Trumps Rede

Das Blaue vom Himmel

Donald Trump verspricht den Amerikanern eine neue Ära des Wohlstands, falls er ins Weiße Haus einziehen sollte. Doch hält seine Rede den Tatsachen stand? Trumps Wirtschaftsprogramm im Faktencheck.
7 Kommentare

„Trumps Gesamtkonzept passt nicht ganz zusammen."

„Trumps Gesamtkonzept passt nicht ganz zusammen."

WashingtonDonald Trump fuhr in seiner wirtschaftspolitischen Grundsatzrede schwere Geschütze gegen Hillary Clinton auf und nahm die Finanzpolitik der US-Regierung ins Visier. Ein Überblick über die Einlassungen Trumps bei der Vorstellung seines Wirtschaftsprogramms - und ob diese den Fakten standhalten.

TRUMP ÜBER CLINTON: „Sie hat gesagt, dass sie die Steuern für die Mittelschicht anheben möchte.“
DIE FAKTEN: Sollte Clinton das gesagt haben, ist wohl klar, dass sie es nicht so gemeint haben könnte. Ihre Wirtschaftsagenda sieht nicht näher erläuterte Steuererleichterungen vor. Wiederholt hat Clinton zudem erklärt, dass sie die Abgaben auf mittlere Einkommen im Falle ihres Wahlsiegs nicht erhöhen wolle.

Das ist die neue Familie im Weißen Haus
Familie Trump bei Siegeskundgebung
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Der 45. Präsident der USA heißt Donald Trump – und die First Lady Melania. Für den Wahlsieger spielte seine Familie eine wichtige Rolle im Wahlkampf. Denn Donald Trump misstraut den meisten politischen Beratern. Nur seine engsten Angehörigen dürfen ihm ihre Meinung sagen und Ratschläge abgeben. Ob er auch als nächster Präsident der USA auf seine Familie setzt? Die neue Familie im Weißen Haus im Überblick.

Ivanka Trump
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Trumps Tochter Ivanka zeichnete im Wahlkampf ihres Vaters das Bild eines Menschen mit unglaublichen Fähigkeiten für die USA. Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter soll so stark sein, dass sich US-Medien zeitweise ernsthaft mit der Möglichkeit beschäftigten, dass Trump seine Tochter zu seiner Stellvertreterin ernennen könnte. Die 34-Jährige zielte vor allem auf weibliche Wähler ab. Sie hat Wirtschaft studiert und führt gemeinsam mit Donald und Eric das operative Geschäft bei der Trump Organization. Ivanka Trump ist die Tochter von Trumps Ex-Frau Ivana.

Donald Trump Jr
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„Es ist mir eine Ehre, heute Abend in der Lage zu sein, Donald Trump über die nötige Hürde der Delegiertenstimmen zu verhelfen.“ Das sagte Donald Trump Jr. in Cleveland bei der Bekanntgabe der Delegiertenstimmen aus Trumps Heimatstaat New York. Diese verhalfen dem Präsidentschaftskandidaten formal zur Mehrheit in den Vorwahlen. „Glückwunsch, Dad. Wir lieben dich!“, rief er. Donald Trump Jr. ist der älteste Sohn des Kandidaten und Vizepräsident der Trump Organization. Studiert hat er genauso wie seine Halbschwester Tiffany in Philadelphia. Trump ist seit 2005 mit Vanessa Haydon verheiratet und hat fünf Kinder.

Tiffany Trump
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Trumps jüngste Tochter, Tiffany Trump, empfahl ihren Vater in ihrer Parteitagsrede als „natürlichen Mutmacher.“ Er habe sie dazu motiviert, ihr Bestes zu geben, sagte die 22-Jährige. Vor den Delegierten legte sie während der Vorwahlen zudem Zeugnis über den Charakter ihres Vaters ab...

