Kabinett in den USA
Trumps Ernennungen sorgen für Entsetzen

Trump besetzt erste Positionen in seinem Kabinett mit konservativen Hardlinern, Islamgegnern und einem Überwachungsfan. Bürgerrechtler und Demokraten sind schockiert. Am Wochenende könnte sich das Karussell weiterdrehen.
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WashingtonMit einem Marathon von Treffen hat der künftige US-Präsident Donald Trump am Samstag seine Auswahl von wichtigen Regierungsmitgliedern vorangetrieben. Mit besonderer Spannung wurde ein Gespräch mit Mitt Romney erwartet, bisher einer seiner schärfsten innerparteilichen Kritiker. US-Medien haben den gemäßigten früheren Gouverneur von Massachusetts in den vergangenen Tagen als einen von mehreren Anwärtern auf den Außenministerposten gehandelt. Als möglich galt aber auch, dass sich Trump lediglich um eine Versöhnung mit ihm bemüht.

Eine Nominierung Romneys für das Amt des US-Chefdiplomaten würde sich stark von Trumps bisherigen Personalentscheidungen abheben. So will der gewählte neue Präsident Senator Jeff Sessions zu seinem Justizminister machen, den ehemalige General Michael Flynn zum nationalen Sicherheitsberater und den Abgeordneten Mike Pompeo zum CIA-Direktor. Alle sind äußerst konservative Hardliner.

So reagierten denn auch Demokraten und Bürgerrechtler mit Entsetzen auf Trumps bisherige Entscheidungen. Die „New York Times“ sprach von einem Team, das den Status Quo wie ein Bulldozer niederwalzen werde. Die Entscheidung für Session sei eine „Beleidigung für die Justiz“, Flynns Nominierung „alarmierend“.

Vor diesem Hintergrund wurde spekuliert, dass sich Trump als Geste gegenüber moderateren Kreisen für den früheren Präsidentschaftskandidaten Romney als Außenminister entscheiden könnte. Er wirkt auch staatsmännischer als der ebenfalls für den Posten gehandelte New Yorker Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani - ebenfalls ein Hardliner - und verfügt als ehemaliger Chef des Olympischen Komitees der USA internationale Erfahrungen.

Allerdings hatten der künftige Präsident und Romney bei dem Treffen in Trumps Golfclub in New Jersey starke Missstimmungen auszuräumen. Im Wahlkampf waren beide massiv übereinander hergefallen. So kritisierte Romney Trump als „Betrüger“, „unehrlich“, „raffgierig“, „schikanös“ und als „drittklassigen Showmann“. Der Multimilliardär seinerseits nannte Romney unter anderem einen „Versager“.

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