Parteitag der Republikaner
Hassparolen gegen Hillary

„Lügnerin“, „Sperrt sie ein!“ – Die Republikaner beschimpfen Hillary Clinton auf ihrem Parteitag wüst. Dass sie Clintons Schwächen stärker thematisieren als die Stärken von Donald Trump, ist strategisches Kalkül.

Cleveland„Lügnerin!“ „Müll!“ „Sperrt sie ein!“ Solche Schlagworte sind auf dem Parteitag der Republikaner zu hören, wenn die Rede auf Hillary Clinton kommt. Die absehbare Präsidentschaftskandidatin der Demokratin sitzt dieser Tage in Cleveland in einer Art Scheinprozess auf der Anklagebank, das Urteil lautet auf schuldig. Und nicht wenige Republikaner wünschen Clinton öffentlich die Todesstrafe.

Die ohnehin nicht als sonderlich zimperlich bekannte Wahlkampfrhetorik scheint völlig entfesselt. Selbst einigen erklärten Gegnern Clintons geht die Boshaftigkeit zu weit.

Der republikanische Parteitag soll eigentlich eine Jubelfeier für Donald Trump sein, den nun offiziell nominierten Kandidaten. Doch mitunter wirkt es, als stehe bei den versammelten Delegierten und Funktionären das Clinton-Bashing im Vordergrund. Statt die Vorzüge ihres Kandidaten anzupreisen, schießen sich die Republikaner mit Verve auf die frühere Außenministerin ein.

Al Baldasaro, ein Delegierter und Berater Trumps in Veteranen-Angelegenheiten, nannte Clinton ein „Stück Abfall“ und schlug eine Bestrafung für deren angebliche Untätigkeit bei dem Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi im Jahr 2012 vor. Damals kamen vier Amerikaner um. „Hillary Clinton sollte in die Schusslinie gestellt und wegen Hochverrats erschossen werden“, erklärte der Abgeordnete im Parlament des US-Staats New Hampshire in einem Radio-Interview.

Trumps Wahlkampfsprecherin Hope Hicks distanzierte sich rasch. Das Kampagnenteam stimme Baldasaros Äußerungen nicht zu, erklärte sie. Der Secret Service ermittelt inzwischen gegen den Abgeordneten.

Der Hass auf Clinton ist aber auch auf die Straßen von Cleveland geschwappt: „Das Leben ist ein Miststück - Wählt keine“, prangt etwa auf abfälligen Ansteckern, die man vor dem Parteitagsgelände kaufen kann. „Trump gegen Tramp“ (Flittchen), steht auf anderen Stickern. Andere gehen noch weiter unter die Gürtellinie. Für Verkäufer Tony Ensminger sind die Sprüche auf seinen Produkten aber nicht so wild. Das sei „milde“ im Vergleich zu den Äußerungen der Demokraten über Expräsident George W. Bush, findet er.

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