Reaktionen auf Trump-Video
„Ich will ihm auf die Schnauze hauen“

Donald Trump will trotz Skandal nicht aus dem Rennen um das Weiße Haus ausscheiden. Doch die Stimmung wird immer explosiver. Es wird eine heiße Nacht, wenn Clinton und Trump in nächsten TV-Duell aufeinandertreffen.

San Francisco„Idiot“ ist noch eine der harmlosesten Bezeichnungen, die Hollywood-Legende Robert De Niro für Donald Trump auf Lager hat. In einem 55-Sekunden-Video lässt der 73-jährige De Niro (Don Corleone in „Der Pate II“) kein gutes Haar an dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten und schämt sich für Amerika, dass der es „überhaupt so weit bringen konnte“. „Er spricht davon, dass er anderen auf die Schnauze hauen möchte“, greift er bekannte Wahlkampsprüche von Trump auf und endet mit der Ansage „Ich möchte ihm auf die Schnauze hauen“.

Ganz so wütend und aufgebracht sind nicht alle nach der Veröffentlichung eines Videomittschnitts aus 2005, in dem sich der damalige Reality-TV-Star Trump darüber auslässt, wie er verheirateten Frauen nachstellt und dass man als Star alles machen könne, sogar sexuelle Übergriffe, wie Frauen in den Schritt greifen. Die ließen das alles mit sich machen.

Trump rang sich zwar zu einer halbherzigen Entschuldigung durch, trotzdem ebbte über das Wochenende der Sturm der Entrüstung nicht ab, und zwar auf beiden Seiten des politischen Lagers. Während die Empörungswelle bei den Demokraten nicht ganz überraschend kommt, war die Wucht der republikanischen Reaktionen doch bemerkenswert.
Trump sah sich genötigt, mit allem Nachdruck klarzustellen, er werde „auf keinen Fall aus dem Rennen aussteigen“ und seine Unterstützer nicht im Stich lassen, so wie es „Medien und Establishment“ gerne hätten. Er tippte es alles in Großbuchstaben, was im Internet die schriftliche Übersetzung für lautes Brüllen ist.

Er hat Grund genug, sich kampfbereit zu zeigen. Nach unbestätigten Medienberichten sollen die Parteispitzen bereits zu Paniksitzungen zusammengekommen sein, um zu überlegen, was noch zu retten sei. Und Sonntagabend muss er in einer TV-Debatte gegen Hillary Clinton antreten.

Paul Ryan, republikanischer Sprecher des Kongresses, hatte Freitagnacht Trump von einer gemeinsamen Wahlkampfveranstaltung ausgeladen und dann den Kandidaten mit keinem Wort erwähnt. Trotzdem wurde er von einer kleinen Gruppe mit „Trump, Trump“-Rufen gestört, berichtet die Los Angeles Times. Am Freitag hatte er noch mitgeteilt, die Kommentare von Trump würden „ihn krank machen“.
Trump kartete Samstagnacht per Twitter zurück und bedankte sich bei „meinen großartigen Unterstützern in Wisconsin“.

Die wohl traurigste Figur gibt sicherlich der Ex-Rivale Ted Cruz ab. Auf dem Parteitag der Republikaner war er noch als einsamer Kämpfer gegen Trump aufgestanden und hatte ihm unter Buhrufen die Gefolgschaft verweigert. Danach hatte vor Anhängern klargestellt, er könne niemanden unterstützen, der „meine Frau beleidigt und meinen Vater als Mörder bezeichnet“ hat. Am Ende war er dann doch eingeknickt und hatte sich „nach vielen Gebeten“ doch entschlossen Trump zu empfehlen. Hätte er nur wenige Tage länger durchgehalten, wäre er der Held der Partei gewesen. So blieb ihm nur ein trauriger Tweet, die Kommentare seien „verstörend“ und „einfach unentschuldbar“.

Jason Johnson, früherer Chefstratege von Cruz, fasste sein Entsetzen auf Twitter in einem Satz lapidar zusammen: „Einfach ein neuer Freitag in 2016 und ich kann mit meinen Kindern noch nicht einmal die Nachrichten schauen."

Die Washington Post berichtete derweil von Eltern, die eine schwere Zeit haben ihren Kindern zu erklären, was es bedeute, jemanden „an die ….. zu fassen.“

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