Reaktionen auf US-Wahl
Oh, wie schön ist Kanada!

Der Sieg Donald Trumps bei der Wahl in den USA hat eine Glorifizierung Kanadas in den sozialen Medien ausgelöst. Das Land nördlich der USA spielt sogar mit der Furcht vieler Amerikaner vor dem künftigen Präsidenten.

WashingtonDie bulgarisch-kanadische Schauspielerin Nina Dobrev gehört zu den Menschen in den USA, die vom Wahlsieg Donald Trumps geschockt sind. Bei Twitter fragt sie scherzend, ob sie zurück ins „Hotel Mama“ in Kanada ziehen könne.

Sie ist nicht alleine: Am Morgen nach der Wahl ist Kanada das Land der Träume für viele Amerikaner geworden – wenn auch oft nur als Kumulationspunkt, um die eigenen Überraschung über das Wahlergebnis zu verarbeiten. Die professionelle Kletterin, Sasha DiGiulian, schreibt beispielsweise: „Die gute Nachricht ist, dass ich die doppelte Staatsbürgerschaft habe. Und ich habe mich niemals stolzer gefühlt, den kanadischen Pass zu haben.“

Bereits in der Nacht, als der Sieg Trumps sich andeutete, zeigte sich das Phänomen. Im Wahlkampf hatten viele Clinton-Anhänger verbreitet, nach Kanada auswandern zu wollen, sollte Trump die Wahl gewinnen. Die Webseite der kanadischen Einwanderungsbehörde war nicht zu erreichen – und ist es auch am Morgen danach noch nicht. Und Kanada selbst springt auf den Zug auf und wirbt in einem Tweet damit, dass in dem Land Einwanderer ihre kulturellen Traditionen mitbringen dürften und mit den Mitbürgern teilen sollten.

Die Suchbegriffe „move to Canada“ (nach Kanada ziehen) und „immigrate to Canada“ (nach Kanada einwandern) erreichten am späten Dienstagabend Spitzenwerte, nachdem sich ein Wahlsieg Trumps abgezeichnet hatte. Eine Website für Flugbuchen berichtete von einem sprunghaften Anstieg der Anfragen nach One-way Tickets in das Land im Norden. Schon vor Monaten hatte die kanadische Kap-Breton-Insel eine Website freigeschaltet – „CBIfTrumpWins.com“ – und sich über regen Zuspruch gefreut.

Der Sieg Trumps wird für Kanada aber womöglich weitreichende Konsequenzen haben. Denn der siegreiche Trump hat im Wahlkampf mehrfach angekündigt, dass Freihandelsabkommen mit Mexiko und Kanada („Nafta“) neuverhandeln zu wollen. Es sei das schlechteste Abkommen, dass in der US-Geschichte geschlossen worden sei. Kanadas Premierminister Justin Trudeau gratulierte am Dienstagmorgen Washingtoner Zeit dem künftigen US-Regierungschef. Die Beziehungen der beiden Länder seien ein Vorbild für den Rest der Welt. Auch künftig werde man unter anderem bei den Themen „Handel, Investitionen und Sicherheitspolitik“ zusammenarbeiten.

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