Trump über Hillary Clinton

„Wir enden im Dritten Weltkrieg“

Trump kritisiert Clintons Syrien-Politik und sieht den Weltfrieden gefährdet. Unterdessen spricht sich ein weiterer prominenter Republikaner gegen Trump aus: Colin Powell gab bekannt, dass er die Demokratin wählen wird.
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Trump: „Mit Clinton bekommen wir den dritten Weltkrieg“

Trump: „Mit Clinton bekommen wir den dritten Weltkrieg“

DoralDer republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat seiner Konkurrentin Hillary Clinton vorgeworfen, mit ihrer Syrien-Politik den Weltfrieden zu gefährden. „Wir enden im Dritten Weltkrieg über Syrien, wenn wir Hillary Clinton folgen“, sagte Trump in einem Interview. Clinton hatte sich für die Einrichtung von Flugverbotszonen und sicheren Bereichen zum Schutz der Zivilbevölkerung in Syrien starkgemacht. Einige Analysten hatten gewarnt, diese Gebiete abzusichern könnte zu einer direkten Konfrontation mit Russland führen.

„Du kämpfst (dann) nicht mehr gegen Syrien, du kämpfst gegen Syrien, Russland und den Iran, OK? Russland ist eine Atommacht, aber eine, in der die Bomben funktionieren, anders als in anderen Ländern, die nur reden“, sagte Trump.

Der umstrittene Kandidat sprach sich dafür aus, dem Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat Vorrang vor allen anderen Zielen in der Außenpolitik einzuräumen. Auch die Entmachtung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad - seit langem ein vorrangiges Ziel der US-Außenpolitik - sei nicht die wichtigste Priorität. „Assad ist zweitrangig für mich, hinter dem IS. Wir sollten uns auf den IS konzentrieren, nicht auf Syrien.“

Unterdessen sprechen sich immer mehr prominente Republikaner gegen Trump aus. Colin Powell, früherer US-Außenminister unter dem Republikaner George W. Bush, wird bei der Präsidentenwahl am 8. November für die Demokratin Hillary Clinton stimmen. Dabei hatte Powell unlängst Clinton vorgeworfen, ihn in ihre E-Mail-Affäre hineinzuziehen. Die frühere Außenministerin erklärte, ihr Amtsvorgänger habe ihr zur Einrichtung eines privaten Servers für ihre Zeit im State Department geraten. Powell wies dies zurück.

Diese Republikaner wenden sich von Trump ab
Donald Trump
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Die „Washington Post“ hatte am Freitag ein Video von 2005 mit vulgären und frauenverachtenden Äußerungen Trumps veröffentlicht. „Wenn Du ein Star bist, dann lassen sie Dich ran“, prahlte Trump dabei im Gespräch mit einem Fernsehmoderator. „Du kannst alles machen“. Noch in der Nacht zum Samstag entschuldigte sich Trump per Videobotschaft. Dem „Wall Street Journal“ sagte Trump dann, es gebe „null Chancen, dass ich aufgebe“. Doch über zwei Dutzend Senatoren, Abgeordnete und Gouverneure der republikanischen Partei entzogen ihrem Kandidaten die Unterstützung...

US-Senator McCain
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„Cindy und ich werden nicht für Donald Trump stimmen“, gab Senator McCain für sich und seine Frau bekannt. Trumps Verhalten und seine „erniedrigenden Äußerungen über Frauen“ machten eine Unterstützung unmöglich. McCain erklärte, er wolle bei der Präsidentschaftswahl den Namen eines Republikaners auf den Stimmzettel schreiben, der für das Amt qualifiziert sei. Der Senator aus Arizona hatte 2008 gegen Barack Obama verloren.

Condoleeza Rice
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Ex-Außenministerin Condoleeza Rice twitterte: Es reicht! Donald Trump sollte nicht Präsident werden. Er sollte sich zurückziehen.

Mike Pence
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Vizepräsidentschaftskandidat Mike Pence reagierte ebenfalls entsetzt. „Als Ehemann und Vater war ich empört über die Worte und von Donald Trump beschriebenen Handlungen", erklärte er.

