US-Präsidentschaftswahl
Clinton in letzten Umfragen vor Wahl vorne

Die vom FBI zurückgenommenen Zweifel an Hillary Clintons Umgang mit geheim eingestuften E-Mails kommt in neu veröffentlichten Umfrageergebnissen noch nicht zum Tragen. Dennoch verteidigt sie ihren Vorsprung.

WashingtonEinen Tag vor der Präsidentenwahl in den USA liegt die Demokratin Hillary Clinton in mehreren Umfragen vor ihrem Rivalen Donald Trump. Sowohl in der am Montag veröffentlichten Erhebung des Senders CBS als auch in einer Umfrage von Washington Post/ABC schneidet sie jeweils vier Prozentpunkte besser ab als der Republikaner. Bei einer von Bloomberg veröffentlichten Erhebung liegt der Vorsprung bei drei Prozentpunkten.

Alle Befragungen fanden statt, bevor die US-Bundespolizei FBI Clinton am Sonntag in der wiederaufgeflammten Affäre um E-Mails aus ihrer Zeit als Außenministerin entlastete und erklärte, es gebe keine Anhaltspunkte für eine Anklage. Präsidentschaftskandidat Trump hatte wiederholt das Wahlsystem als „manipuliert“ bezeichnet und angedeutet, das Ergebnis im Falle einer Niederlage nicht anzuerkennen. Doch laut Washington-Post-Umfrage wollen 80 Prozent der Leser das Wahlergebnis nicht anzweifeln, unabhängig vom Ausgang.

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Die Umfragen bilden die landesweite Stimmung ab. Entscheidend ist aber, wie die Wahl in den einzelnen Bundesstaaten läuft, in denen das Rennen noch als offen gilt. Denn die für einen Sieg notwendigen 270 Wahlleute kommen über das Abschneiden in den jeweiligen Bundesstaaten zusammen. Etwa ein Dutzend sogenannter Swing States gelten als nach wie vor besonders umkämpft. Die Statistik-Website FiveThirtyEight sieht insgesamt nach wie vor Clinton klar im Vorteil.

Die Washington-Post-Umfrage sieht in einigen umkämpften Staaten das Momentum auf Trumps Seite. Sein Vorsprung bei einer Betrachtung nur von Colorado, Florida, Nevada, New Hampshire, North Carolina und Ohio liegt demnach dort bei zehn Prozentpunkten. Allerdings war die Zahl der Befragten mit 336 Interviews äußerst gering und die Fehlerbreite der Umfrage damit groß.

In wichtigen Wählergruppen liegt Clinton landesweiten deutlich vorne. Von den Nicht-Weißen dürften sich 77 Prozent für sie entscheiden und nur 15 Prozent für Trump. Bei Latinos ist ihr Vorsprung mit 52 Prozentpunkten sogar größer als es bei Obamas Wiederwahl 2012 der Fall war (plus 44 Punkte). Trump führt unter weißen Wählern mit 53 zu 37 Prozent, bei Weißen ohne Hochschulabschluss liegt der Vorsprung sogar bei 31 Prozentpunkten.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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