Melania Trump
„Unsere Kultur ist zu gemein und grob geworden“

Melania Trump erklärt in einer seltenen Rede, was sie als First Lady angehen würde: Online-Mobbing. Mit Familienthemen will sie die Wähler-Gruppe wiedergewinnen, die Trump nach dem Skandal-Tape verloren hat: Frauen.

WashingtonDonald Trumps Ehefrau Melania hat dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten mit einer Wahlkampfrede seltene Schützenhilfe geleistet. Bei einem Auftritt im US-Staat Pennsylvania hob sie am Donnerstag ihre eigene Geschichte als Einwanderin hervor, legte den Fokus aber besonders auf Familienthemen. Auch gegen Mobbing im Internet wolle sie vorgehen, sollte ihr Mann ins Weiße Haus gewählt werden.

Während ihrer Kindheit in ihrem Heimatland Slowenien sei „Amerika das Wort für Freiheit und Möglichkeiten“ gewesen, sagte Trump in einem Sportzentrum in Berwyn nahe Philadelphia. „Amerika hat bedeutet: Wenn du es dir erträumen kannst, kannst du es auch werden“, sagte sie. Nach einem zehnjährigen Prozess die amerikanische Staatsbürgerschaft zu erhalten, sei „das größte Privileg der Welt“ gewesen.

Karen Pence: „Ich weiß, dass Amerika sich in sie verlieben wird.“

Vor ihrer Rede wurde die 46-Jährige von der Ehefrau des republikanischen Vizepräsidentschaftskandidaten Mike Pence, Karen, vorgestellt. Diese lobte die Gattin des Präsidentschaftskandidaten als wundervoll und stark. An das Publikum gewandt sagte sie: „Ich weiß, dass Amerika sich in sie verlieben wird, so wie sie das amerikanische Volk liebt.“

Die Veranstaltung in Berwyn war Melania Trumps erster Soloauftritt des laufenden Wahlkampfes und ihre erste Ansprache seit dem Nominierungsparteitag der Republikaner im Juli. Die Parteitagsrede wurde anfangs gelobt - bis sich herausstellte, dass einige Passagen so fast wortgleich aus einer früheren Rede von First Lady Michelle Obama stammten.

In ihrer Ansprache am Donnerstag sprach Trump unter anderem von der Vision ihres Mannes für die amerikanischen Frauen, Kinder und Familien. Als First Lady würde sie eine Anwältin für Frauen und Kinder sein, sagte sie.

Damit wollte sie offenbar die Behauptungen der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton entkräften, Trump sei ein Frauenhasser. Die Stimmen von Frauen aus der Vorstadt sind entscheidend für den Republikaner, um sich Hoffnungen auf einen Sieg in Pennsylvania machen zu können.

Auch andere Themen schnitt die Trump-Gattin an. Sollte ihr Mann zum Präsidenten gewählt und sie damit First Lady werden, würde sie ein großes Augenmerk auf den Kampf gegen Online-Mobbing richten. „Unsere Kultur ist zu gemein und zu grob geworden, besonders für Kinder und Teenager“, sagte sie. Es sei absolut inakzeptabel, wenn Kinder anonym im Internet verspottet, gemobbt und angegriffen würden.

„Wir müssen einen besseren Weg finden, um miteinander zu reden, verschiedener Meinung zu sein und sich gegenseitig zu respektieren“, sagte das frühere Model, das seit 2005 mit Trump verheiratet ist. Der Jugend müssten amerikanische Werte wie Respekt, Ehrlichkeit und Verständnis beigebracht werden, sagte sie.

Das Thema Online-Mobbing ist in diesem Wahlpampf interessant, weil ihr Donald Trump ein fleißiger Nutzer von Twitter ist. Dort hat er regelmäßig Leute beleidigt.

Ihren Ehemann beschrieb sie als einen „Kämpfer“, der niemals aufgebe. Lächelnd fügte sie hinzu: „Er weiß sicherlich, wie man die Dinge aufmischt, oder?“

Melania Trump trat im Wahlkampf bisher kaum in den Vordergrund. Sie erklärte das damit, dass ihre wichtigste Aufgabe die Erziehung des zehnjährigen Barron sei, ihrem gemeinsamen Sohn mit Trump.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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