Trump trifft Obama Der Feind in meinem Haus

US-Präsident Barack Obama empfängt seinen Nachfolger Donald Trump im Weißen Haus. Die beiden zeigen sich staatsmännisch-versöhnlich – doch draußen vor der Tür sind die Menschen entsetzt. Ein Ortsbesuch.
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Begeisterung sieht anders aus: Das erste Treffen von Trump und Obama

WashingtonMarissa hielt es nicht mehr aus. Als die 39-Jährige aus Virginia hörte, dass Donald Trump heute Mittag Präsident Barack Obama im Weißen Haus treffen werde, nahm sie Mittagspause und machte sich auf ins benachbarte Washington. Dort steht sie nun, an der Nordseite des Präsidenten-Amtssitzes, und hält stumm ein Blatt Papier hoch: „Hass hat keinen Platz im Weißen Haus“, hat sie draufgeschrieben. „Wir sind besser als das, was Trump verkörpert“, sagt Marissa.

Neben ihr haben sich Hunderte an diesem strahlend sonnigen Donnerstag auf der Pennsylvania Avenue eingefunden – Trump-Gegner, Trump-Fans, Schaulustige. Es ist ein historischer Termin: Obama hat Trump, den künftigen Präsidenten, ins Oval Office eingeladen, um Details zur Amtsübergabe zu besprechen.

Drinnen im Weißen Haus geben sich Obama und Trump die Hand. Der amtierende Präsident beschreibt das Treffen als „exzellent“ und „weitreichend“. Man wolle eng bei der Übergabe zusammenarbeiten. Trump sagt, es sei eine „große Ehre“ gewesen, Obama zu treffen. Der Präsident sei „ein guter Mann“ und er freue sich darauf, von dessen Rat zu profitieren.

Ewige Feinde
Obama über Trump
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6. November 2016

„Sein Wahlkampfteam hat ihm offenbar das Twitter-Konto weggenommen. In den letzten zwei Tagen hatten sie wo wenig Vertrauen in seine Selbstbeherrschung, dass sie einfach gesagt haben: ‚Wir nehmen dir Twitter weg.‘ Nun, wenn jemand um drei Uhr früh twittert, weil Saturday Night Live sich über dich lustig gemacht hat, dann kann derjenige auch nicht mit Nuklearkodes umgehen.“

Donald Trump
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Von Trumps Sieg bei der US-Wahl profitieren Populisten weltweit.

Trump über Obama
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3. August 2016

„Obama war ein fürchterlicher Präsident. Er wird wahrscheinlich als schlechtester Präsident aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Er war ein totales Desaster.“

Trump über Obama
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2. August 2015

„Er hat nichts für Afroamerikaner getan. Ich dachte, er würde einen super Job machen für die afroamerikanischen Bürger dieses Landes. Er hat nichts getan.“

Obama über Trump
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28. Juli 2016

„Jeder, der unsere Werte bedroht, egal, ob es ein Faschist oder ein heimischer Demagoge, wird am Ende immer scheitern.“

Trump über Obama
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10. August 2016

„Der IS verehrt Präsident Obama. Er ist der Gründer des IS. (...) Und ich würde sagen, die Co-Gründerin ist die korrupte Hillary Clinton.“

Obama über Trump
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2. November 2016

„Sollte Trump Präsident werden, ist die Republik in Gefahr.“

Bis vor 48 Stunden hatten die beiden noch ganz anders geklungen. Die beiden Männer verbindet eine lange und tiefe Feindschaft. Trump hatte Obama im Wahlkampf heftig kritisiert, der Präsident sei schwach, unfähig, gefährlich und Teil einer korrupten Elite, die das Land ausbeute. Jahrelang hatte er dem ersten schwarzen Präsidenten unterstellt, er sei nicht in den USA geboren und folglich zu Unrecht im Amt. Obama wiederum hatte bei vielen Gelegenheiten Trump die Eignung und den Charakter für das Präsidentenamt abgesprochen.

Nun soll der schrille, verletzende und brutale Wahlkampf schnell vergessen sein. Und das Projekt Versöhnung beginnt heute, hier im Weißen Haus. Statt der geplanten Viertelstunde dauert das Gespräch der beiden gut 90 Minuten – ein gutes Zeichen, wie Obamas Leute hinterher streuen. Trump sagt, man habe über wundervolle und über schwierige Dinge gesprochen. Details gibt es nicht.

