Trump und Clinton im Fernduell
Schlagabtausch zur Sicherheitspolitik

Vor dem ersten Fernsehduell in den USA messen sich Donald Trump und Hillary Clinton in einem indirekten Wettstreit zur Außenpolitik. Die eine Kandidatin präsentiert Inhalte, der andere „großartiges Urteilsvermögen“.

WashingtonDie US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump haben sich einen Schlagabtausch zur Sicherheitspolitik geliefert. Während Clinton am Mittwoch (Ortszeit) die Außenpolitik der gegenwärtigen Regierung verteidigte, für die sie von 2009 bis 2013 als Ministerin selbst verantwortlich war, versicherte Trump, er habe bereits einen Plan, wie er als Präsident die Terrormiliz Islamischer Staat besiegen werde. Einzelheiten blieb er schuldig.

Zwei Monate vor der Wahl wurden die Demokratin Clinton und der Republikaner Trump in einer Sendung des Fernsehsender NBC nacheinander interviewt. Clinton kam nach einem Münzwurf als erste an die Reihe. Sie versprach, nie wieder US-Bodentruppen in den Irak zu schicken. Sie habe einen Fehler begangen, als sie 2002 als Santorin für den Einmarsch von US-Truppen gestimmt habe. Aus diesem Fehler habe sie gelernt. Zur Beurteilung einer Politikerin solle man deren Gesamtleistung betrachten.

Clinton rechtfertigte das Atomabkommen mit dem Iran. Die USA hätten sich dabei keineswegs überspielen lassen. Vielmehr habe der Vertrag dem Streben des Iran nach Material zum Bau von Atombomben einen Riegel vorgeschoben. Sie verteidigte zudem das Eingreifen der USA in Libyen, das zum Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi geführt hatte, aber als auch Auslöser für das politische Durcheinander in dem Land gilt. Trump habe das Eingreifen seinerzeit auch begrüßt. Auf die Frage, wie sie generell zu US-Militäreinsätzen stehe, sagte Clinton, diese seien nicht die erste Wahl, sondern das letzte Mittel.

Trump versprach, entschlossen gegen den IS vorzugehen, ließ sich aber auch diesmal nicht auf Einzelheiten ein. Er werde nach Amtsantritt vom Militär verlangen, binnen 30 Tagen einen Operationsplan auszuarbeiten. Allerdings sei die gegenwärtige US-Militärführung nur noch „Schutt“. „Es werden wahrscheinlich andere Generäle sein“, sagte er.

Der politische Seiteneinsteiger versicherte, er habe sich viel mit Außenpolitik beschäftigt, um sich auf die Aufgaben als Präsident vorzubereiten. Dabei habe er viel gelernt. Außerdem habe er als Unternehmer große internationale Erfahrungen. „Ich denke die Hauptsache ist, dass ich ein großartiges Urteilsvermögen habe“, sagte er.

Trump lobte erneut den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dieser sei ein Führer, der große Kontrolle über sein Land habe. Er glaube, als Präsident eine gute Beziehung zu Putin aufbauen zu können - ebenso wie zu anderen Staatschefs. Falls Putin Großartiges über ihn sage, werde er tolle Sachen über Putin erzählen. Mit Komplimenten beeinflussen lasse er sich aber nicht, betonte Trump.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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