Trump im Tief
Geldsorgen eines Milliardärs

Wer Donald Trump nicht mag, der wittert Hoffnung: Seine Kampagne hat gravierende Finanzprobleme. Kann den Milliardär die leere Kriegskasse im US-Präsidentschaftswahlkampf stoppen?

WashingtonEin Milliardär mit Problemen im Cashflow, das hat etwas. Donald Trump, der schier Unaufhaltsame, ist in Turbulenzen. Die Umfragen schlecht, die Partei weiter maulig, den Kampagnenmanager gefeuert, und nun auch noch Berichte über schwere Finanzprobleme seines Wahlkampfs. Nie stand jemand, der US-Präsident werden will, in einem Sommer vor der Wahl finanziell schlechter da als Trump.

Warum ist das so, und was bedeutet es, 20 Wochen vor dem Wahltermin?

Die Zahlen sind öffentlich. Trump hat nur noch 1,3 Millionen US-Dollar in der Kriegskasse, Hillary Clinton satte 42,5. Hillary hat einen riesigen Spendenapparat aufgebaut, ihre Fundraiser sind Legion. Trump vertraute 2016 vor allem darauf, dass er für den Wahlkampf wenig bis gar nichts ausgeben muss: Die Medien übertrügen ihn eh 1:1, wozu da noch Anzeigen, und den Rest der Botschaften schießt er eigenhändig per Twitter unters Volk.

Seine Reaktion auf die neuen Zahlen ist gewohnt volltönend. „Unbegrenzte Mittel“ stünden zur Verfügung, lässt er wissen, falls er sein eigenes Geld einsetzte. Im Übrigen machten die Summen auch klar, dass seine Kampagne eben schlanker und effizienter sei, so solle ja auch seine Regierung sein, und überhaupt gebe es seit Anfang Juni einen „gewaltigen Erguss“ an Unterstützung.

In US-Wahlkämpfen werden mittlere zweistellige Milliardenbeträge umgesetzt. Für maschinenartige Organisationen, für Anzeigen und alle Formen von Kampagnen. Nun ist 2016 aber alles anders, und viel bringt nicht immer viel, auch die Rolle des Geldes ist vielleicht eine andere, siehe Jeb Bush: 130 Millionen hat der Sohn und Bruder früherer Präsidenten für seine dynastisch geplante Kandidatur verbraten, dann stieg er so erschöpft wie sang- und klanglos aus.

Trump vertraut auf seine kommunikative Urgewalt. Auf seine riesigen Veranstaltungen. Parteistrukturen und Wählerdaten sind ihm ein Gräuel. Einen Apparat hat er kaum, sein Team ist nicht mal 70 Menschen stark, Hillarys den Faktor zehn größer. Kann das gut gehen für die Republikaner? Hillary hat sich längst eingegraben in den so genannten Battleground-States, den wenigen nicht schon festgelegten Bundesstaaten, die wirklich über die Wahl entscheiden werden.

Dort, in Ohio oder Pennsylvania, Ohio oder Florida, sind längst zigfach Anzeigen geschaltet, Wahlkämpfer unterwegs, und dafür braucht es viel Geld. Allerdings ist vom Team Trump dort noch kaum etwas zu sehen. Anzeigen für den Sommer oder den Herbst? Keine gebucht. Wie wichtig werden diese eher traditionellen Formen im Kampf über Meinungshoheit und Wählerwillen am Ende sein?

Seite 1:

Geldsorgen eines Milliardärs

Seite 2:

Profitiert hat stets vor allem Trump

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%