Trumps Tour durch Washington
Historischer Handschlag
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Der künftige Präsident Donald Trump (l.) mit Amtsinhaber Barack Obama im Oval Office, dem Büro des Regierungschefs im Weißen Haus.

Melania trifft Michelle
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First Lady Michelle Obama gab ihrer Nachfolgerin Melania Trump beim Treffen im Weißen Haus Ratschläge.

(Foto: Official White House Photo by Chuck Kennedy)

Besuch im Weißen Haus
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Obama hatte seinen Amtsnachfolger zum Gespräch ins Weiße Haus geladen. Thema: die reibungslose Übertragung der Amtsgeschäfte.

Pressestatement nach anderthalb-stündigem Treffen
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Laut Donald Trump hatten sich beide zuvor noch nicht persönlich getroffen.

Sightseeing in Washington
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„President Elect“ Donald Trump (2. von rechts) mit seiner Frau Melania Trump bei einem Besuch Washingtons am Donnerstag. Auch Trumps künftiger Vizepräsident Mike Pence (r.) reiste zwei Tage nach dem Wahltriumph in die Hauptstadt. Hier zeigt der Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, den Ausblick vom Kapitol über die Stadt.

71 Tage bis zur Amtseinführung
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Am 20. Januar wird Trump auf einer Tribüne vor dem Kapitol seine Rede zur Amtseinführung halten.

Im Kapitol
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Ryan, der derzeit noch mächtigste Republikaner, hatte Trump lange Zeit sehr skeptisch beäugt – ihn dann aber doch gewählt.

Draußen vor dem Weißen Haus können es viele nicht fassen. „Wir sind ein tief gespaltenes Land“, sagt Mobashara, 27. Die junge Muslimin macht sich Sorgen, dass der von Vorurteilen geprägte Trump-Wahlkampf in offenen Hass gegen Anhänger des Islam umschlagen könnte. Gemeinsam mit ihrer Freundin Kristina, 24, hält Mobashara ein Transparent: „Not My President“, steht darauf, und „Fuck Trump“. Der Republikaner habe im Land Rassismus und Fremdenfeindlichkeit salonfähig gemacht, sagt Kristina. „Es ist schrecklich, aber wir sind selbst schuld, dass wir ihn gewählt haben“.

Doch auch Trump-Unterstützer sind heute zum Weißen Haus gekommen. „Ich habe ihn gewählt, weil ich den Wechsel will“, sagt Cletus aus Missouri. „Trump wird aufräumen mit dem kaputten Politikbetrieb“. Neben Cletus steht Theresa, die sich „TC aus DC“ nennt und eine große amerikanische und eine israelische Flagge hochhält. Sie freut sich über Trumps Sieg, weil „Gott ihn geschickt hat“.

Obamas Erbe ist in höchster Gefahr
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12 Kommentare zu "Trump trifft Obama: Der Feind in meinem Haus"

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  • Kompliment an Friedensnobelpreisträger Obama.

    Jetzt da er gehen muss versucht er seine Mittäter und Zeugen der Al Nusra zu eliminieren. Anscheinend sollte das Pentagon mit Hilfe von Drohnen die gemäßigten Rebellen die er ein Jahr davor bewaffnen und ausbilden ließ liquidieren.

    So wird jedem "Partner" der USA ergehen.

  • Tja, die Menschen in den USA sind entsetzt.

    Zurecht, denn jetzt wird die Zeit der Dunkelheit in den vielleicht doch nicht so Vereinigten Staaten von Amerika einsetzen.

    Senat, Congress und bald alle höchsten Bundesrichter in den Händen der Republikaner.

    Damit können Diese durchmarschieren und bestimmen was sie wollen.

    Die paar Demonstranten interessiert dann Niemanden mehr ...