Tiffany Trump
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Es sei Trumps Art, nie zurückzuweichen oder sich von Angst blockieren zu lassen, sagte Tiffany Trump. Ihr Vater würde nie jemandem raten, Ansprüche herunterzuschrauben oder einen Traum aufzugeben. Die 22-Jährige ging aus der Ehe mit der Schauspielerin Marla Maples hervor, mit der Donald Trump von 1993 bis 1999 verheiratet war. Tiffany Trump hat in diesem Jahr ihren Abschluss an der Universität von Pennsylvania gemacht. Ihr gehören drei Trump-Gebäude.

Eric Trump
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Auch Eric Trump hielt eine Rede auf seinen Vater. Er ist der Sohn von Ivana Trump, der ersten Ehefrau des Milliardärs.

Eric Trump
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Seine Ehefrau Lara Yunaska stand ihm bei jeder Wahlkampfveranstaltung seines Vaters zur Seite. Eric ist der Sohn von Ivana Trump, Trumps erster Ehefrau. Im Jahr 2012 wurde Eric vom „Forbes“-Magazin zu einem der Top 30-Immobiliengurus gekürt. Er leitet gemeinsam mit seinen Geschwistern das Trump-Imperium und ist Gründer.

In einer Wahlkampfrede in Omaha im US-Staat Nebraska sprach sie in der vergangenen Woche über „fairere Regeln für die Mittelschicht“, schob dann jedoch einen Satz hinterher, der für Verwirrung sorgte und im Netz kursiert. „Wir werden die Steuern der Mittelschicht erhöhen“, erklärte Clinton. Beobachter gehen allerdings davon aus, dass sich die Demokratin da versprochen haben muss. Denn ihre steuerpolitischen Vorschläge für die Mittelschicht gelten als konstant.


TRUMP: „Man kann noch nicht einmal ein Kleinunternehmen gründen unter der immensen Regulierungslast, die wir heute haben.“
DIE FAKTEN: Trump übertreibt. Es gibt zwar klare Anzeichen dafür, dass sich das Tempo der Firmengründungen verlangsamt hat. Doch den von Trump angedeuteten Stillstand gibt es so nicht. Für den Zeitraum zwischen 2011 und 2013 - den Jahren mit aktuellsten Daten - fand die amerikanische Zensusbehörde heraus, dass die Zahl der Firmen mit weniger als vier Mitarbeitern um 43 232 auf 3,58 Millionen gestiegen ist.

Gleichwohl sollte niemand annehmen, dass Überregulierung allein die Flaute bei Kleinfirmen-Gründungen erklärt. Die meisten Unternehmer setzten nämlich auf Privatersparnisse, Eigenheime und Kreditkarten zur Finanzierung neuer Firmen, ehe das Platzen der Immobilienblase ihren Zugang zu Krediten erschwerte, wie Dennis Lockhart, Präsident der Zentralbank von Atlanta, erläuterte. Studien zufolge schränken auch Bildungskredite das Unternehmertum junger Amerikaner ein.

Flüchtlinge, Arbeitslosigkeit, Steuerzahler
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7 Kommentare zu "Trumps Rede: Das Blaue vom Himmel"

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  • Die Überregulierung der Banken hat in die Weltfinanzkrise geführt, oder was?
    Werden wir nun nie erfahren, ob und was von Trumps Plänen Realität wird?
    Alles ist doch möglich, wenn die nötigen Voraussetzungen und Bedingungen erfüllt sind.
    Deshalb sind doch so viele der Meinung, man müsse nur Trump wählen und alles wendet sich zum Besten. Amerika zuerst! Will man in den USA nun wieder Maschinenbau aufbauen oder wird man weiter in Deutschland kaufen? Mit welchen Fachkräften will man deutsche Qualitätsarbeit nachahmen? So wie in England nach dem Brexit???
    Werden bei den erforderlichen Investitionen nach Trump die Staatsschulden wieder um 1.000 Milliarden Dollar im Jahr steigen, wie berichtet wurde? Dann bleiben die Zinsen auch bis 2020 bei NULL! Bis dahin hat das stagnierende Deutschland ohne Wachstum der Wirtschaft und der Produktivität (Wirtschaftswoche) schon 500 Milliarden Euro Zinsen gespart.
    Wählt Trump - das ist besser für Deutschland!

