Nach Trump-Besuch
Clinton schlägt Einladung nach Mexiko aus

Wie Donald Trump hat auch Hillary Clinton eine Einladung von Mexikos Präsidenten erhalten - doch die Demokratin will es ihrem Rivalen nicht gleichtun. In einer seltenen Pressekonferenz warnt Clinton zudem vor Russland.

Cleveland/Mexiko-StadtNach dem umstrittenen Besuch des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump in Mexiko hat seine Konkurrentin Hillary Clinton eine Einladung in das Nachbarland ausgeschlagen. Sie werde vor den US-Wahlen nicht nach Mexiko reisen, sagte die demokratische Präsidentschaftskandidatin in vorab veröffentlichten Interview-Auszügen des Fernsehsenders ABC.

Die mexikanische Regierung hatte beide Präsidentschaftskandidaten eingeladen. Trump traf in der vergangenen Woche Präsident Enrique Peña Nieto. Er hatte mexikanische Einwanderer in den USA mehrfach diffamiert. Für den Fall seines Wahlsiegs kündigte Trump an, eine Mauer an der Grenze bauen und die Mexikaner dafür zahlen zu lassen.

Clinton: Trump löste diplomatischen Zwischenfall aus

Nach dem Treffen sagte Trump, er habe mit Peña Nieto über die Mauer, nicht aber über deren Finanzierung gesprochen. Wenig später widersprach der mexikanische Präsident dann Trump und erklärte, er habe unmissverständlich klar gemacht, dass Mexiko nicht für die Mauer zahlen werde.

Trump habe einen diplomatischen Zwischenfall ausgelöst, sagte Clinton. „Er wusste noch nicht mal, wie man sich effektiv mit einem Staatschef unterhält - das ist das Ergebnis dieser Reise.“

Zudem hat Clinton vor einem verdeckten Eingreifen Russlands in den Wahlkampf gewarnt. Mutmaßliche Cyber-Angriffe auf ihre Demokratische Partei "werfen ernste Fragen mit Blick auf eine mögliche russische Einmischung in unseren Wahlprozess auf", sagte Clinton am Montag (Ortszeit) vor mitreisenden Journalisten auf dem Flug nach Illinois.

An Trump, der Russland zu weiterer Cyber-Spionage gegen die Demokraten aufgerufen hatte, übte sie scharfe Kritik. "Wir haben es noch nie erlebt, dass eine gegnerische ausländische Macht sich bereits in unseren Wahlprozess einmischt, und wir haben es noch nie erlebt, dass der Kandidat einer unserer großen Parteien die Russen sogar zu noch mehr Hackerangriffen aufruft."

Im Juli waren interne Emails der Demokraten-Parteiführung an die Öffentlichkeit gelangt; sie deuteten eine Voreingenommenheit der Parteiführung für Clinton gegen ihren innerparteilichen Rivalen Bernie Sanders an. Die damalige Parteichefin Debbie Wasserman Schultz und weitere Parteifunktionäre erklärten daraufhin ihren Rücktritt. Clinton sagte nun, dass US-Geheimdienstler einmütig Russland hinter den Cyber-Attacken vermuteten.

Clinton stellte sich auf dem Flug zu einer Wahlkampfveranstaltung in Moline rund 20 Minuten den Fragen von Journalisten. Es war ihre erste Pressekonferenz seit 275 Tagen; sie war zuletzt dafür kritisiert worden, dass sie sich den Fragen von Journalisten entziehe.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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