TV-Duell im Faktencheck
Falsch, falsch, falsch

Donald Trump gegen Hillary Clinton: Nach dem letzten TV-Duell vor den Wahlen in den USA bleibt die Frage: Was von den Behauptungen der Kandidaten ist wahr, was pure Übertreibung? Der Faktencheck.

WashingtonDonald Trump zeichnete ein unscharf dunkles Bild von der US-Industrie. Seine Rivalin Hillary Clintons prahlte von einem Ausgabenplan ohne Anhäufung des Staatsschuldenbergs – und strapazierte damit die Wahrheit. Und beide Präsidentschaftskandidaten hatten in ihrer letzten TV-Debatte vor der Wahl am Mittwochabend (Ortszeit) einige Mühe, frühere Äußerungen zu erklären. Ein Überblick über einige der Behauptungen und deren Wahrheitsgehalt im Faktencheck:

TRUMP: „Wir produzieren keine Dinge mehr, relativ gesehen.“

DIE FAKTEN: Auch wenn sich der Republikaner mit der Wendung „relativ gesehen“ absichert, ist die These falsch. Die US-Fabrikproduktion hat sich seit 1979 mehr als verdoppelt. In jenem Jahr war die Zahl der Beschäftigten in der Industrie auf dem Höchststand.

Das Problem besteht darin, dass es für mehr Produktion weniger Menschen bedarf. Die USA haben mehr als sieben Millionen Fabrikjobs seit dem Rekordhoch von 1979 verloren - ein Rückgang von fast 40 Prozent. Unternehmen greifen etwa heutzutage auf Roboter und Computer zurück, um die Leistung zu erhöhen. Noch immer stellen die USA also viele Autos, Flugzeuge, Stahlprodukte, andere Metalle und große Industriemaschinen her.

CLINTON: „Den Staatsschulden füge ich keinen Penny hinzu.“

DIE FAKTEN: Das stimmt nicht, wie das unabhängige Komitee für einen verantwortungsbewussten Bundeshaushalt vorrechnet. Die Organisation mit Sitz in Washington geht davon aus, dass von Clinton angepeilte Ausgabenerhöhungen etwa in der Infrastruktur, mehr Finanzhilfen für College- und Vorschulbildung die Staatsschulden über zehn Jahre hinweg um 200 Milliarden Dollar ansteigen lassen wird. Die Prognose fällt bei dem Komitee zwar weitaus geringer aus als bei Trump, der dem Schuldenberg mit seinen Ausgabenplänen im Laufe der nächsten zehn Jahre weitere 5,3 Billionen Dollar aufladen würde. Doch mehr als ein Penny ist das allemal.

TRUMP mit Blick auf ein amerikanisch-russisches Abkommen zu einer bilateralen Einschränkung atomarer Sprengköpfe von 2010: „Die bauen Sprengköpfe. Wir können nicht.“

DIE FAKTEN: Falsch. Das sogenannte neue START-Abkommen, das Trump „Start Up“ nannte, hält weder die USA noch Russland davon ab, atomare Sprengköpfe zu bauen. Es erlegt jedem der Länder eine Beschränkung auf insgesamt 1550 Sprengköpfe für Bomber, U-Boote und Untergrundbunker auf. Bis Februar 2018 muss das Limit erzielt sein.

CLINTON zu Trumps Reaktion auf Belästigungsvorwürfe: „Er hielt eine Reihe großer Kundgebungen ab, auf denen er sagte, dass er diese Dinge den Frauen gar nicht angetan haben könne, weil sie nicht attraktiv genug seien.“

TRUMP: „Ich habe das nicht gesagt. Ich habe das nicht gesagt.“

DIE FAKTEN: Hat er doch gesagt. Auf einer Kundgebung vom 13. Oktober mäkelte Trump an der Attraktivität von „People“-Ex-Reporterin Natasha Stoynoff herum, die nach eigenen Angaben bei einem Interviewtermin auf dessen Anwesen Mar-a-Lago von Trump sexuell belästigt worden war. Trump sagte dazu vor seinen Anhängern: „Schaut mal. Schaut sie euch mal an, schaut euch ihre Worte an, sagt mir, was ihr denkt.“

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