Hillary Clinton

Donald Trumps Worte sind „Anstachelung zur Gewalt“

Hillary Clinton ist zurück in Iowa - nun als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten. In ihrer Rede spricht sie über die Schaffung neuer Jobs, die Wirtschaft – und den unsichtbaren Elefanten im Raum: Donald Trump.

Mann versucht Bühne zu stürmen: Tumulte bei Clinton Wahlkampf

San FranciscoSie ist wieder zurück: Anfang Februar war sie schon einmal in Iowa. Da gelang Hillary Clinton nur mit Mühe und Not bei den Vorwahlen ein hauchdünner Sieg über ihren parteiinternen Herausforderer Bernie Sanders. Nach einer langen Nacht der Auszählung war schlagartig klar, dass es ein hitziger Vorwahlkampf werden würde, bei dem die ehemalige First Lady schon zu Beginn ihre Favoritenrolle verloren hatte.

Schneller Vorlauf sechs Monate später: Am Mittwoch betrat Hillary Clinton als Siegerin der Vorwahlen die Bühne der Abraham Lincoln High School in Des Moines in Iowa. Und wieder sieht sie sich einem Gegner gegenüber, der völlig unerwartet zu einer echten Gefahr für sie geworden ist: Donald Trump, Immobilien-Milliardär aus New York, liegt in der Popularität der Wähler zur US-Präsidentschaft nur wenige Prozentpunkte hinter ihr. Und wenn er nicht konsequent mit Inbrunst immer wieder Menschen innerhalb und außerhalb seiner Partei beleidigen und vor den Kopf stoßen würde, läge er vielleicht sogar schon vorne.

Es war eine vorentscheidende Rede, hinter einer aufgeräumt wirkenden Kandidatin, viele Fans, bewusst aus allen Bevölkerungsschichten und Rassen. Einige halten Schilder mit „USA“ in die Luft. Die ruhig-patriotische Antwort auf die lauten „USA, USA“-Schlachtrufe, mit denen sich Trump-Unterstützer wahlweise anfeuern oder Kritiker niederbrüllen.

Der Club der Milliardäre
Donald Trump
1 von 10

Er wolle mit den „Besten“ zusammenarbeiten, verkündete der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump gleich mehrfach während seines Wahlkampfes. Zumindest, was die Wirtschaftskompetenz seines Beraterstabs angeht, können sich Beobachter nun eine Meinung bilden. Der Milliardär hat 13 seiner Berater vorgestellt. Geleitet werden soll das Team von seinem Senior-Berater Steven Miller und Deputy Staff Director Dan Kowalski.

John Paulson
2 von 10

Der Hedgefonds-Manager John Paulson ist der Prominenteste in der Riege von Trumps Wirtschaftsberatern. Er wurde als Profiteur der Finanzkrise bekannt: Während der Subprime-Krise in den USA 2007 wettete er rechtzeitig gegen den Immobilienmarkt – und verdiente in diesem Jahr mit 3,7 Milliarden US-Dollar mehr als jeder andere Hedgefonds-Manager. Das US-Magazin „Forbes“ schätzt das Vermögen des 60-Jährigen auf rund drei Milliarden Dollar.

David Malpass
3 von 10

David Malpass, ebenfalls 60 Jahre alt, war Vize-Staatssekretär im Finanzministerium unter Präsident Ronald Reagan und Vize-Staatssekretär im Außenministerium unter Präsident George Bush senior sowie Chefvolkswirt der Investmentbank Bear Stearns. Derzeit leitet er die Investmentberatungsfirma Encima Global. Er ist ein scharfer Kritiker der Geldpolitik der US-Notenbank, fordert mehr Investitionen in die Infrastruktur und Steuersenkungen.

Howard Lorber
4 von 10

Er gilt als enger Trump-Freund, führt den Hot-Dog-Franchise-Konzern „Nathan’s Famous“ – und ist einer von vielen Multimillionären im Wahlkampfteam des republikanischen Bewerbers: Howard Lorber, Chairman der Immobilienmakler-Firma Douglas Elliman, hier mit der Maklerin Jennine Gourin. Der 67-Jährige ist ein umtriebiger Geschäftsmann: Die Vector Group, der Lorber ebenfalls vorsteht und zu der auch Douglas Elliman gehört, ist auch an einem Zigarettenhersteller beteiligt.

Peter Navarro
5 von 10

Er ist der einzige Vertreter auf Trumps Beraterliste, der in Wirtschaftswissenschaften promovierte: Peter Navarro. Derzeit lehrt er als Wirtschaftsprofessor an der University of California in Irvine. Drei seiner neun Bücher befassen sich kritisch mit Chinas Rolle in der Welt. Er fordert einen Importzoll in Höhe von 45 Prozent auf chinesische Waren. Die USA sollten seiner Meinung nach eine strengere Haltung zu Diebstahl geistigen Eigentums und in Handelsfragen einnehmen.

Dan DiMicco
6 von 10

DiMicco ist Ex-Chef der Nucor Corp, einem der größten US-Stahlproduzenten. Er ist ein scharfer China-Kritiker und tritt ein für neue Handelsregeln zugunsten der US-Industrie.

Steven Mnuchin
7 von 10

Der Investmentmanager Steven Mnuchin, hier mit seiner Frau Heather, konzentriert sich auf Finanzierungsvorhaben in der Unterhaltungsbranche. Der Ex-Goldman-Sachs-Partner ist Chef der Beteiligungsgesellschaft Dune Capital Management. Er hat in der Vergangenheit häufig Geld an die Demokraten gespendet, einschließlich deren Kandidatin Hillary Clinton. Mit Trump ist er nach eigenen Angaben seit mehr als 15 Jahren privat und beruflich verbunden.

Des Moines ist wichtig. Der Weg der ehemaligen Außenministerin ins Weiße Haus führt durch die tristen Vorortstraßen von Iowa, vorbei an Industrieruinen in Michigan oder Ohio, durch die Staaten des sogenannten „rust belt“, des ältesten Industriegürtels der USA.

Hier gibt es einen hohen Anteil von alternden, weißen Arbeitern und Angestellten. Die Globalisierung hat ihnen übel mitgespielt. Ihre Industrien sterben, die Arbeitsplätze sind längst in Mexiko oder China. Das hippe Leben der jungen Tech- und Finanzeliten in Brooklyn, Manhattan oder San Francisco ist für sie so weit weg wie der Mars.

Hillary Clinton muss gegenhalten

Zwei Tage zuvor hatte Trump in Detroit – der bankrotten Autostadt im Griff von Gewalt und Arbeitslosigkeit, dem wie er sagt „lebenden Beweis“ für das Versagen der Demokratischen Partei – eine Grundsatzrede zur Wirtschaft gehalten. Er versprach den desillusionierten Bürgern des „rust belt“ eine Rückkehr zur alten Größe.

Hillary Clinton muss nun gegenhalten, denn wenn die Demokraten ihre Hochburgen in den Industriestaaten mit Millionen von Wählern verlieren, ist auch die Wahl verloren. Das weiß auch Trump. Die Arbeiter-Staaten im Nordosten hatten alle Hoffnungen auf Barack Obama gesetzt. Jetzt fühlen sie sich getäuscht. Das ist die Stunde des Donald Trump.

Enttäuscht Clinton in Iowa, werden viele der verbitterten Bernie-Sanders-Anhänger, die ihr schon einmal das Leben schwer gemacht haben, ihr vielleicht auch den Weg ins Weiße Haus versperren.

Gleiches Einkommen für Frauen
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Hillary Clinton - Donald Trumps Worte sind „Anstachelung zur Gewalt“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%