Tag nach der US-Wahl
Ein bisschen Frieden

Beleidigungen, Sex-Vorwürfe, Drohung mit Gefängnis: Es war ein gnadenloser Wahlkampf. Als wäre nichts gewesen, schwören Trump, Clinton und Obama die USA nun auf Einigkeit ein. Über einen Tag voller Staatsräson.
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Washington„Jeder weiß, dass es zwischen dem nun gewählten Präsidenten und dem Präsidenten einige große Unterschiede gibt“, sagt Barack Obama und lächelt. Die versammelten Reporter im Rose Garden des Weißen Hauses kichern wegen der rhetorischen Untertreibung: Schließlich waren die jahrelangen Attacken Donald Trumps auf den amtierenden Präsidenten gnadenlos – und auch Obama hatte dem republikanischen Kandidaten nichts geschenkt.

Doch jetzt sagt der scheidende Präsident in der warmen Herbstsonne Washingtons: „Jeder ist traurig, wenn das eigene Lager eine Wahl verliert, aber am Tag danach müssen wir uns daran erinnern, dass wir in Wirklichkeit alle in einem Team sind.“ Vor acht Jahren habe es auch „große Unterschiede“ zwischen Vorgänger George W. Bush und ihm gegeben, sagt Obama. Trotzdem sei eine gute Übergabe der Amtsgeschäfte gelungen. Deshalb habe er seine Mitarbeiter angewiesen, es dem künftigen Präsidenten so leicht wie möglich zu machen: „Die Präsidentschaft ist größer als wir.“ Bereits am morgigen Donnerstag will Obama Trump im Weißen Haus empfangen.

Nach einem beispiellos harten und schmutzigen Wahlkampf hatte Trump am Vorabend überraschend deutlich die Präsidentschaftswahl gegen die Demokratin Hillary Clinton gewonnen. Am Mittwoch, dem Tag danach, stehen die Zeichen in Washington auf Versöhnung – zumindest in ersten pathetischen Reden, wie sie in der US-Politik üblich sind. Clinton, Obama, Trump und der oberste Republikaner im Abgeordnetenhaus, Paul Ryan, beteuerten, die Wunden zu heilen und das Land zu einen. Wie lange die neue Harmonie tatsächlich hält, steht freilich auf einem anderen Blatt.

Clinton hatte sich am Mittwochvormittag kurz vor Obama geäußert. Sie sprach von einer „schmerzhaften“ Niederlage, doch man müsse das Ergebnis akzeptieren und Trump eine Chance geben. Sie hoffe, dass der Republikaner ein „erfolgreicher Präsident für alle Amerikaner“ sein werde und versprach, ihn zu unterstützen. „Wir werden eine friedliche Übergabe der Macht sicherstellen.“

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Trump selbst setzte den neuen Ton

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