Paul Ryan
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Der Präsident des US-Repräsentantenhauses, Paul Ryan, zeigte sich angeekelt und zog eine Einladung Trumps zu einem Auftritt in Wisconsin zurück.

John Kasich
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Der Gouverneur von Ohio, John Kasich, erklärte nach dem Trump-Video, die USA hätten etwas besseres verdient“.

Mitt Romney
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Auch der frühere Präsidentschaftskandidat Mitt Romney verweigert Trump die Gefolgschaft. „Ich möchte keinen Präsidenten der Vereinigten Staaten sehen, der Dinge sagt, die den Charakter der folgenden amerikanischen Generationen verändert“, sagte Mitt Romney bereits Mitte Juni 2016 in einem CNN-Interview über Donald Trump. Daher werde er bei der Präsidentenwahl am 8. November nicht für seinen Parteikollegen Trump stimmen - aber auch nicht für die designierte Bewerberin der Demokraten, Hillary Clinton.

Trump, der Kandidat seiner eigenen Partei sei nicht für das Präsidentenamt geeignet, sagte Powel „Er beleidigt Amerika fast jeden Tag.“ Der ehemalige Chefdiplomat ist einer von vielen Republikanern, die sich gegen Trump aussprechen. Auch George W. Bush und sein Vater, Ex-Präsident George Bush, unterstützen Trump nicht. Powells republikanische Amtsnachfolgerin Condoleezza Rice hatte sogar den Rückzug Trumps von der Kandidatur gefordert.

  • dpa
  • rtr
  • ap
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5 Kommentare zu "Trump über Hillary Clinton: „Wir enden im Dritten Weltkrieg“"

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  • @Frau mona mariposa
    Richtig, mit einer veralteten Arbeit eines britischen Studenten "bewies" er damals die Massenvernichtungswaffen.
    Es handelte sich damals um ein Plagiat, da selbst ein Fehler des Studenten 1:1 übernommen wurde.

  • Mit Clinton als Präsidentin wäre der globale Frieden in Gefahr, warnt Präsidentschaftskandidat Trump.

    Wennj es so kommen sollte und Trump Recht behält, wie „bewerben“ die Medien dann einen 3. Weltkrieg?
    Liest man dann wieder von völliger Alternativlosigkeit, den „bösen Russen“, dem man nicht trauen kann, marodem Flugzeugträger, und überhaupt, das konnten wir nicht wissen.
    Ich schreibe es nochmals, was spricht eigentlich für Trump als US-Präsident, was spricht für die AfD als demokratische Opposition zu den „etablierten“ Volksparteien, was spricht für eine NEIN zu CETA und T-TIP. Warum kann ich darüber nirgendo etwas lesen?

  • Powell war doch derjenige, der mit einer Power Point Präsentation den Giftgasangriff von Saddam Hussein bewies und damit den Grund für den Irakkrieg lieferte. Er wusste auch, dass deutsche Firmen bei der Produktion des Gases geholfen haben.
    Gleich und gleich gesellt sich gern. Die Gerechten und Freunde der Wahrheit unter sich.

  • Trump hat jeglichen Bezug zur Realität verloren. Noch wird die Politik vom aktuellen Präsidenten unter Einbeziehung des Kongresses gemacht. Trump ist und bleibt einer der ganz großen Schwätzer, Egomanen und wird selbst in den USA als Demagoge bezeichnet.

  • Die Kriegstreiber von Demokraten (Clinton) und den Republikanern (Powell) schließen sich zusammen um gegen den Volksvertreter Trump eine Front zu bilden.

    Daran merkt man...Trump ist weder ein kriegstreibender und Volksausbeutender Finanz-Politiker (die sich auch gerne Eliten nennen) sondern er ist ein bodenständiger und volksnaher Mensch. Ein Mensch der in seinen Familienstammbaum den "Amerikanischen Traum von Freiheit, Selbstbestimmung, Patriotismus und Leistung" zuhause hat.

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