TV-Duell der Demokraten
Auf Augenhöhe

In der sechsten Fernseh-Debatte der Demokraten gelingen Bernie Sanders ein paar gute Attacken gegen Hillary Clinton. Die heiße Phase der Vorwahlen hat begonnen.

New YorkBernie Sanders gibt sich angriffslustig. Zum sechsten Mal trifft er in einem Fernsehduell auf Hillary Clinton. Doch zum ersten Mal begegnet er ihr auf Augenhöhe. Der Senator aus Vermont hat erst am Dienstag die Vorwahlen in New Hampshire mit deutlicher Mehrheit gewonnen. Jetzt steht es eins zu eins – schließlich hat Clinton die erste Abstimmung in Iowa für sich entschieden.

„Jetzt lassen Sie uns mal nicht die Intelligenz des amerikanischen Volkes beleidigen“, wettert Sanders am Donnerstagabend beim TV-Duell in Milwaukee. Hillary Clinton hat gerade versichert, dass sie als Präsidentin hart mit der Wall Street ins Gefecht gehen würde – genauso wie mit allen anderen Interessensgruppen, die mit Spenden versuchen, die Politik zu beeinflussen. Doch da platzt Sanders der Kragen. „Warum in Gottes Namen spendet die Wall Street wohl Geld? Einfach so, um Geld umher zu werfen?“.

Sanders redet sich in Rage. „Warum spendet wohl die Pharma-Industrie Geld? Gibt es da vielleicht eine Verbindung zu der Tatsache, dass wir die höchsten Medikamentenpreise der Welt haben?“. Sanders weiß, wie er die Zuschauer auf seine Seite zieht. Mit seinem Kampf gegen den Einfluss von Konzernen und Superreichen ist er weit gekommen. Weiter als es ihm viele zugetraut hätten.

Jetzt müssen sich sowohl Sanders als auch Clinton richtig positionieren. Clinton muss zeigen, dass sie nach der Niederlage in New Hampshire immer noch die aussichtsreichste Kandidatin der Demokratischen Partei ist und sich von Sanders nicht von ihrem Ziel abbringen lassen wird, endlich als Präsidentin ins Weiße Haus einzuziehen.

Sie wirkt staatsmännisch – schließlich hat sie als ehemalige Außenministerin Erfahrungen auf der Weltbühne gesammelt. „Ich weiß wie es im Senat zugeht, schließlich war ich auch mal Senatorin“, sagt sie kühl, um sich mit ihrer Erfahrung von Sanders abzugrenzen. Doch Clinton fehlt es am Donnerstag an Charme und Leidenschaft. Ihre Mine ist eisern. Ihr Blick lässt erkennen, dass die immer gleichen Attacken von Sanders an ihr zehren.

Stärker als andere Debatten, dreht sich das Duell in Milwaukee um Diskriminierung und die Benachteiligung der Afroamerikaner. Die Kandidaten wollen sich in Stellung bringen für die wichtigen Abstimmungen im Süden. Zwar ist die nächste Vorwahl in Nevada, doch die Debatte zielt bereits auf die übernächste Abstimmung in South Carolina ab, die am 27. Februar stattfinden und bei der es überwiegend um die Stimmen von schwarzen Wählern gehen wird. Sanders dagegen muss erst noch beweisen, ob er auch in jenen Regionen punkten kann, in denen die Wähler nicht weiß und liberal sind.

Seite 1:

Auf Augenhöhe

Seite 2:

Rege Spender

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%