Trumps Bilanz als Unternehmer
Trump Tower in Toronto geht pleite

Donald Trump brüstet sich gerne mit geschäftlichen Erfolgen und will die USA regieren wie seine Firmen. Doch die Pleite eines seiner Hotels kratzt erneut am Ruf des Unternehmers – finanziell schadet es ihm aber kaum.
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WashingtonDas Gebäude ist beeindruckend: 65 Stockwerke hoch, die Zimmer mit elegantem cremefarbenen und schwarzem Interieur ausgestattet und die Betten mit italienischem Bellino-Leinen versehen. An der Spitze des höchsten Wohnkomplexes Kanadas prangt in gigantischen Lettern eine Name: Donald Trump. Das Luxushotel im Herzen Torontos ist ein potentes Symbol für die Macht des weltweiten Trump-Imperiums. Und es ist seit diesem Dienstag pleite.

Die Insolvenz des Trump International Hotel & Tower Toronto ist nur das jüngste Beispiel, was sich hinter der vom republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump sorgsam aufgebauten Fassade des glitzernden Selfmade-Milliardärs tatsächlich verbirgt: Eine Legende, die mit der Realität nicht immer allzu viel zu tun hat. „Unser Land braucht einen guten Geschäftsmann“, so hat der Immobilienbaron im Wahlkampf wiederholt für sich geworben. Doch der laut „Forbes“ 4,5 Milliarden Dollar schwere Präsidentschaftskandidat hat sich wiederholt verkalkuliert – so wie jetzt wieder in Toronto.

Wie bei Trump üblich, dürften die Verluste allerdings weitgehend von anderen getragen werden. Denn Trump hat in das Hotel weder eigenes Geld gesteckt, noch war er für die Projektentwicklung verantwortlich. Stattdessen trug er laut dem US-Nachrichtenportal Politico seinen Namen und das Hotelmanagement zu dem Projekt bei.

Entwickelt hat das Hotel ein aus Russland stammender kanadischer Stahlmagnat und Milliardär namens Alex Shnaider, bekannt unter anderem durch sein Engagement in der Formel 1. Shnaider befand sich laut Politico schon vor der Pleite in einem juristischen Clinch mit Trump über das Management des Hotels. Außerdem fordert eine Reihe von Privatleuten Schadenersatz, weil sie mit angeblich wild übertriebenen Erfolgsaussichten als Investoren in das Projekt gelockt wurden. Laut Politico dürfte ein neuer Besitzer dem Hotel wohl einen neuen Markennamen geben – Trump wäre damit außen vor.

Die Pleite des Prestigeprojekts reiht sich ein in eine lange Liste an Misserfolgen des Präsidentschaftskandidaten. Schlappen erlitt Trump in den vergangenen Dekaden unter anderem mit einer Fluggesellschaft, Kasinos, einer Wodka-Marke und der Trump University, die Seminare für den Erfolg mit Immobilien angeboten hatte.

Vor vier Jahre hatte Trump das Hotel in Toronto mit großem Pomp persönlich eingeweiht. Die Eröffnung eines ähnlichen Hotels in Vancouver ist unter anderem wegen Protesten von Gewerkschaften, Frauenrechtlern und muslimischen Gruppen verschoben worden – bis nach der Präsidentschaftswahl.

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Daniel Schäfer ist Ressortleiter Finanzen.
Daniel Schäfer
Handelsblatt / Leiter Finanzzeitung

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