  • Trump ist ein guter Mann, eine Mauer als Konjunktur-Programm, das kennen wie in Europa und auch in Israel sehr gut.

  • GOTT BEWAHRE AMERICA...

    DASS HILLARY CLINTON AN DER MACHT KÄME !

    Es wäre einer der schlimmste REZESSION FÜR DIE GESAMTE US-WIRTSCHAFT !!!


  • Trump hat sich letzte Woche wie folgt geäußert:

    "Wenn wir Atomwaffen haben, warum benutzen wir sie nicht?"

    Bei dem weiß natürlich keiner, ob an dem Spruch nicht noch weniger dran ist als an seinen Wahlversprechen. Hoffentlich.

    Wenn doch, brauchen wir hier eigentlich gar nicht weiter zu diskutieren.
    Wäre jedenfalls ein guter Grund morgen auszuschlafen, finde ich.

    Zuzutrauen wäre es ihm immerhin (dass das mit den Atomwaffen ernst gemeint sein könnte); wenn man von seinen bisherigen Äußerungen ausgeht, darf man wohl, wenn man seine Sinne beisammen hat davon ausgehen, dass er nicht nur ausschließlich nach Bauchgefühl handelt, sondern obendrein das Wort "Verantwortung" nicht mal buchstabieren kann.

    Vorgestern im ARD-"Presseclub" äußerte einer der Diskussionsteilnehmer die Vermutung, dass Trump gar nicht gewählt werden wolle und sich deshalb dermaßen danebenbenähme.

    Steile These, wie die Moderatorin sehr richtig anmerkte.

    Besser wär' (wenn da tatsächlich was dran ist).

    Aber das würde den Schaden, den Trump mit seiner unverhohlenen Menschenverachtung und seinem blanken Rassismus (nicht nur) in der amerikanischen Gesellschaft bereits angerichtet hat auch nicht ungeschehen machen.

  • Merkel hält sich auch an keinerlei Gesetze was die EU betrifft, insofern leben wir in klein Amerika.

  • HBO:
    "TRUMP ÜBER CLINTON: „Sie hat gesagt, dass sie die Steuern für die Mittelschicht anheben möchte.“
    DIE FAKTEN: Sollte Clinton das gesagt haben, ist wohl klar, dass sie es nicht so gemeint haben könnte.

    Das ist natürlich ganz klar, dass sie es nicht so gemeint haben könnte. Weil sie sich nur versprochen haben könnte. Ha,ha.

    Trump:
    "Die Infrastruktur der USA leide und „doch haben wir Geld dafür gefunden, Millionen von Flüchtlingen auf Kosten der Steuerzahler umzusiedeln.“

    "DIE FAKTEN: In den vergangenen acht Jahren – also aus Sicht Trumps die Periode des angeblichen Versagens von Präsident Barack Obama - kamen 530.830 Flüchtlinge ins Land."

    Er sieht die deutsche Gefahr: 1,2 Mio. in 1 Jahr. Da könnte er überreagiert getätet haben. Es könnte auch sein, dass die Bundesmarine vom Kurs abkommt und aus dem Mittelmeer herausnavigiert, davor hat er Angst.

    Vielleicht will er nicht keine Kriege anzetteln? Das hält das Geld in der Kasse, dann kann die Steuer gesenkt werden, wäre also gegenfinanziert.

  • DER 45. PRÄSIDENT DER USA

    Man darf es als wahrscheinlich ansehen, dass Donald Trump diesen Wahlkampf gewinnt.
    Und für diesen Fall tritt dann auch für deutsche Medien der nahezu zwanghafte Effekt ein, neu aufgestellt und durch Tatsachen eingeholt die "ausgewogene Berichterstattung" ganz nach oben auf die Agenda zu setzen.
    Sie wissen doch: Artikel 5 Absatz 1 Satz 3 GG:

    "EINE ZENSUR FINDET NICHT STATT."

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