Donald Trump gewinnt US-Wahl Der unvorstellbare Präsident

Sollte Donald Trump als US-Präsident auch nur einen Teil seiner Ankündigungen umsetzen, wird auf dieser Welt nichts mehr so sein, wie es einmal war – nicht geopolitisch, nicht ökonomisch, nicht kulturell. Ein Kommentar.
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Amerika bekommt einen Präsidenten, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Quelle: dpa
Donald Trump

Amerika bekommt einen Präsidenten, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt.

(Foto: dpa)

WashingtonDie globalen Finanzmärkte geraten ins Trudeln, die politische Welt hält den Atem an: Donald Trump wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Nach einem quälend langen und irritierenden Wahlkampf, der der größten Demokratie ein Stück weit die Würde genommen hat, wählen die Amerikaner ausgerechnet jenen Mann, der den größten Beitrag dazu geleistet hat.

Sollte Trump auch nur einen Teil seiner Ankündigungen umsetzen, wird auf diesem Planeten nicht mehr so sein, wie es einmal war - nicht geopolitisch, nicht ökonomisch und auch nicht kulturell. Freihandelsabkommen will er kündigen, ebenso die Beistandsklausel der Nato. Den Islamischen Staat will er innerhalb weniger Wochen „restlos wegbomben“, Autokraten wie Putin die Hand reichen. Immigranten des Landes verweisen.

Sein politisches Programm – wenn man das so nennen mag – ist derart erratisch, dass niemand diesen Milliardär aus New York lange Zeit wirklich ernst nahm. Jetzt wird er tatsächlich die Führungsmacht der freiheitlichen Welt anführen.

Die entscheidende Frage wird jetzt sein, ob Trump seine kruden Vorstellungen durchsetzen kann. Die Voraussetzungen sind da: Die Republikaner haben die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat. Und die Verfassung gibt dem Präsidenten ohnehin ein hohes Maß an Durchgriffsrechten.

Trump ist kein Mann des Systems. Er kennt nicht einmal die entsprechenden Leute des Systems, die er als Berater einstellen könnt, sollte er es denn überhaupt wollen. Niemals war der künftige politische Kurs Amerikas unklarer als jetzt. Gewiss ist nur die Ungewissheit. Auch sein erster Auftritt nach dem Wahlsieg gibt Rätsel auf. Plötzlich schlug der Demagoge erstaunlich moderate Töne an.

Bleibt die Frage nach den Ursachen für Trumps überraschenden Erfolg. Trump ist kein Betriebsunfall der amerikanischen Geschichte. Der Milliardär hat sich in dem demokratischsten aller Prozesse durchgesetzt. Er hat den Marathon der Vorwahlen gewonnen, er lag nach unzähligen Wahlkampfauftritten bis zum Wahltag in den Umfragen fast gleichauf mit Clinton. Jetzt hat er gesiegt. Vor ein paar Monaten hätte das kaum jemand für möglich gehalten.

Und dieser Erfolg Trumps hat Gründe. Trump ist es gelungen, Kräfte zu entfesseln, die schon lange unter der Oberfläche schlummerten. Sein Aufstieg ist Symptom der Zerrissenheit der Republikanischen Partei und verkörpert die tiefen Probleme in der amerikanischen Gesellschaft als Ganzes.

Die Verantwortung? Liegt bei den Parteien
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63 Kommentare zu "Donald Trump gewinnt US-Wahl: Der unvorstellbare Präsident"

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  • So wie der 9. November 1989 den letzten Epochenwandel markiert, so könnte der 9. November 2016 erneut eine Zeitenwende bedeuten. Zu den Auswirkungen der Wahl von Donald Trump zum nächsten Präsidenten der USA gibt es bislang mehr Fragezeichen als belastbare Antworten. Und doch signalisieren bereits die Botschaften „America First“ und „Rückzug aus den transatlantischen Sicherheitsbeziehungen“ tektonische Verschiebungen, deren Folgen weltweit zu spüren sein werden. Dieses Beben fällt in eine Zeit, in der Russland mit seinen expansiven Vorstellungen in der Krim und der Ostukraine für permanente Unruhe sorgt, China wirtschaftlich und militärisch seinen Einfluss konsequent ausbaut und Europa sich in einem desolaten Zustand befindet und jetzt auch noch in eine neue „Türkeikrise“ zu schlittern droht. Für die EU kann das nur bedeuten: Zusammenrücken, Schluss mit den Konflikte in der Flüchtlings- und Eurofrage und Aufbruch in eine gemeinsame europäische Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sonst läuft Europa Gefahr, global marginalisiert zu werden. Nichts ist „alternativlos“. Auch nicht die EU. Also mit Mut und Vernunft entschlossen in die Zukunft!

  • Um die Frage zu beantworten: Trumps Erfolg gründet sich auf den Niedergang der amerikanischen Mittelschicht, deren Vertreter sich Besserung erhoffen. Jedenfalls hat es das bisherige politische Establishment Washingtons nicht geschafft, diesen Niedergang auzuhalten. Diesen "Nachweis" muss Trump erst noch bringen.

