Melania Trump im US-Wahlkampf Mrs. Trump soll's richten

Lange hatte sich Melania Trump aus dem Wahlkampf herausgehalten. Doch jetzt trat sie in Pennsylvania auf. Ihr Ehemann Donald braucht sie – Melania soll dabei helfen, sein Image bei einer Gruppe zu verbessern.
2 Kommentare

Trump-Gattin Melania: „Ich werde eine Anwältin der Frauen und Kinder sein“

Kann Melania Trumps das Image ihres Gatten wieder herstellen?

Washington„Aquarius“ – schon das Lied, das Melania Trump auf dem Weg zum Rednerpult begleitet, soll auf den neuen Sound der Wahlkampagne ihres Mannes einstimmen: „Harmonie und Verständnis“, trällert die Musik aus den Boxen, „Sympathie, Mitgefühl und reichlich Vertrauen, keine Falschheiten oder Verhöhnungen mehr“. Melania lächelt etwas unsicher, winkt, und zeigt: Seht her, wie nett wir sind. „Wir lieben Dich“, ruft ein Fan aus dem Publikum. „Und ich liebe euch“, ruft Melania zurück.

Nun hat der harmonische Ohrwurm aus dem Hippie-Musical „Hair“ mit dem US-Wahlkampf eher gar nichts gemein: Dieser ist laut, vulgär, voller Beleidigungen und Scheußlichkeiten. Was vor allem an Donald Trump liegt, der Frauen schon mal als „Schweine“ bezeichnete, über sexuelle Übergriffe prahlte und Behinderte nachäffte. Da das aber Wähler abschreckt, vor allem Wählerinnen, soll nun Ehefrau Melania ran. „Ich werde eine Anwältin für Frauen und Kinder sein“, ruft sie von der Bühne.

Das ist die neue Familie im Weißen Haus
Familie Trump bei Siegeskundgebung
1 von 19

Der 45. Präsident der USA heißt Donald Trump – und die First Lady Melania. Für den Wahlsieger spielte seine Familie eine wichtige Rolle im Wahlkampf. Denn Donald Trump misstraut den meisten politischen Beratern. Nur seine engsten Angehörigen dürfen ihm ihre Meinung sagen und Ratschläge abgeben. Ob er auch als nächster Präsident der USA auf seine Familie setzt? Die neue Familie im Weißen Haus im Überblick.

Ivanka Trump
2 von 19

Trumps Tochter Ivanka zeichnete im Wahlkampf ihres Vaters das Bild eines Menschen mit unglaublichen Fähigkeiten für die USA. Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter soll so stark sein, dass sich US-Medien zeitweise ernsthaft mit der Möglichkeit beschäftigten, dass Trump seine Tochter zu seiner Stellvertreterin ernennen könnte. Die 34-Jährige zielte vor allem auf weibliche Wähler ab. Sie hat Wirtschaft studiert und führt gemeinsam mit Donald und Eric das operative Geschäft bei der Trump Organization. Ivanka Trump ist die Tochter von Trumps Ex-Frau Ivana.

Donald Trump Jr
3 von 19

„Es ist mir eine Ehre, heute Abend in der Lage zu sein, Donald Trump über die nötige Hürde der Delegiertenstimmen zu verhelfen.“ Das sagte Donald Trump Jr. in Cleveland bei der Bekanntgabe der Delegiertenstimmen aus Trumps Heimatstaat New York. Diese verhalfen dem Präsidentschaftskandidaten formal zur Mehrheit in den Vorwahlen. „Glückwunsch, Dad. Wir lieben dich!“, rief er. Donald Trump Jr. ist der älteste Sohn des Kandidaten und Vizepräsident der Trump Organization. Studiert hat er genauso wie seine Halbschwester Tiffany in Philadelphia. Trump ist seit 2005 mit Vanessa Haydon verheiratet und hat fünf Kinder.

Tiffany Trump
4 von 19

Trumps jüngste Tochter, Tiffany Trump, empfahl ihren Vater in ihrer Parteitagsrede als „natürlichen Mutmacher.“ Er habe sie dazu motiviert, ihr Bestes zu geben, sagte die 22-Jährige. Vor den Delegierten legte sie während der Vorwahlen zudem Zeugnis über den Charakter ihres Vaters ab...

Tiffany Trump
5 von 19

Es sei Trumps Art, nie zurückzuweichen oder sich von Angst blockieren zu lassen, sagte Tiffany Trump. Ihr Vater würde nie jemandem raten, Ansprüche herunterzuschrauben oder einen Traum aufzugeben. Die 22-Jährige ging aus der Ehe mit der Schauspielerin Marla Maples hervor, mit der Donald Trump von 1993 bis 1999 verheiratet war. Tiffany Trump hat in diesem Jahr ihren Abschluss an der Universität von Pennsylvania gemacht. Ihr gehören drei Trump-Gebäude.

