Republikaner in Aufruhr: Treibjagd auf Trump

Republikaner in Aufruhr
Treibjagd auf Trump

Ein dramatischer Schrecken ergreift Amerikas Konservative: die Sorge, Donald Trump könnte tatsächlich Präsident werden. Spät, vielleicht zu spät, versuchen sie, ihn mit heftigen Attacken zu stoppen.

New YorkSo redet man normalerweise nicht unter Parteifreunden: „Schwindler“ und „Betrüger“ nannte Mitt Romney, erfolgloser Präsidentschaftskandidat von 2012, Donald Trump, den bisher erfolgreichsten Kandidaten der Republikaner 2016.

„Wenn wir ihn nominieren, trübt das die Aussichten auf eine sichere und gedeihliche Zukunft dramatisch ein“, setzte er hinzu und betonte, der New Yorker habe seinen Reichtum geerbt und nicht erarbeitet, er sei keineswegs ein „geschäftliches Genie“. Er rief offen dazu auf, Trump zu stoppen. Der reagierte gleich und erinnerte Romney an seine eigene Niederlage vor vier Jahren. Er setze hinzu: „Ich habe so viel mehr Geld als Mitt verdient.“

Romney ist bisher einer der prominentesten und schärfsten Konservativen, die sich plötzlich zu Wort melden. John McCain, ebenfalls ein ehemaliger Kandidat, sprang ihm zur Seite und nannte Trump „uninformiert und in der Tat gefährlich“. Aber ob das Trump wirklich bremst? Unter einem Bericht des „Wall Street Journals“ über Romneys Attacke fanden sich am Donnerstag in den Abendstunden bereits mehr als 3000 Kommentare. Wie ein flüchtiges Querlesen zeigt: Fast alle dieser Leser sind für Trump. Genüsslich erinnern sie Romney daran, dass er selber gescheitert ist.

„Wegen Romney hatten wir vier Jahre länger Obama“ klagt ein Leser. Ein anderer befand, gute Ratschläge zur Wahl von Romney seien so überzeugend wie Diät-Rezepte vom übergewichtigen, gerade ausgeschiedenen Kandidaten Chris Christie. Eher die Ausnahme ist ein Kommentar wie: „Ich war immer ein Konservativer, aber wenn ich heute zwischen Trump und Clinton wählen müsste, würde ich wohl für Clinton stimmen. Das ist die traurige Wahrheit.“

Romney ist der Frontmann einer konzertierten Anti-Trump-Aktion des republikanischen Establishments. Sie alle treibt die Sorge um, Trump könnte tatsächlich Präsident der USA werden. Sie verabscheuen seine Hetze gegen Minderheiten und fürchten auch, dass seine populistische Politik den Interessen – nicht zuletzt auch den Unternehmen – der USA schadet.

Denn Trumps Vorschläge, Amerika gegen Zuwanderung und Importe aus Fernost zu schützen, haben nichts mit der freien Marktwirtschaft zu tun, für die die konservativen Geschäftsleute des Landes einstehen. Wayne Berman von der Blackstone Group, ein bekennender Konservativer und Unterstützer von Marco Rubio, fand neulich auf einer Veranstaltung nur abfällige Worte für Trump, dagegen billigte er Hillary Clinton von den gegnerischen Demokraten immerhin zu, „extrem effizient“ zu sein.

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