Kasino-Pleite: Trump steht für Trump allein

Amerika bekommt einen neuen Präsidenten – alles zur US-Wahl 2016.

Kasino-Pleite
Wie Trump die Gunst einer Stadt verspielte

Trump steht für Trump allein

Im Mai 1996 wurde ihm die Genehmigung schließlich erteilt. In einer von Trumps Unternehmen unterzeichneten Vereinbarung wurde festgehalten, dass sich der Projektentwickler „bemühen“ werde, 70 Prozent der 1200 Vollzeitstellen mit Angehörigen ethnischer Minderheiten zu besetzen. Trump sollte 153 Millionen Dollar (137 Millionen Euro) investieren. Acht Geschäftspartnern aus dem US-Staat Indiana wurden Anteile an dem Kasino-Schiff in Aussicht gestellt.

Doch kaum hatte Trump die Lizenz in der Tasche, fühlte er sich an die Vereinbarungen offenbar nicht mehr gebunden. Als sich abzeichnete, dass nur 20 Prozent der angeworbenen Angestellten aus den Reihen der ethnischen Minderheiten kamen, brachte der frühere Bürgermeister Hatcher eine Klage auf den Weg. Die Anwälte Trumps sorgten aber dafür, dass die Klage abgewiesen wurde.

Die acht regionalen Partner gingen ebenfalls leer aus – und zogen ebenfalls vor Gericht. Sechs von ihnen nahmen ihre Klage zurück, als Trump ihnen eine Zahlung von insgesamt 2,2 Millionen Dollar (zwei Millionen Euro) anbot. Die beiden anderen blieben hartnäckig und bekamen von einer Jury eine Summe von 1,3 Millionen Dollar (1,15 Millionen Euro) zugesprochen. Doch Trump ging in Berufung. Und im Jahr 2001 wurde schließlich auch in diesem Fall entschieden, dass die einstigen Versprechungen nicht als rechtlich bindend zu betrachten seien.

Im Jahr 2004 stellte dann das Unternehmen Trump Hotel & Casino Resorts, der Mutterkonzern des Kasino-Schiffs in Gary, einen Insolvenzantrag. Im folgenden Jahr verkaufte Trump die Anteile seines Unternehmens in Gary für 253 Millionen Dollar (226 Millionen Euro). Das Geld wurde genutzt, um hoch verschuldete Hotel- und Kasinobetriebe Trumps in den Staaten New York und New Jersey zu stützen.

Trump ist sich in der Sache rückblickend keiner Versäumnisse bewusst. „Es ist gut gelaufen und es war gut für Gary“, ließ er auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP über eine Sprecherin ausrichten.

Das Kasino-Schiff liegt noch immer an der Küste des Michigansees verankert. Doch diejenigen, die mit dem Projekt zu tun hatten, sind auf den Republikaner bis heute nicht gut zu sprechen – schon gar nicht, wenn er nun im Wahlkampf ankündigt, sich für die Schwarzen im Land einsetzen zu wollen. „Man sollte wissen, dass Trump für Trump steht, und nicht für schwarze Wähler oder für sonst wen“, sagt David Ross, der einstige Glücksspiel-Beauftragte im Staat Indiana. „Ihm geht es einzig darum, Geld für Trump zu verdienen.“

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Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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