Obama-Plagiat

Melania Trump soll Rede selbst umgeschrieben haben

Melania Trump hat in einer Rede Passagen aus einer Rede Michelle Obamas übernommen. Das Plagiat wurde in den USA als schwerer und unnötiger Fehler bewertet. Die Frage, wer ihr das eingebrockt hat, sorgt für Verwirrung.

Melania Trump stiehlt Passagen von Michelle-Obama-Rede

Melania Trump stiehlt Passagen von Michelle-Obama-Rede

ClevelandMelania Trump hat ihre wegen eines Plagiats viel kritisierte Parteitagsrede allem Anschein nach selber entscheidend umgeschrieben. Nach Berichten der „New York Times“ und anderer US-Medien stammte die ursprüngliche Version der Ansprache von zwei erfahrenen Redenschreibern der Republikaner. Damit sei Melania Trump aber nicht zufrieden gewesen, sie habe wochenlang keine Rückmeldung gegeben.

Vom ersten Entwurf habe sie nur Bruchstücke übrig gelassen, schreibt die „New York Times“. Wenn das Plagiat auf Frau Trumps eigene Kappe ginge, würde das auch erklären, warum bisher im Team Donald Trumps keine personellen Konsequenzen gezogen wurden.

Melania Trump, die künftige First Lady?
Melania Trump wird öfter auftreten
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Sie strahlt an seiner Seite. Gehüllt in ihr Markenzeichen, einen silbrigen Mantel des Schweigens. Den legte Melania Trump am Montag zum ersten Mal so richtig ab, bei ihrer Rede auf der „National Convention“, dem Parteitag der Republikaner – und sorgte damit für reichlich Diskussionsstoff. Wer ist Melania Trump?

Mrs. Trump spricht
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Die Frau des wahrscheinlichen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump sprach am Montag in Cleveland von den Werten, die ihr ihre Eltern mitgegeben hätten: „Dass Du hart arbeitest für das, was Du im Leben willst; dass Dein Wort gilt und Du tust, was Du sagst“. Das Problem: Wortgleich hatte die Frau des späteren Präsidenten Barack Obama in ihrer Rede bei dessen Nominierungsparteitag vor acht Jahren von ihren Werten erzählt. Darüber berichtete unter anderem der Nachrichtensender CNN.

Melania Trump und Michelle Obama
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Das Thema war zuvor in sozialen Medien hochgekocht, nachdem die Ähnlichkeiten einem Twitter-Nutzer aufgefallen waren. Auch weitere Passagen beider Reden waren teilweise identisch. Melania Trump hatte zuvor dem Sender NBC gesagt, sie habe ihre Rede „mit so wenig Hilfe wie möglich“ geschrieben.

Melanie Trump könnte die nächste First Lady sein
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Melania Trump stammt aus Slowenien, ist 24 Jahre jünger als ihr Gatte, vertreibt mit Kaviar angereicherte Kosmetik und pompösen Schmuck. Ein Umzug ins Weiße Haus wäre für sie mit Einschränkungen verbunden: Ihr 100-Millionen-Dollar-Penthouse mit Blick auf den Central Park in New York ist Schloss Versailles nachempfunden, samt Marmor, Gold und Deckengemälden.

Als First Lady will sie für die Frauen da sein
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Melanias Rolle im Team Trump ist etwas nebulös. Für die anderen Mitglieder der Familie werden Rollenprofile sichtbar, für Melania noch nicht. Trumps Tochter Ivanka ist bislang präsenter, prägender. „Ich werde ich selbst sein. Ich werde anders sein als andere First Ladies. Ich werde Frauen helfen, ich werde Kindern helfen. Sie sind die Zukunft.“

Melania Trump (2.v.r.) als Kind in ihrem Heimatort Sevnica
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Geboren 1970 in Slowenien, studierte Melania, gebürtige Knauss, Architektur und Design in Ljubljana. Das Studium brach sie allerdings ab, um als Model in Mailand und Paris Karriere zu machen. Mit 17 Jahren soll sie von Helmut Newton entdeckt worden sein, 1996 wanderte sie in die USA aus.

Melania als 17-Jährige in Ljubljana
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Ihrem Entdecker, dem slowenischen Fotografen Stane Jerko, war die 17-jährige Melania aufgrund ihrer Größe von 1,80 Meter aufgefallen. Zum Top-Model brachte sie es nie, aber sie wurde von berühmten Fotografen wie Mario Testino, Ellen von Unwerth oder Patrick Demarchelier abgelichtet. Ihre Homepage zieren heute Fotos ihrer Modelvergangenheit. Die nutzen auch Trumps Gegner gern: Obwohl Melanias Vergangenheit als skandalfrei gilt, verbreiten ihre Gegner eifrig frühe Fotos mit besonders spärlicher Bekleidung und gehässiger Bildzeile: „Melania Trump beim Sichern der Stimmen evangelikaler Christen“.

Am Mittwoch übernahm eine Redenschreiberin aus Trumps Team die Verantwortung. Das Ganze sei ihr Fehler. Trump habe ihr Rücktrittsangebot aber abgelehnt.

Das Plagiat wurde als schwerer und völlig unnötiger Fehler bewertet. Die Kritik an der Rede, die am Montag wörtliche Passagen einer Rede Michelle Obamas enthielt, überlagerte in den USA die Berichterstattung über den ersten Tag des Nominierungsparteitags fast komplett.

  • dpa
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