Erstes Interview nach US-Wahl
Trump will auf Präsidentengehalt verzichten

In einem TV-Interview schlägt der designierte US-Präsident Donald Trump neue Töne an: Gewaltbereite Anhänger ruft er zur Mäßigung auf, an der Homo-Ehe wolle er nicht rütteln. Über die Clintons schwärmt er geradezu.

WashingtonDer designierte US-Präsident Donald Trump will nach seinem Amtsantritt auf sein Gehalt verzichten. In einem Interview mit dem TV-Sender CBS erklärte er, dass er gar nicht wisse, wie viel Staatsoberhäupter verdienten. Er wisse aber, dass er von Rechts wegen einen Dollar annehmen müsse. Über den Rest sagte der Milliardär: „Ich werde das Gehalt nicht nehmen.“ US-Präsidenten bekommen ein Jahressalär von 400 000 Dollar.

Auf die Frage, ob er auch als Präsident auf die gleiche, mitunter spaltende Rhetorik wie im Wahlkampf zurückgreifen werde, entgegnete er, er sei eine „sehr nüchterne“ Person und werde sich „in einer sehr guten Weise“ verhalten. Doch zugleich würde sein Benehmen auch davon „abhängen, wie die Situation ist“, fügte er hinzu. „Manchmal braucht man eine bestimmte Rhetorik, um die Leute zu motivieren.“

„Hört auf damit!“

Seine geschlagene Rivalin Hillary Clinton und ihrem Mann Bill lobte er in höchsten Tönen: Hillary habe ihm in einem „reizenden“ Telefonat in der Wahlnacht zu seinem Sieg gratuliert, so Trump. „Sie hätte nicht netter sein können. Sie sagte schlicht, „Glückwunsch, Donald, gut gemacht“ - und ich antwortete: „Du warst eine großartige Konkurrentin.“ Sie ist sehr stark und sehr klug.“

Bill habe ihn dann am Donnerstag nach der Wahl angerufen, und auch er „hätte nicht freundlicher sein können. Er sagte, es war ein erstaunliches Rennen - das erstaunlichste, das er jemals gesehen hat. Er war sehr, sehr, wirklich sehr nett.“

Der Rechtspopulist verurteilte jegliche Übergriffe gegen Angehörige von Minderheiten; mehrere solcher verbalen und körperlichen Attacken waren nach Trumps Wahlsieg gemeldet worden. „Ich hasse es, so etwas zu hören, und es macht mich traurig, so etwas zu hören", sagte er. „Wenn es hilft, werde ich folgendes sagen, und ich werde es direkt in die Kameras sagen: Hört auf damit!“

Den Menschen, die in den vergangenen Tagen in vielen Städten gegen ihn demonstrierten, wolle er sagen: „Habt keine Angst.“ Seine Kritiker forderte er auf, ihm „ein bisschen Zeit“ zu geben.

Trump stelle zudem klar, dass er nicht an der Legalisierung der Homo-Ehe durch das Oberste Gericht der USA rütteln werde. „Diese Frage ist entschieden, das ist jetzt das Recht“, sagte er. Er persönlich habe nichts gegen gleichgeschlechtliche Ehen: „Für mich ist das okay“, sagte Trump.

In anderen gesellschaftspolitischen Fragen kündigte Trump eine klar konservative Linie an: Für das Oberste Gericht werde er nur Kandidaten nominieren, die gegen Abtreibung und für das Recht auf Waffenbesitz seien.

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