Startschuss für US-Wahlkampf
„Trump wird kein Mr. Nice Guy mehr sein“

Nach der Kür der Präsidentschaftskandidaten beginnt in den USA die heiße Wahlkampfphase: Clinton brandmarkt Trump als Betrüger. Der keilt in gewohnt rabulistischer Manier zurück – auch gegen Bernie Sanders.

Washington, PhiladelphiaDie frisch gekürte demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton grenzt sich im US-Wahlkampf vehement von ihrem republikanischen Rivalen Donald Trump ab. Auf einer gemeinsamen Wahlkampftour mit ihrem Vizepräsidentschaftskandidaten Tim Kaine durch Pennsylvania brandmarkte sie Trump als einen Betrüger, der nur an seinem eigenen Profit interessiert sei. Der Republikaner schoss im US-Staat Colorado zurück. Neue Details zum Hackerangriff auf die Demokraten sorgten abermals für eine Ablenkung vom eigentlichen politischen Geschehen.

„Wir nehmen Erfolg in Amerika nicht übel, aber wir ärgern uns über Leute, die andere ausnutzen, um in die eigene Tasche zu wirtschaften“, sagte Clinton bei einem Besuch in einer Spielzeug- und Plastikfabrik in Hatfield. Auch ihr Ehemann, Ex-Präsident Bill Clinton, war bei der Reise dabei.

Trump hatte erneut nichts als Kritik für seine Widersacherin übrig. Clintons Dankesrede auf dem Nominierungsparteitag in Philadelphia sei voller Klischees und Lügen über ihn gewesen, sagte er auf einer Wahlkampfveranstaltung in Colorado Springs. Er stimme langsam mit denjenigen überein, die gefordert hätten, Clinton ins Gefängnis zu bringen. Passend dazu ermunterte er die Menge erstmals zu „Sperrt sie ein!“-Rufen. Außerdem machte er klar: „Denkt dran: Trump wird kein Mr. Nice Guy mehr sein.“

Den unterlegenen demokratischen Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders nahm sich Trump ebenfalls vor. Dieser sei eingeknickt und habe „seine Seele an den Teufel verkauft“, indem er sich entschieden habe, Clinton letztlich doch zu unterstützen, sagte er.

Das Clinton-Lager veröffentlichte am Freitag neue Details zum Hackerangriff auf die Parteiführung. Im Zuge der Attacke sei auch ein Computerprogramm gehackt worden, das von Clintons Wahlkampfteam genutzt worden sei, hieß es. Zunächst hatte Reuters darüber berichtet.

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Russland soll hinter den Hackerangriffen stecken

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