Hillary Clinton
Das FBI rollt die E-Mail-Affäre wieder auf

Hillary Clinton hat als Außenministerin E-Mails auch über einen nicht gesicherten Server verschickt. Das kann strafbar sein. Das FBI hatte zunächst empfohlen, keine Anklage zu erheben. Doch nun gibt es weitere Prüfungen.
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WashingtonDer demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton droht neuer Ärger wegen ihrer E-Mail-Affäre. Das FBI kündigte an, weitere E-Mails aus ihrer Zeit als Außenministerin untersuchen zu wollen. Das teilte die Behörde in einem Brief an mehrere Abgeordnete mit. Weniger als zwei Wochen vor der Wahl kommt das für Clinton zur Unzeit. Eine mögliche Neuaufnahme der Ermittlungen könnte auch Einfluss auf den Wahlkampf und das Ergebnis am 8. November haben. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump begrüßte die Untersuchungen.

In dem Schreiben von FBI-Chef James Comey hieß es, es seien im Zuge einer anderen Ermittlung weitere E-Mails von Clinton aufgetaucht, die vertrauliche Inhalte enthalten könnten. Es werde geprüft, ob dies für Clintons Fall eine maßgebliche Rolle spiele. Wie lange das dauern könne, sei unklar. Das Wahlkampfteam von Hillary sieht keine Probleme durch diese überraschende Wendung: Die Bundespolizei werde am Ende wie bereits vor einigen Monaten keine Anklage gegen Clinton empfehlen, erklärte ihr Wahlkampf-Manager John Podesta: „Das FBI schuldet dem amerikanischen Volk sofort Aufklärung über alle Details zu dem, was es untersucht“, schrieb Podesta. „Wir sind zuversichtlich, dass dies keine anderen Schlussfolgerungen erbringen wird als die, zu denen das FBI im Juli gelangt ist“, erklärte Podesta weiter. Laut New York Times sind E-Mails aufgetaucht, die über ein Gerät verschickt wurden, das Anthony D. Weiner und seine frühere Ehefrau Huma Adebin, eine enge Vertraute Clintons, gemeinsam genutzt haben. Die E-Mails waren zufällig im Zuge von Ermittlungen gegen Weiner gefunden worden. Weiner soll einer 15-jährigen unangemessene Fotonachrichten per Handy gesendet haben.

Clinton hatte in ihrer Zeit als Außenministerin E-Mails auch über einen privaten und nicht gesicherten Server verschickt. Dies kann strafbar sein. Das FBI hatte seine Ermittlungen im Juli abgeschlossen und empfohlen, keine Anklage gegen die Demokratin zu erheben. Mit der Einstellung der Ermittlungen durch Justizministerin Loretta Lynch galt die Affäre als juristisch beendet. Sie war aber politisch ein Thema, weil Trump und andere Republikaner das Thema immer wieder aufbrachten.

Trump sagte, unter Umständen könne nun noch Gerechtigkeit geübt werden. „Das FBI hat nun endlich den Willen, einen furchtbaren Fehler, den es gemacht hat, zu korrigieren“, sagte er bei einer Wahlkundgebung in Manchester (New Hampshire).

Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, erklärte, Clinton trage ganz allein die Schuld für die Affäre. Sie habe das Vertrauen der Bevölkerung missbraucht.

Die Demokratin liegt derzeit in landesweiten Umfragen durchschnittlich vor Trump. Der umstrittene Unternehmer hatte sich in den vergangenen Wochen eine Reihe von Fehlern geleistet. Besonders wurde ihm ein Video aus dem Jahr 2005 angelastet, in dem er sich auf verächtliche Weise über Frauen äußert.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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