  • Ja richtig Herr Baumeister
    die amerikanische Zivilgesellschaft erlebt schon täglich dass was wir in Deutschland noch vor uns haben. Verantwortlich ist dafür nicht Donald Trump sondern das politische Establishment wozu auch auch von und zu Clinton zu zählen ist.
    Die Amerikaner haben sich entschieden- die Welt wird erleben wie diese Person unabhängig vom politischen Klüngel die amerikanische Wirtschaft und Gesellschaft auf Touren bringt.
    Frau Merkel und Herr Gabriel bitte anschnallen Vmax wird erreicht

  • Merkel gehen langsam die Verbuendeten aus. Sie hat es sich mit Putin verscherzt, Polen, Ungarn, Oesterreich, Griechenland, Italien, ... sind alle nicht mehr gut auf Merkel zu sprechen. GB hat sich, dank Merkel, aus der EU verabschiedet und jetzt auch noch der Super GAU in den USA.
    Die Luft wird langsam duenn um die Schadenskanzlerin. Deutschland steht international isoliert da, wie schon so oft in seiner Geschichte. Aber die Geisterfahrer sind natuerlich immer die anderen, ist schon klar.
    TRUMP:
    "Hillary Clinton will Amerikas Angela Merkel werden, und ihr wisst, was für eine Katastrophe diese massive Einwanderung für Deutschland und die Menschen Deutschlands ist. Die Kriminalität ist auf ein Niveau gestiegen, das niemand geglaubt hat, je zu sehen."

  • @ Otto Lehmann

    Von wegen Weltuntergang. ;-)
    Die Volatilität ist halt sehr hoch. Das ist dann etwas für Zocker und Day-Trader - nichts für mich, ich gehe lieber gleich gemütlich Kaffee trinken. ;-)
    "An ihrern Taten sollt ihr sie messen, nicht an ihren Worten". Und - um die Trump-Enthusiasten etwas abzukühlen - da ist ein riesengroßes Problem in den USA zu lösen (das bleibt Clinton nun "erspart"); am anschaulichsten zeigt der Chart hier dieses Problem:
    https://fred.stlouisfed.org/series/GFDEBTN
    Ich habe dafür übrigens keine Lösung, die den Amerikanern gefallen wird. Da darf man gespannt sein, was Trump "einfällt"...

  • Durch den immensen Migrationsdruck aus anderen Kulturen in den Westen ändern sich die Wählermeinungen, nicht nur in den USA, auch in Europa, auch Australien macht zu. Und in Deutschland und Frankreich und anderen Ländern in Europa kommen nationale abgrenzende Parteien in die Parlamente und werden immer stärker, siehe AFD.

  • die Börse bebt! DAX mit über 6% im minus!!!
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    (Korrektur: über 0,6% im Minus)

  • .....unvorstellbar....dieser Mann?....mitnichten......er ist in diesem Moment....der richtige Mann für diese gespaltene....unzufriedene Nation und ihren Menschen.....seine Maske zeigt den typischen Unternehmer-Typ.....überhaupt kein intellektueller Tatch in seinem Gesichtsausdruck ....nichts von dem......sein Pfund mit dem er im Wahlkampf gewuchert hat und im Amt wuchern wird ....wird der einfache Mann dort drüben täglich am Arbeitsplatz von solchen Unternehmer-Typen begleitet.....also durchaus normal....und gut so......und sogar irgendwie.....symphatisch.....
    ....keine gelackte Erscheinung..... wie bei Obama oder Clinten....also die einfache Gestik mit Worten die jeder versteht.....dann noch gewürzt mit Polterei.....kein Drama war.....eher gut so....und die Hoffnung...das er es sein soll.....also irgendwie ein ganz einfacher Typ?...ganz einfach getrickt......der es zu etwas gebracht hat.....
    und so ist jegliche Angst völlig unbegründet.....er wird.... sich... und dem Volk beweisen....daß er es kann....und die gespaltene Nation wieder zusammen führt.....und der alte Glanz wieder sichtbar wird......und vor allen Dingen das Selbstbewußtsein der Amerikaner wieder hergestellt wird.....es wird so kommen.....ich glaube daran.....nochmals.......keine Angst vor ihm.......

  • @ Paul Kersey
    "Das Herz der Menschen lässt sich besonders leicht erobern, wenn das Hirn und damit der Verstand etwas zurückgeblieben ist..."

    Damit diskreditieren Sie übrigens mehr als die Hälfte der Amerikaner - weil Sie sich selber mit Ihrem eigenen Verstand ihnen "moralisch überlegen" fühlen.
    Lesen Sie Antoine de Saint-Exupery´s: "Der kleine Prinz" (zu meiner Schulzeit war das noch Pflichtlektüre):
    "Man sieht nur mit dem Herzen gut."

  • Schaut man sich einmal die müden Gesichter der Politikschauspieler an, dazu ein verlogener Vatikan (Selbst Dreck am Stecken) und sieht dazu die Medienüberschriften stellt sich mir die Frage, wie tief muss der Glaube an diese verlogenen Medien inclusive der Wahlprognosen gewesen sein. Jetzt die Erkenntniss das alles nichts geholfen hat, Merkel hat wahrscheinlich ihr Schicksal bereits vor Augen.

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