  • @Gregor Kadinsky
    Sie haben mit ihrer Blindheit noch gar nicht erkönnen wieviel Patriotismus in Trump steckt. Dieser Trump Clan ist durch alle Höhen und Tiefen des Amerikansichen Traum gegangen. Der weis ganz genau, dass nur ein wirtschafltich starkes Amerika mit mehr an Industriearbeitsplätzen und anderen Arbeitsplätzen und einer billigen Energieversorgung ein sicheres Amerika sein kann. Trump ist ein Patriot und will für sich und seine Nachkommen ein freies und sicheres Amerika. Er weis nämlich ganz genau...was hilft dir all dein Geld, wenn Du jeden Tag mit dem Tod rechnen musst. Er hat nicht nur sein jetztiges Land vor Augen sondern auch die gewalttätigen und wirtschaftlich schwachen Länder von Mittel- und Südamerika.
    Nur ein echter Patriot erkannt, was Gut und was Schlecht für sein Volk ist. Und Trump weis das ganz genau!

  • Die Amis ( und einige Mitschreiber ) haben keinen Veränderer zum Messias auserkoren. Sondern genau das Gegenteil: einen 70 jährigen alten Mann AUS dem Establishment. Natürlich wird sich NICHTS für den "forgotten men" ändern. Aber eine Erbschafts- und Einkommenssteuerreform wirds geben, damit Immobilienmogule ihre Vermögen steuerfrei auf ihre Nachkommen übertragen können. Wer wirds zahlen? Ich nehme Gegenwetten an, tippe aber stark auf den ehemaligen Industriearbeiter aus Detroit, der Trump seine Stimme gegeben hat...
    Thats populism, razzle dazzle ´em !

  • Lieber Herr Kersey, das ist eben der Unterschied zwischen dem Wunschdenken eines "Demokraten" und der Wirklichkeit. Reagans Langzeitreformen haben Clinton gut aussehen lassen. Und wenn Sie mal die Erfahrungen aus dem Wahlkampf nehmen, dann stellen Sie fest: Störungen bei Reden von Trump durch "Demokraten": jede Menge, Störungen bei Reden von Hillary: null. Und mal ganz Ernst: warum sollte jemand VOR einer Wahl bereits anerkennen, dass diese sauber laufen wird. Das ist doch wohl etwas, was man erst DANACH feststellen kann. Schauen Sie sich Ihren Beitrag noch mal an: wäre, hätte, wäre, hätte, das nenne ich aus der Luft gegriffene Vermutungen. Alaaf, es ist der 11.11. Zeit der Jecken

  • @Lana Ebsel
    Sie haben die Mafia damit ganz genau beschrieben.
    Die Mafia meint es oberflächlich auch nur Gut mit Dir oder den Menschen.....solange Du brav dein Schutzgeld an diese Organisation/Partei/Steuern zahlst/abgibst.

  • @Paul Kersey
    Obama ist der Vorgänger von Trump. Oder wollen Sie in ihrer Aufzählung zurück bis zu George Washington gehen?!

  • Sie sind auf der ganzen Welt die Gleichen. Gutmenschen sind nur so lange demokratisch, so lange es in ihrem Interesse ist. Sobald die Andersdenkenden gewinnen, "spalten diese dann die Gesellschaft" und ziehen die "demokratischen Werte" in den Schmutz. Es ist mittlerweile durchschaubar, wenn man als Gutmensch den Widersachern kanonartig genau das vorwirft, was man selbst gerade tut. Das ist so bei den Grünen, der SPD, den Suffragetten und auch bei den sogenannten Demokraten in den USA.

  • @Kertscher
    Ihre Aussage ist völlig aus der Luft gegriffen und entbehrt jeder Grundlage.
    Zunächst wäre es nicht unwahrscheinlich gewesen, dass Trump den Wahlsieg der Demokraten nicht anerkannt hätte. Und bei den bekloppten Trump-Fans, die in Texas mit ihrem Schnellfeuergewehr auf dem Rücken im Supermarkt einkaufen gehen, wäre ich mir nicht so sicher, dass es nach einem demokratischen Wahlsieg nicht ebenfalls zu Tumulten gekommen wäre. Besonders dann, wenn wie jetzt auch, das Wahlmänner-System zum Sieg geführt hätte, obwohl die Mehrheit der Amerikaner womöglich für Trump gestimmt hätte. Dann wäre es wieder das Establishment gewesen, das einen Neuanfang verhindert.

  • @Hofmann
    Na ja! Welches Erbe haben denn Reagan, George W. Bush I und George W. Bush II hinterlassen? Und Clinton? Mit Ruhm bekleckert haben sich die alle nicht.

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