Eric Trump
6 von 19

Auch Eric Trump hielt eine Rede auf seinen Vater. Er ist der Sohn von Ivana Trump, der ersten Ehefrau des Milliardärs.

Eric Trump
7 von 19

Seine Ehefrau Lara Yunaska stand ihm bei jeder Wahlkampfveranstaltung seines Vaters zur Seite. Eric ist der Sohn von Ivana Trump, Trumps erster Ehefrau. Im Jahr 2012 wurde Eric vom „Forbes“-Magazin zu einem der Top 30-Immobiliengurus gekürt. Er leitet gemeinsam mit seinen Geschwistern das Trump-Imperium und ist Gründer.

Der Ort ihres Auftritts – Berwyn, ein wohlhabender Vorort von Philadelphia, Pennsylvania – ist mit Bedacht gewählt. Hier wollen die Republikaner Vorstadtfrauen aus der Mittelschicht ansprechen, in einem Bundesstaat, um den Trump und Rivalin Hillary Clinton in den letzten Tagen vor der Wahl hart kämpfen. In Umfragen schneidet Trump bei Frauen dramatisch schlecht ab, er braucht sie dringend für einen Sieg. Doch Clinton hat zuletzt ebenfalls gezielt Wählerinnen angesprochen. „Er sieht uns nicht als vollwertige Menschen an“, sagte sie am Donnerstag bei einem Auftritt über Trump.

Es steht viel auf dem Spiel für den 70-Jährigen, und der Melania-Auftritt war für die Republikaner durchaus riskant. Das 46-jährige Ex-Model, die einst aus Slowenien einwanderte, hat nicht die Ausstrahlung und rhetorische Gabe einer Michelle Obama. Sie wirkt unsicher auf der Bühne, hält sich strikt an den Teleprompter und spricht mit starker osteuropäischer Färbung – einem „breiten Vampir-Akzent“, wie der „Rolling Stone“ einmal lästerte. Der letzte und bislang einzige Auftritt Melanias auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner im Sommer endete mit einer großen Peinlichkeit: Melanias Redenschreiber hatten Teile einer Ansprache Michelle Obamas abgekupfert.

An diesem Donnerstag nun steht Melania auf der Bühne in Berwyn, und es ist ihre Aufgabe, das Sexisten-Image ihres Mannes zurechtzurücken. Und den Wählern zu zeigen, mit welchen Themen sie sich als First Lady beschäftigen will. So will sie sich für Frauen einsetzen, die im Leben zu kämpfen hätten, sagt Melania, „viele wurden zurückgelassen“. Außerdem will sie sich gegen Hass im Internet einsetzen, dem vor allem Kinder oft schutzlos ausgeliefert sind. Die Kultur im Netz sei „zu gemein, zu rau“ geworden. „Wir müssen einen besseren Weg finden, miteinander zu reden“.

Zur Erinnerung: Ihr Mann hat einen Gutteil seines Wahlkampfes mit Beleidigungen und Obszönitäten bestritten. Sein Twitter-Account, den er auch gerne mal nachts um halb drei vollschrieb, kann nicht als jugendfrei durchgehen.

„Donald konnte nicht mehr dasitzen und zusehen“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Melania Trump im US-Wahlkampf - Mrs. Trump soll's richten

2 Kommentare zu "Melania Trump im US-Wahlkampf: Mrs. Trump soll's richten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Grüß Euch Gott,

    Ich habe mir das Video jetzt mehrfach angesehen, kann jetzt nicht erkennen dass Mrs. Trump nervös wäre ?
    Mir erschließt sich auch nicht, dass der größte Drohnen-Krieger aller Zeiten Trump als nicht geeignet bezeichnet ?

    Seit George W. Bush wurde der Nahe Osten systematisch destabilisiert, die Konsequenzen spüren wir jetzt in Europa.

    Die Auswirkungen der Globalisierung, die Großkonzerne verlagerten Human-Resources nach Asien und Indien, billige Sklavenarbeit unter Menschen verachtenden Bedingungen.

    Das Establishment hat Angst, dass dem nun Ende gesetzt wird. Auch wir hier in Schilda sind Export-Weltmeister von Kriegsgeräten und Blechkisten.

    ES WIRD SICH EINIGES ÄNDERN :-)

    Vielleicht wird dann nächstes Jahr auch Volker Kauder, Protagonist von Heckler & Koch seinen Abschied einreichen !

    Nice Weekend
    Tschortscho Eibl

  • Eine beeindruckende Frau. Ein ganz anderes Auftreten wie der sprechende Hosenanzug!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%