New Balance
Nicht mein Turnschuh

New Balance steht in der Kritik. Die Sportschuh-Marke findet, dass Donald Trump als Präsident das Land „in die richtige Richtung“ führen werde. Aufgebrachte Kunden sehen das anders – und werfen ihre Schuhe weg.
  • 4

WashingtonDie Firmenchefs großer Konzerne hatten nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses zur Einigkeit im Land aufgerufen. Doch die Spaltung geht nach dem heftigen Wahlkampf zwischen dem siegreichen Republikaner Donald Trump und der Demokratin Hillary Clinton tief durch das Land. Das erfährt der Sportschuhhersteller New Balance auf die harte Tour: Kunden verbrennen Schuhe der Marke oder werfen sie in den Müll.

Hintergrund: Eine Reporterin des „Wall Street Journal“ hatte die Aussage des PR-Chefs des Unternehmens weitergegeben: „Offen gesagt, denken wir, dass sich die Dinge unter dem designierten Präsidenten in die richtige Richtung entwickeln werden.“ Die Firma unterstützt Trumps Position, das ausgehandelte transpazifische Freihandelsabkommen (TPP) zu kündigen oder gar nicht erst in Kraft zu setzen. Das Unternehmen fürchtet, bei weniger Beschränkungen für den Handel Stellen an den Produktionsstätten in Maine und Massachusetts streichen zu müssen.

Etliche Kunden reagierten mit Wut auf die Unterstützung Trumps. Sie ließen ihrem Ärger auf der Facebook-Seite des Unternehmens Luft oder veröffentlichten kurze Clips, wie sie New-Balance-Schuhe in den Müll werfen. Frei nach dem Slogan der Trump-Kritiker: Statt „Not my President“ heißt es jetzt „Nicht mein Turnschuh“.

Das Unternehmen sah sich zu einer weiteren Stellungnahme gezwungen, da es die Kritik als ungerechtfertigt empfindet. „Als einzige größere Firma, die noch Sportschuhe in den USA herstellt, hat New Balance einen anderen Blick auf den Welthandel – wir wollen mehr Schuhe in den USA herstellen, nicht weniger“, teilte New Balance mit. Der große Rivale Nike gehört hingegen zu den Unterstützern des Freihandelsabkommens TPP und fertigt im Ausland. New Balance hat fünf Produktionsstätten in den Neuengland-Staaten Maine und Massachusetts und stellt dort mehr als vier Millionen Paar Turnschuhe pro Jahr her.

In sozialen Netzwerken reagierte das Unternehmen auf die Kundenkritik so:

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " New Balance: Nicht mein Turnschuh"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das ganze Thema aus der Sicht des PRAISE Mags, einem Sneakermagazin:

    http://www.praisemag.com/news/new-balance-shitstorm-not-my-president-not-my-sneaker

  • Denke eben daran, mir Schuhe von adidas zu kaufen. Offenbar kann man die linken und grünen Spinner damit ärgern. Schöner Firmenname übrigens.

  • Meine Güte. Es ist ja so leicht über die sozialen Medien jede Kleinigkeit hochzupuschen. Und die, die da die Turnschuhe von NB wegwerfen, haben nicht verstanden, dass dieses Unternehmen wenigstens teilweise noch in USA produziert und dort Arbeitsplätze erhält. Und einer der Pläne von Trump würde es diesem Unternehmen ermöglichen, noch mehr in USA zu produzieren.
    Diese ganze Diskussion wird viel zu hysterisch geführt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%