US-Bundesstaat New Hampshire wählt
Neue Konkurrenz für Trump, Cruz und Clinton?

New Hampshire ist zwar nur ein kleiner Bundesstaat. Doch wer sich hier nicht blicken lässt, hat im Wahlkampf keine Chance. Das Rennen um das Präsidentenamt nimmt Fahrt auf – und ein Milliardär erwägt noch mitzumischen.

ManchesterDer frühere New Yorker Bürgermeister und Milliardär Michael Bloomberg hat bestätigt, dass er sich eine Kandidatur im US-Präsidentschaftsrennen vorstellen kann. Er prüfe „alle Optionen“, antwortete der 73-Jährige auf eine entsprechende Frage der „Financial Times“. Das bisherige Niveau der Wahlkampfdebatten empfinde er als „Skandal und Beleidigung der Wähler“, sagte Bloomberg der Zeitung. Das amerikanische Volk habe Besseres verdient. Falls er sich entscheiden sollte anzutreten, müsste Bloomberg demnach Anfang März damit beginnen, seinen Namen auf die Stimmzettel setzen zu lassen.

Bereits Ende Januar hatte die „New York Times“ berichtet, Bloomberg erwäge eine Kandidatur. Damals hieß es, er ärgere sich über die Dominanz und populistischen Parolen von Donald Trump im republikanischen Feld und sei besorgt darüber, dass der selbsterklärte Sozialist Bernie Sanders auf der demokratischen Seite die favorisierte Ex-Außenministerin Hillary Clinton ausstechen könnte. Deshalb hoffe Bloomberg, als moderaterer Bewerber den Fuß in die Tür zu bekommen.

Bloomberg war einst Demokrat, dann wurde er Republikaner, seit 2007 ist er parteilos. Er hatte schon früher wiederholt an eine Kandidatur gedacht, war aber stets zur Überzeugung gelangt, dass er keine Siegesaussichten habe. Tatsächlich hat es bislang noch nie ein unabhängiger Bewerber ins Weiße Haus geschafft.

In laufenden Vorwahlen spielt Bloomberg aber nur am Rande eine Rolle. In New Hampshire, wo an diesem Dienstag gewählt wird, bestimmen andere wie Donald Trump, Ted Cruz oder Hillary Clinton und Bernie Sanders die Schlagzeilen. Das Rennen um das Präsidentenamt hat spätestens seit der Vorwahl in Iowa in der vergangenen Woche Fahrt aufgenommen.

Für die Kandidaten eine Ochsentour: Die Orte verschwimmen, die Zeiten sowieso. Ist es Nachmittag oder schon Abend? Eine Fragerunde mit Jeb Bush hier, eine Rede von Bernie Sanders da. In New Hampshire im Nordosten der USA liefern sich die Bewerber von Demokraten und Republikaner einen Wettbewerb darum, wer die meisten Hände schüttelt, die meisten Interviews gibt, das häufigste Motiv für Handyfotos ist. Nun stehen in dem kleinen US-Staat die nächsten innerparteilichen Vorwahlen im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur an.

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