Peso im Keller
Schockstarre in Mexiko nach Trump-Sieg

Trump wird Präsident – und Mexiko droht eine tiefe wirtschaftliche Krise. Der Peso erreicht ein historisches Tief nach dem anderen. Und Wirtschaftsexperten sehen schwarz für die Zukunft.
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Mexiko-StadtEs war erst 21.15 Uhr in Mexiko am Dienstagabend, da hatte die Währung des Landes bereits einen ersten historischen Tiefstand erreicht. Gerade hatte der spätere Sieger Donald Trump die Führung in den wichtigsten Bundesstaaten Ohio und Florida übernommen, da war die Angst in Mexiko zurück. Der Republikaner als Präsident löst im südlichen Nachbarland Panik aus, vor allem wirtschaftliche. Was wird aus dem Freihandelsabkommen NAFTA, das Mexikos Lebensader ist?

Wird der Peso so viel Wert verlieren wie zuletzt 2008/2009 während der großen Finanz- und Wirtschaftskrise? Was passiert an der Grenze, wird die Mauer kommen, werden jetzt Millionen Mexikaner aus den USA deportiert werden? Analysten wollen eine tiefgehende Krise nicht ausschließen, wenn der Präsident Trump das umsetzt, was der Kandidat Trump angedroht hatte. Allem voran die Neuverhandlung oder Annullierung der Nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA mit Mexiko und Kanada. Dann stünde die Wirtschaft des Landes vor dem Kollaps. Mexikos Importe gehen zu 80 Prozent in die USA. Auch internationale Wirtschaftsvertreter bangen um die Attraktivität des Produktionsstandortes Mexiko.

Bis zum endgültigen Sieg Donald Trumps im Rennen um das Weiße Haus verlor der mexikanische Peso am späten Dienstagabend weiter an Wert. Kurz vor Mitternacht in Mexiko kostete ein US-Dollar schon 20,74 Peso, es war ein Wertverlust von rund 13 Prozent gegenüber dem Schlussstand am Dienstagmittag.

Dabei hatte der Peso am Montag und Dienstag noch deutlich aufgewertet gehabt, nachdem Hillary Clinton in den Umfragen weiter zulegen konnte. Der Peso war in den vergangenen Monaten der beste Indikator dafür, wie gut die Chancen Trumps auf einen Wahlsieg standen. Analysten sagen für die kommenden Tage neue Tiefstände voraus.

Wie es mit dem Peso weitergeht, werde auch an den ersten Reden und Maßnahmen Trumps hängen, sagt die Finanzexpertin Gabriela Siller, Chefanalystin beim mexikanischen Finanzinstitut Banco Base. „Die Zentralbank wird den Leitzins um mindestens 50 Basispunkte anheben müssen, um eine Kapitalflucht zu verhindern, die sich bis auf 35 Milliarden Dollar belaufen könnte“. Siller riet der Zentralbank, die Zinsen noch vor Öffnung der Märkte am Mittwoch anzuheben, um die Kapitalflucht zu bremsen. „Die Regierung wird in den kommenden Wochen und nächstes Jahr viel Geld aufwenden müssen, um den Schlag der Präsidentschaft Trumps abzumildern, betont Siller.

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Angst vor NAFTA-Korrekturen

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  • Medizin muss bitter schmecken, damit sie was an der Gesundheit ändern kann. Vielleicht merken jetzt alle, sich selbst als intellektuelle einstufende Zeitgeister, dass der Rausch der Gutmenschendroge zum Verlust des gesunden Menschenverstandes führt und Hochmut (auch der Medien) vor dem Fall kommt.

  • Und wer wird Donald for the EU?

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