US-Präsidentschaftswahl

Clintons Siegeschancen liegen bei 95 Prozent

Noch hat kein US-Amerikaner seine Stimme abgegeben – doch schon jetzt sehen viele Hillary Clinton als nächste Präsidentin. Laut einer Studie hat sie den Sieg praktisch schon in der Tasche.
Laut einer Studie hat Clinton die Wahl praktisch schon gewonnen. Quelle: Reuters
Aussichtsreiche Kandidatin

Laut einer Studie hat Clinton die Wahl praktisch schon gewonnen.

(Foto: Reuters)

New YorkDie Demokratin Hillary Clinton würde einer Reuters/Ipsos-Studie zufolge beim jetzigen Stand der Umfragen mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent das nächste Staatsoberhaupt der USA. Nach den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Projekts States of the Nation liegt die ehemalige Außenministerin nicht nur sechs Prozentpunkte vor ihrem republikanischen Rivalen Donald Trump. Sie würde dabei auch Siege in den wichtigen Bundesstaaten Florida, Ohio und Virginia einfahren. Gegenwärtig hat Clinton demnach mindestens 268 Stimmen im Wahlmännerkollegium sicher, nur zwei weniger als sie zum Sieg benötigt. Trump kann bislang auf mindestens 179 Stimmen in dem Gremium zählen, dessen Mitglieder die Mehrheitsverhältnisse in den einzelnen Bundesstaaten abbilden.

Das Projekt beruht auf einer wöchentlichen Online-Befragung von etwa 16.000 Menschen und berücksichtigt unter anderem demografische Faktoren, Parteizugehörigkeit und die Wahrscheinlichkeit der tatsächlichen Stimmabgabe. Auf dieser Grundlage werden dann mehr als 25 Millionen Computersimulationen durchgespielt, um den wahrscheinlichsten Ausgang der Abstimmung am 8. November zu ermitteln.

Allerdings weisen Experten darauf hin, dass in den zehn Wochen bis dahin noch viel passieren kann. „Es gibt immer die Möglichkeit einer Überraschung im Oktober“, sagte der Politikwissenschaftler Tom Smith von der University of Chicago. Mit dem Begriff des „October surprise“ wird in der US-Politik ein großes Ereignis oder eine neue Entwicklung bezeichnet, die noch kurz vor der Wahl zu einem Stimmungsumschwung führt. Auf demokratischer Seite könnten das neue Enthüllung über Spenden an Clintons Stiftung sein. Beide Kandidaten treten zudem noch in mehreren TV-Duellen gegeneinander an.

Hollywood macht Front gegen Donald Trump
Umstrittener Präsidentschaftskandidat
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Donald Trump geht langsam die Musik aus. Bands wie die Rolling Stones verbieten dem umstrittenen Präsidentschaftskandidaten reihenweise die Verwendung ihrer Songs im Wahlkampf. Das ist aber nicht das einzige Problem des Immobilienmoguls. Denn er steht mit halb Hollywood auf Kriegsfuß...

Bryan Cranston macht mobil
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„Breaking Bad“-Star Bryan Cranston (links) will nun gemeinsam mit über 100 weiteren Stars verhindern, dass Trump ins Weiße Haus einzieht. Die Promis haben sich für die Kampagne „United Against Hate“ (Vereint gegen Hass) zusammengeschlossen. Cranston verteidigte bei einer Podiumsdiskussion den Einsatz: Als Star habe man „die Verantwortung, seine Gedanken, Kommentare und Gefühle gegenüber der Gesellschaft zu teilen“, erklärte er.

Lena Dunham
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„Wir glauben, es ist unsere Verantwortung, unsere Plattformen zu nutzen, um auf die Gefahren einer Trump-Präsidentschaft aufmerksam zu machen, und die realen und gegenwärtigen Bedrohungen durch seine Kandidatur“, heißt es in einem offenen Brief, der unter anderem von der Schauspielerin und Bestseller-Autorin Lena Dunham unterzeichnet wurde.

Mark Ruffallo
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„Donald Trump will unser Land zurück in eine Zeit führen, in der Angst als Entschuldigung für Gewalt diente, in der Gier Diskriminierung förderte und in der der Staat Vorurteile gegen ausgegrenzte Gemeinschaften zum Gesetz erhob“, hieß es weiter in dem Brief. Auch Schauspieler Mark Ruffalo nimmt an der Kampagne „United Against Hate“ teil.

Jane Fonda
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Einige Unterstützer der Kampagne, wie die Oscar-Preisträgerin Jane Fonda (Foto) und Regisseur Michael Moore, mischten zuvor auch schon bei der Initiative „Stop Hate – Dump Trump“ (Stoppt den Hass – werft Trump auf den Müll) mit.

Ben „Macklemore“ Haggerty
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Nachdem die Republikaner Trump zum Präsidentschaftskandidaten gekürt haben, erklärte Rapper Macklemore in einem Anti-Trump-Song, dass er eine „Party schmeißen und auf der Straße tanzen würde“, falls Hillary den Wahlkampf gewinnen sollte. Auch er unterstützt die Kampagne.

Tony Schwartz
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Tony Schwartz (rechts) war der Ghostwriter von Donald Trumps Autobiographie „The Art of the Deal“, die zum Bestseller wurde. Damit trug Schwartz wesentlich zu dessen Aufstieg bei. Das bereut er nun – weshalb auch er bei der Kampagne mitmischt.

Trotzdem zeigen die Reuters/Ipsos-Simulationen, dass Trump besonders bei Frauen, gemäßigten Republikanern und Minderheiten deutlich an Zuspruch gewinnen muss, wenn er eine Chance auf die Nachfolge von Barack Obama haben will. Selbst eine 100-prozentige Wahlbeteiligung der weißen US-Bürger bei einer gleichzeitigen Halbierung der Beteiligung der Afroamerikaner und Hispanics verglichen mit 2012 würde ihm nicht reichen. Ohne einen neuen Skandal aufseiten Clintons "sehe ich einfach keine Möglichkeit für Trump aufzuholen", sagte Smith.

  • rtr
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