Donald Trump und Mexiko
Nachbarn in Panik

Kein Land fürchtet Donald Trump so sehr wie Mexiko. Millionen von Mexikanern könnten unter dem baldigen US-Präsidenten abgeschoben werden. Weil es in ihrer Heimat an Jobs mangelt, droht dort eine neue Gewaltwelle.
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Mexiko-StadtMexiko muss sich ernsthaft darauf einstellen, dass Millionen seiner Bürger aus den USA abgeschoben werden könnten. Die Pläne des gewählten US-Präsidenten Donald Trump hätten für das Land weitreichende Folgen, denn ausreichend Jobs gibt es für die Rückkehrer nicht. Der Staat könnte zudem einen Teil der Milliardensumme verlieren, die bislang jährlich von Mexikanern in den USA nach Hause überwiesen wurde. Auch geht die Furcht um, dass sich arbeitslose Abgeschobene Drogenkartellen anschließen und dadurch weitere Gewalt auslösen könnten.

Der Gouverneur des südmexikanischen Staats Guerrero, Héctor Astudillo, hatte sich am Wochenende mit diesem Szenario beschäftigt. Mindestens eine Million Bewohner aus Guerrero leben derzeit in den USA, viele von ihnen illegal. Der Staat hat bereits mit Drogenbandengewalt und Armut zu kämpfen.

„Natürlich ist Guerrero nicht in der Lage, die Million oder mehr als eine Million Migranten“ aus den USA aufzunehmen, sagte Astudillo. Im Gegenteil, sie seien durch ihre Überweisungen eine wichtige Stütze für die Wirtschaft von Guerrero gewesen.

2015 schickten Migranten fast 25 Milliarden Dollar (rund 23,2 Milliarden Euro) nach Mexiko. Experten sagen, dass der größte Teil dem ärmsten Teil der Bevölkerung zugutekam. Trump hat angedeutet, er könnte das Geld jener Einwanderer beschlagnahmen, die nicht abgeschoben würden, um für eine Mauer an der Grenze zwischen den USA und Mexiko zu zahlen.

Mexiko fehlen bereits jetzt 800.000 neue Jobs für junge Leute, die jedes Jahr als Arbeitskräfte hinzukommen, wie Alejandra Barrales von der linksgerichteten Demokratischen Revolutionspartei erklärt. Man müsse „(Job-)Gelegenheiten schaffen, nicht nur für Menschen, die abgeschoben werden könnten, sondern für die 1,2 Millionen jungen Menschen, die jedes Jahr auf den Arbeitsmarkt dazustoßen“, sagt sie.

Die mexikanische Bundesregierung kündigte jüngst einen Notfallplan an, um Unternehmen dazu zu ermutigen, rückkehrende Migranten anzustellen. Armando Osorio hat seine Zweifel, dass dies ausreichen werde. „Diese Leute haben keine moralische Autorität, um zu sagen, dass sie ihre Landsleute mit offenen Armen empfangen werden“, sagt Osorio, ein Lehrer aus Mexiko-Stadt. „Sie sind diejenigen, die hauptsächlich für den erzwungenen Exodus von Millionen von Mexikanern verantwortlich sind, die nicht genug zum Essen haben.“

Selbst wenn Trump beim Thema Massenabschiebungen zurückzurudern scheint, ist die Aussicht darauf für Menschen in Mexiko weiter beängstigend. Trump sagte am Sonntag in einem Interview in der Nachrichtensendung „60 Minutes“, dass kriminelle und vorbestrafte Menschen aus den USA gebracht werden sollten. Betroffen seien „wahrscheinlich zwei Millionen“, es könnten aber auch drei Millionen sein, erklärte er.

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