten und Vizepräsident der Trump Organization. Studiert hat er genauso wie seine Halbschwester Tiffany in Philadelphia. Trump ist seit 2005 mit Vanessa Haydon verheiratet und hat fünf Kinder.

Tiffany Trump
4 von 19

Trumps jüngste Tochter, Tiffany Trump, empfahl ihren Vater in ihrer Parteitagsrede als „natürlichen Mutmacher.“ Er habe sie dazu motiviert, ihr Bestes zu geben, sagte die 22-Jährige. Vor den Delegierten legte sie während der Vorwahlen zudem Zeugnis über den Charakter ihres Vaters ab...

Tiffany Trump
5 von 19

Es sei Trumps Art, nie zurückzuweichen oder sich von Angst blockieren zu lassen, sagte Tiffany Trump. Ihr Vater würde nie jemandem raten, Ansprüche herunterzuschrauben oder einen Traum aufzugeben. Die 22-Jährige ging aus der Ehe mit der Schauspielerin Marla Maples hervor, mit der Donald Trump von 1993 bis 1999 verheiratet war. Tiffany Trump hat in diesem Jahr ihren Abschluss an der Universität von Pennsylvania gemacht. Ihr gehören drei Trump-Gebäude.

Eric Trump
6 von 19

Auch Eric Trump hielt eine Rede auf seinen Vater. Er ist der Sohn von Ivana Trump, der ersten Ehefrau des Milliardärs.

Eric Trump
7 von 19

Seine Ehefrau Lara Yunaska stand ihm bei jeder Wahlkampfveranstaltung seines Vaters zur Seite. Eric ist der Sohn von Ivana Trump, Trumps erster Ehefrau. Im Jahr 2012 wurde Eric vom „Forbes“-Magazin zu einem der Top 30-Immobiliengurus gekürt. Er leitet gemeinsam mit seinen Geschwistern das Trump-Imperium und ist Gründer.

Trump-Unterstützer wie Chris Christie und Newt Gingrich hatten dafür wütende Antworten parat, aber Trump selbst blieb ungewöhnlich ruhig. „No big deal“, unwichtig, twitterte er nur. Es war klar, dass er einen solch bedeutsamen Tag nicht mit Streit und verbalen Ausfällen beginnen durfte.

„Amerikanismus, nicht Globalisierung“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%