Nach der Wahl in Iowa
So geht es im US-Wahlkampf weiter

Weckruf aus Iowa: Bis Ende des Monats wählen drei weitere Bundesstaaten ihre Präsidentschaftskandidaten. Warum Iowa so wichtig war, was Trump Stimmen gekostet hat und was wem in die Karten spielt. Sechs Antworten.

DüsseldorfIn neun Monaten wählen die US-Amerikaner den Nachfolger von Barack Obama und damit den 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Bei den ersten Vorwahlen am Montag erlebten die Kandidaten beider Lager eine böse Überraschung. Entgegen aller Vorhersagen musste sich der Republikaner Donald Trump in Iowa am Montag seinem Konkurrenten Ted Cruz geschlagen geben. Die Demokratin Hillary Clinton konnte nur hauchdünn gegen ihren Widersacher Bernie Sanders gewinnen. Das könnte Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Wahlkampfs haben.

Die nächsten drei Härtetests – was folgt auf Iowa?

Nach dem Auftakt in Iowa gibt es noch drei weitere Vorwahlen vor dem 1. März der allgemein als „Super Tuesday“ gilt. Als nächstes steht für Demokraten wie Republikaner New Hampshire auf dem Plan. Dort wird am 9. Februar über die Nominierung der Präsidentschaftskandidaten abgestimmt. Für die Republikaner geht es am 20. Februar nach South Carolina. Nevada stimmt am 27. Februar ab. Bei den Demokraten ist es umgekehrt. Sie wählen am 23. Februar erst in Nevada und enden am 27. Februar in South Carolina.

Warum gelten die ersten vier Vorwahlen als richtungsweisend?

Etwas mehr als 3,1 Millionen, meist weiße Einwohner, größtenteils abhängig von Landwirtschaft, und für die restlichen Bundesstaaten kaum von Bedeutung: Das ist Iowa. Bei den Demokraten kommen gerade einmal 52 der insgesamt 4700 Delegierten des Nominierungsparteitags aus Iowa, bei den Republikaner sind es nur 30 aus 2500. Eher überschaubare Zahlen also. Ähnlich sieht es in New Hampshire aus. South Carolina und Nevada sind zwar etwas vielfältiger, da dort auch viele Schwarze und Latinos leben, doch ist die Bevölkerungszahl auch in diesen beiden Staaten eher gering.

Und doch gelten die Vorwahlen in den Bundesstaaten als richtungsweisend für den späteren Kampf um die Nominierung der Präsidentschaftskandidaten. Auch deswegen traten die Spitzenkandidaten in Iowa bis zu zehn Mal häufiger auf, als beispielsweise in Kalifornien, dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat der USA. Das Kalkül: Früher Erfolg bringt Geld, neue Wähler und eine Menge Aufmerksamkeit für das restliche Wahlprogramm.

Wie stehen die Chancen der Kandidaten bei den nächsten Wahlen?

In Iowa sind die meisten Republikaner weiße, konservative Christen. Das spielte Ted Cruz in die Karten – und wurde Donald Trump, der mehrmals geschieden ist, wohl zum Verhängnis. Auch in New Hampshire ist die Wählerschaft größtenteils weiß, allerdings weitaus moderater und weniger christlich. Dort sieht es für Trump derzeit gut aus. Er führt die Umfragen mit mehr als 30 Prozent an, während sein Widersacher Cruz auf gerade einmal elf Prozent der Stimmen kommt. Ähnlich sieht es in South Carolina und Nevada aus. Auch dort führt Trump in den Umfragen, bei den Demokraten Hillary Clinton. Gerade in South Carolina, wo viele Schwarze leben, liegt Clinton mit mehr als 30 Prozent vor Bernie Sanders, den sie in Iowa nur knapp mit Münzglück geschlagen hatte.

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